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CATUVAB soll Tumorzell-freie Rückgabe des während einer Operation aufgefangenen Eigenblutes ermöglichen, ohne Standard-OP-Prozesse wesentlich zu verändern

Während Tumor-Operationen wird standardmäßig bei zu hohem Blutverlust Fremdblut gegeben. Weltweit ist dies pro Jahr bei mehr als einer halben Millionen Tumor-Operationen der Fall. Dieses Vorgehen kann zahlreiche Nebenwirkungen und erhöhte Tumorwiederkehrraten zur Folge haben.

Bei Tumor-Operationen kann die Sammlung und Rückgabe des Operationsblutes während der Operation (autologe Bluttransfusion), die im Rahmen anderer Operationen mit Hilfe von Maschinellen-Autotransfusions-Geräten (MAT) durchgeführt wird, standardmäßig nicht eingesetzt werden, da während einer Tumor-Operation häufig Tumorzellen freigesetzt werden. Diese dürfen dem Patienten nicht wieder zugeführt werden.

Kombination aus Antikörper und Filter

Hier setzt CATUVAB des Hennigsdorfer Unternehmens Lindis Blood Care an. Es besteht aus der Kombination eines bispezifischen Antikörpers und eines Filters und ermöglicht so die Entfernung von Tumorzellen aus dem Blut im Rahmen des Standard-MAT-Verfahrens. So wird die Möglichkeit der Eigenblutgabe des während der Operation aufgefangenen Bluts geschaffen. Produkt und Verfahren können in den klinischen Alltag eingebunden werden und Bestandteil eines zeitgemäßen „Patient Blood Management“ werden, so die Verantwortlichen.

Ein Konsortium um den High-Tech Gründerfonds und Brandenburg Kapital fördert nun die weitere Entwicklung mit über fünf Mio. EUR. Mitgründer Franzpeter Bracht sagte: „Mit dem frischen Kapital können wir nun die letzte Phase der Entwicklung bis hin zur Zulassung bestreiten und werden uns dann nach Partnern für die Vermarktung außerhalb Europas umsehen.“

Über den Autor

Holger Garbs ist seit 2008 als freier Redakteur für die GoingPublic Media AG tätig. Er schreibt für die Plattform LifeSciences und das VentureCapital Magazin.