Veregen – zur Behandlung von Genitalwarzen ausgelöst durch humane Papillomviren – soll laut Entwickler Medigene ab Januar 2014 durch einen neuen Partner vermarktet werden. Die Taurus Pharma GmbH in Bad Homburg wird nach dem bisherigen Vermarktungspartner Abbott die Zielgruppe für Veregen erweitern. Neben der bisherigen Zielgruppe, den Gynäkologen, wird Taurus Pharma auch die Dermatologen erschließen. Da Papillomviren Haut und Schleimhäute infizieren, was zu gutartigen Tumoren führt, sind die Hautärzte eine weitere wichtige Zielgruppe für das Medikament Veregen.

Medigene rechnet durch die Erschließung der Zielgruppe Dermatologen mit einer Umsatzsteigerung für Veregen. Die Wahl fiel auf Taurus Pharma, da das Unternehmen auf eine langjährige Erfahrung mit Dermatologen blickt und seine vertrauensvollen Verbindungen für die Erhöhung der Reichweite des verschreibungspflichtigen Medikamentes nutzen kann. Hinzu kommt, Dermatologen behandeln beide Geschlechter und sind nicht wie Gynäkologen auf das weibliche Geschlecht beschränkt. Taurus Pharma ist in beiden Ärztegruppen seit vielen Jahren erfolgreich unterwegs, sagt Klaus Seliger, Geschäftsführer der Taurus Pharma, und fügt hinzu, das Unternehmen freue sich mit seinem Außendienst die Ärzteschaft intensiv über die wirksame Therapieoption mit Veregen zu informieren.

Mit grünem Tee gegen Papillomviren

Dies soll aber nicht die letzte Partnerschaft zur Vermarktung von Veregen gewesen sein, Medigene sucht weiterhin nach Vertriebspartnerschaften zur Ausweitung des Marktpotenzials. Veregen zur lokalen Anwendung bei äußerlichen Genitalwarzen besteht aus einem Konzentrat von Katechinen aus grünem Tee. Catechine sind polyphenolische Verbindungen, die als Zwischenstufen der Biosynthese zu Flavanoiden in vielen pflanzlichen Geweben vorkommen.

Die Wirkung der Catechine ist komplex und noch nicht vollständig verstanden. Man konnte jedoch zeigen, dass sie eine Hemmung der vermehrten Bildung von Keratinozyten, was zu Wucherungen der Oberhaut führt, bewirken. Gleichzeitig haben Catechine immunmodulatorische Eigenschaften, sie aktivieren Lymphozyten, T-Helfer-Zellen schütten daraufhin Zytokine aus, die zytotoxische T-Zellen und Makrophagen auf den Plan rufen. Diese greifen dann wahrscheinlich die von HPV (Humane Papillom Viren) befallenen Zellen an.

Sowohl die amerikanischen Centers for Disease Control und Prevention wie auch die europäischen Richtlinien zum Management von Genitalwarzen empfehlen in ihren Therapierichtlinien die Sinecatechine in Veregen. Aktuell hat Medigene Vermarktungspartner in den USA, Spanien, Serbien, den Niederlanden und in Taiwan, der weitere Ausbau solcher Partnerschaften ist ein wichtiges strategisches Unternehmensziel.

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