PantherMedia 1893205Einer Restrukturierung bei der Martinsrieder 4SC AG fallen rund 15% der Mitarbeiter zum Opfer. Wie das Unternehmen mitteilte, werden vor allem Stellen in der Verwaltung, in der präklinischen sowie der klinischen Entwicklung gestrichen. Dies sind die Auswirkungen der vor wenigen Wochen angekündigten strategischen Neuausrichtung des Unternehmens.

Erst kürzlich meldete 4SC, sich künftig bevorzugt auf den wichtigsten Entwicklungskandidaten Resminostat zu konzentrieren, und sich im Rahmen dieser Neuausrichtung bis Jahresende von etwa 13 seiner Mitarbeiter zu trennen. Resminostat ist ein oral zu verabreichender Histon-Deacetylase-Inhibitor, also eine Verbindung, die das Enzym Histon-Deacetylase hemmt und auf diese Weise den programmierten Zelltod, die Apoptose, induziert. Im Gegensatz zu vielen anderen zelltoxischen Substanzen – die nur während der Zellteilung eine Wirkung entfalten – wirkt Resminostat auch in nicht sich aktiv teilenden Krebszellen. Aktuell befindet sich der Wirkstoffkandidat in der klinischen Entwicklung bei drei verschiedenen Indikationen: Leberzellkarzinom, Kolorektales Karzinom und Hodgkin Lymphom.

Standortschließung
Neben der Mitarbeiterreduktion schließt das Unternehmen auch den Standort Überlingen-Bonndorf, der im Zuge der Übernahme des Krebs-Portfolios der Nycomed-Altana Bestandteil von 4SC wurde. Laut 4SC verfolgt diese Maßnahme mehrere Ziele: Neben einer langfristig gestärkten Positionierung der 4SC Group im Markt sollen die Kostenstrukturen effizienter werden, darüber hinaus soll eine gezieltere Ausrichtung der finanziellen Ressourcen auf die Leadkandidaten in der Pipeline ermöglicht werden. Zwar wird die Restrukturierung in der Jahresbilanz 2013 einen einmaligen moderaten Sonderaufwand bewirken, ab 2014 werden sich aber die Personalkosten deutlich senken. Die Einsparungen werden gemäß der Rechnung des Biotech Unternehmens im oberen sechsstelligen Bereich angesiedelt sein und zu einer deutlich besseren Bilanz beitragen.

4SC Discovery nicht betroffen
Die Tocher, 4SC Discovery, ist von dieser Restrukturierung offebar nicht betroffen, wohl auch, weil sie erst jüngst mit UCB einen großen Pharmakunden an Land ziehen konnte. Die Frühphasenforschung bei 4SC Discovery sei für die Generierung von Cash und Unternehmenswert von großer Bedeutung für den Erfolg der Gruppe, und würde auch weiterhin mit allen nötigen Ressourcen ausgestattet, um den Wachstumskurs fortzusetzen, so die jüngste Presseerklärung zur Restrukturierung.

Enno Spillner, Vorstandsvorsitzender, kommentierte die Maßnahme folgendermaßen: „Obwohl uns die Entscheidung nicht leichtgefallen ist, war sie im Rahmen der Fokussierung unserer Entwicklungsstrategie und zur Stärkung unserer Wettbewerbsfähigkeit unumgänglich.“ Weitere Entlassungen sollen wohl erst einmal nicht folgen. Laut 4SC soll die Anpassung der Organisationsstruktur mit der Umsetzung der genannten strategischen Maßnahmen abgeschlossen sein.