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Die Berliner Scopis GmbH entwickelt chirurgische Navigationssysteme für die minimal invasive Chirurgie. Diese Systeme sollen Chirurgen dabei unterstützen, komplexe Eingriffe sicherer zu machen. Ähnlich einem GPS-Navigationssystem in Flugzeugen, visualisiert das Scopis-Navigationssystem dabei die Position des chirurgischen Instrumentes in den Bilddaten (MRT) des Patienten. Kürzlich wurde Scopies in der Kategorie „Aufsteiger des Jahres“ für den Deutschen Gründerpreis nominiert.  

Herr Kosmecki, bitte erklären Sie uns das Geschäftsmodell von Scopis. Was ist Ihr Alleinstellungsmerkmal?
Mit der proprietären endoskopischen Augmented Reality Technologie sind Scopis Systeme zukunftsweisend. Augmented Reality überlagert den geplanten Weg und die Tumorgrenzen in Echtzeit auf das Endoskopiebild. Für den Chirurgen bedeutet das, dass er auch bei schlechter visueller Sicht auf das Operationsgebiet, etwa bei Blutungen, seinem geplanten Weg präzise folgen kann. Diese Technologie hat starke Analogie zu dem Instrumentenlandesystem (ILS) bei Flugzeugen.

Mit dem Hybrdid Navigation-System ist Scopis auch in der medizinischen Tracking-Technologie führend. Das System vereint als erste klinische Navigationsplattform die elektromagnetische, optische und simultane Hybridtracking Technologien in einer einzigen, integrierten Kontrolleinheit. Damit sind unsere Navigationssysteme interdisziplinär einsetzbar. Unser Produktportfolio adressiert die Neuro-, Wirbelsäulen-, HNO- und MKG-Chirurgie und bietet Chirurgen workflow-optimierte Softwarelösungen, navigierte Instrumente und Verbrauchsmaterial für die optimale Versorgung ihrer Patienten.

Wie gestaltet sich das aktuelle Marktumfeld in Ihrem Segment?
Im aktuellen Marktumfeld können wir uns durch unseren technologischen Fortschritt sehr gut von der Konkurrenz absetzten. Deshalb verfolgen wir eine starke IP-Strategie, basierend auf weltweitem Patent- und Markenschutz. Ausgangspunkt für unsere IP-Basis war die Lizenzierung der wichtigsten Navigationstechnologien aus der Charité Universitätsmedizin Berlin und der Fraunhofer Gesellschaft bei der Gründung des Unternehmens.

Scopis Hybrid Navigation - Optische und elektromagnetische Messtechnologie. Scopis GmbH
Scopis Hybrid Navigation – Optische und elektromagnetische Messtechnologie. Quelle: Scopis GmbH

Welches Marktpotenzial sehen Sie für den Bereich der chirurgischen Navigationssysteme? Ist Ihre Technologie auf andere Bereiche ausdehnbar?
Navigationssystem bieten einen klinischen Nutzen bei allen Operationen, die eine präzise Orientierung oder auch Positionierung erfordern. So unterstützt die Scopis-Navigation auch bei der drei-dimensionalen Feinausrichtung von Knochen und Implantaten in der Gesichtsrekonstruktion nach Unfällen. Scopis expandiert darüber hinaus in weitere medizinische Fachbereiche. Als besondere Herausforderung für die Navigation gilt die Weichgewebschirurgie, beispielsweise die Leberchirurgie. In der Weichgewebschirurgie ist das Gewebe nicht an einen Knochen angelagert. Somit kann keine prä-operative MRT-Bildgebung für die Navigation verwendet werden. Wir adressieren diese Herausforderung mittels der integrierten Ultraschallbildgebung. Bei einer Gewebeverschiebung während des Eingriffs kann der Arzt mittels des Ultraschalls diese erfassen und kompensieren.

Scopis ist international stark vertreten. Wo verantworten Sie den Vertrieb selbst und in welchen Ländern arbeiten Sie mit Partnern zusammen?
Unsere Produkte werden bereits in über 50 Länder vertrieben. Unser Vertrieb basiert auf einem Netzwerk dedizierter und spezialisierter Distributoren, die den Vertrieb und den Support in dem jeweiligen Land durchführen. Zusätzlich kooperiert die Scopis auch bei der Produktentwicklung, Integration und Vertrieb mit großen weltweit agierenden Med-Tech Unternehmen zusammen.

Ein Ausblick zum Schluss: Welches sind die nächsten Meilensteine von Scopis?
Dieses Jahr steht der US-Markteintritt im Fokus. Erfolgsfaktoren hierfür sind die FDA Zulassung für unsere Medizinprodukte und der Aufbau eines starken Vertriebs- und Supportnetzwerks. Auch zukünftig setzten wir auf die Integration neuster Technologien in unserer Medizinprodukte und die Expansion des Produktportfolios auf weitere Fachbereiche. Dabei arbeiten wir sehr eng mit unseren weltweiten klinischen Partnern und Referenzen zusammen.

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