Wie Prima BioMed Ltd. mitteilte, hat die U.S. Patent- und Markenbehörde (USPTO – United States Patent and Trademark Office) für die Patentanmeldung, die sowohl Entwicklungen der Immuntherapie CVac als auch deren Verwendung schützen soll, eine „Notice of Allowance“ an das Unternehmen überstellt. Eine finale Erteilung des Patentes sollte daher nur noch Formsache sein. Der Aktienkurs des Pennystocks legte an der deutschen Börse um mehr als 80% zu. Bei CVac handelt es sich um eine personalisierte Immuntherapie, die dendritische Zellen, also spezielle Zellen des menschlichen Immunsystems, des jeweiligen Patienten nutzt, um daraus eine wirksame Therapie gegen verschiedene Krebserkrankungen zu machen. Aktuell entwickelt Prima BioMed, dessen Aktie an der Australischen Börse, der US-Börse Nasdaq und an der deutschen Börse gelistet ist, CVac als eine mögliche Therapie beim Ovarialkarzinom (Eierstockkrebs) und beim Pankreaskarzinom (Bauchspeicheldrüsenkrebs).

Muc-1-Überexpression weist auf Krebs hin
Um das Medikament CVac zu erhalten, werden patienteneigene dendritische Zellen aus dem Blut von Patienten isoliert und nach Aufreinigung und Kultivierung mit dem Krebs-Antigen Mucin-1 beladen, welches mit einem bestimmten Fusionsprotein konjugiert ist. Mucin-1 ist ein im Körper natürlich vorkommendes Transmembran-Protein – ist also in den Zellmembranen verschiedener Körperzellen lokalisiert. Da Mucin-1 aber auf einigen Tumoren überexprimiert wird, hat es sich zu einem Tumormarker etabliert, der bei erhöhten Konzentrationen einen ersten Hinweis auf Krebs geben kann.

Krebszellen verlieren durch ein Zuviel an Mucin-1 wohl ihre Polarität wodurch sich die Zelladhäsion vermindert. Es wird deshalb spekuliert, dass Mucin-1 die Metastasenbildung initiieren könnte. Durch die Kopplung von Mucin-1 an dendritische Zellen will Prima BioMed erreichen, dass das Immunsystem zytotoxische T-Zellen gegen Mucin-1 synthetisiert, welche ihrerseits die Zerstörung der Mucin-1 tragenden Krebszellen in die Wege leiten sollen.

Patent-Portfolio vollständig
Matthew Lehman, CEO bei Prima BioMed, sieht in der Gewährung dieses wichtigen Schlüsselpatents in den USA, das Verfahren bezüglich Zusammensetzung und Verwendung von CVac zur Erzeugung einer zytotoxischen T-Zellantwort gegen das Mucin-1-Antigen schützen soll, einen wichtigen Meilenstein für das Unternehmen. Damit wäre nicht nur das Patent-Portfolio hinsichtlich CVac vollständig, sondern auch sämtliche Patentanmeldungen wären erfolgreich verlaufen. Gegenwärtig befindet sich CVac vor allem in klinischen Studien der Phase II. Sollten diese erfolgreich verlaufen, muss CVac in Phase III noch seine Überlegenheit beweisen, danach sollte der neuen Tumortherapie nichts mehr im Wege stehen.

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