Heute startet mit der BIO International Convention eines der wichtigsten Events für die globale Biotechnologie-Industrie. In den nächsten vier Tagen wird sich alles was Rang und Namen in der Branche hat im sonnigen San Diego, nicht weit von der mexikanischen Grenze, zu einem regen Austausch treffen. Das Event, das jedes Jahr in einer anderen Stadt organisiert wird, lockt Jahr für Jahr mehr als 2000 Aussteller und bis zu 20.000 Besucher aus aller Herren Länder an.

In einer Reihe von Workshops und Seminaren werden die neuesten Entwicklungen und Trends in der Biotechnologie und der Pharmaindustrie vorgestellt und die künftigen Herausforderungen der Branche diskutiert. Seit der letzten BIO International Convention gelang insgesamt 123 IPOs weltweit der Sprung an die Börse. Die 9,1 Mrd. USD, die durch die IPOs in den vergangenen Monaten in die Unternehmen flossen, waren eine Rekordsumme, sagt das in San Francisco ansässige und auf die Biotechnologie-Branche spezialisierte Unternehmen Burrill Equities. In den letzten 40 Jahren gab es keine Periode, die mehr IPOs verzeichnete und mehr Geld in die Branche spülte als die letzten 14 Monate.

Ein Spitzenplatz für die USA
Wie immer nehmen dabei die USA einen Spitzenplatz ein. 97 Unternehmen – 73 davon Medikamentenentwickler – wagten über dem Atlantik den Sprung an die Börse und sammelten insgesamt 7,5 Mrd. USD ein, wobei alleine 5,2 Mrd. USD auf die Arzneimittelentwickler entfielen. Deutlich magerer sah es dagegen im Rest der Welt aus, wo es lediglich 26 Biotechs an die Börsen zog. Sieben IPOs kamen aus Frankreich, fünf aus Japan, drei aus Taiwan und zwei aus Großbritannien.

Auch wenn Diskussionen über Medikamentenpreise, angeheizt durch Gilead Sciences’ leicht überzogene Preisvorstellungen für sein neues Hepatitis C Medikament, im März und April eine Korrektur in der Branche eingeleitet hatte, die Biotechnologie ist noch immer der am besten performende Sektor an der Wall Street, sagt Steven Burrill, CEO von Burrill Media. Ein Blick auf die Indizes zeigt, dass Burrill Recht hat. Der Burrill Biotech Select Index ist in der genannten Periode um satte 35,1 % geklettert. Im Vergleich dazu machte der breiter angelegte S&P 500 lediglich ein Plus von 23,2% und der Dow Jones Industrial Average notiert nur mit rund 15% im Plus. Sogar den Nasdaq Composite Index, der um 31% zulegte, konnte Burrills Biotech Index schlagen.

Die durchschnittliche Performance der 97 US-Börsenneulinge liegt bei rund 36%, die der 73 Medikamentenentwickler mit 44% sogar noch etwas höher. Auch im Bereich M&A regt sich langsam wieder Leben, auch wenn die letzten größeren Übernahmeversuche scheiterten. So holte sich Pfizer eine Korb von seinem Übernahmeziel AstraZeneca und auch Shire wollte sich nicht von AbbVie aufkaufen lassen. Lediglich die Übernahme der irischen Covidien für 42,9 Mrd. USD durch den Medizintechnikhersteller Medtronic verlief erfolgreich. Mit weiteren Mega-Deals wird in diesem Jahr gerechnet.

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