Glaubt man dem Kooperationspartner MorphoSys, der den muskelaufbauenden Antikörper Bimagrumab, auch bekannt unter der Bezeichnung BYM338, gemeinsam mit Novartis entwickelte, winken den beiden Unternehmen schon bald gigantische Umsätze im mehrstelligen Milliardenbereich. Die Prognose, die MorphoSys Chef Simon Moroney erst kürzlich auf einem Investoren-Event in München machte, wurde von Bloomberg publiziert. Die Indikationen für einen solchen Antikörper sind laut Moroney vielfältig, weshalb das Umsatzpotenzial wohl auch so hoch eingeschätzt werde.

Zwar plane Novartis die erste Zulassung des Antikörpers zur Behandlung einer seltenen Krankheit – einer speziellen Form der Muskelentzündung, die durch eine Schwächung der Muskulatur charakterisiert ist – doch der Antikörper eigne sich zur Anwendung bei einer ganzen Reihe von Erkrankungen. In 2016 ist die Überstellung des ersten Zulassungsantrages geplant. Auch wenn Novartis primär der Profiteur einer Zulassung sein wird, MorphoSys winkt immerhin eine Umsatzbeteiligung im mittleren einstelligen Bereich – bei 4 Mrd. USD kein Pappenstiel. Die Umsatzschätzung wurde von Novartis bisher nicht bestätigt, so eine Sprecherin des in Basel in der Schweiz ansässigen Pharmakonzerns.

Aktuell wird Bimagrumab für einen Einsatz bei einer ganzen Reihe von Krankheiten getestet. Ganz besonders hohe Umsätze erwartet MorphoSys Chef Moroney von Krankheiten wie der Kachexie. Die unter dem Namen Auszehrung bekannte Störung kommt oft in Patienten mit bösartigen Tumoren vor und geht mit Gewichts- und Muskelverlust einher. Gute Umsätze erwartet man bei MorphoSys auch bei der Behandlung der chronisch-obstuktiven Lungenerkrankung, für die sich der Antikörper ebenfalls eignen könnte. Die Prognose, so Moroney, sei das Ergebnis einer von MorphoSys in Auftrag gegebenen externen Studie. Das Papier legte nach Veröffentlichung der Nachricht um etwas mehr als 3 EUR zu.

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