Die MOLOGEN AG hat nach eigenen Angaben im vergangenen Jahr wichtige strategische Meilensteine erreicht: Eine wesentliche Entwicklung bestand demnach in der Vorbereitung des ersten Lizenz- und Kooperationsvertrags für die Weiterentwicklung und Vermarktung des Hauptprodukts Lefitolimod in China, der Anfang 2018 mit der US-amerikanischen ONCOLOGIE Inc. erfolgreich abgeschlossen wurde.

Vorstandsvorsitzende gibt Amt auf

Die Vorstandsvorsitzende der MOLOGEN AG, Dr. Mariola Söhngen, hatte unlängst mitgeteilt, dass ihr Amt als zum 31. Oktober aufgeben und eine Verlängerung ihres Mandats ablehnt. Über eine Nachfolge ist noch nichts bekannt.

Nachhaltige Finanzierung im Fokus

Die nachhaltige Finanzierung des Unternehmens stand auch 2017 im Fokus: Nach der erfolgreichen Begebung der Wandelschuldverschreibung im Januar 2017 sowie der Aktienbezugsvereinbarung mit dem US-Investor Global Corporate Finance folgten nach Abschluss des Berichtszeitraums die Ausgabe von Wandelschuldverschreibungen an den Luxemburger European High Growth Opportunities Securitization Fund (EHGO) sowie eine weitere erfolgreiche Kapitalerhöhung. Damit ist die Finanzierung von MOLOGEN voraussichtlich bis Ende 2018 gesichert, wie das Unternehmen bekanntgab.

Wesentliche Daten in zwei klinischen Studien

Neben den finanziellen und strategischen Erfolgen hat das Unternehmen 2017 auch auf Forschungs- und Entwicklungsebene wichtige Fortschritte erzielt. Für zwei klinische Studien wurden wesentliche Daten vorgestellt: Die Phase II-Studie IMPULSE in der Indikation kleinzelliger Lungenkrebs sowie die Phase Ib/IIa-Erweiterungsstudie TEACH in HIV, die in Kooperation mit der Universitätsklinik Aarhus durchgeführt wurde. Gemeinsam mit den Partnern in Aarhus und weiteren renommierten internationalen Zentren wird MOLOGEN voraussichtlich 2018 eine weitere klinische Studie in der Indikation HIV beginnen, finanziert vom biopharmazeutischen US-Unternehmen Gilead Sciences Inc. Dabei soll Lefitolimod in Kombination mit neuartigen virusneutralisierenden Antikörpern getestet werden.

Unterzeichnung des ersten Lizenzvertrags für Hauptwirkstoff Lefitolimod

Das Geschäftsjahr 2017 war demnach geprägt von den Aktivitäten rund um eine mögliche Auslizenzierung des Hauptwirkstoffkandidaten Lefitolimod. Im Februar wurde mit dem Vertragsabschluss mit der amerikanischen ONCOLOGIE Inc. dieser wichtige Meilenstein erreicht. Das auf Krebsmedikamente spezialisierte Unternehmen mit Niederlassungen in Boston, Massachusetts, USA sowie in Shanghai, China will neuartige personalisierte Arzneimittel im Bereich der Immuno-Onkologie entwickeln. Der Vertrag mit ONCOLOGIE umfasst die Entwicklung, Produktion und Vermarktung von Lefitolimod in China und weiteren asiatischen Ländern sowie ein weltweites gemeinsames Entwicklungsprogramm. Mit Abschluss des Vertrags hat MOLOGEN eine erste Zahlung in Höhe von drei Mio. EUR erhalten. Eine Kapitaleinlage in Höhe von zwei Mio. EUR wird innerhalb von zwölf Monaten nach Vertragsabschluss fällig. Darüber hinaus sieht der Vertrag Meilensteinzahlungen beim Erreichen bestimmter Entwicklungsziele beziehungsweise der Marktzulassung von Lefitolimod sowie beim Erreichen bestimmter Umsatzschwellen vor. Insgesamt können diese Zahlungen über einen Zeitraum von mehreren Jahren eine Größenordnung von mehr als 100 Mio. EUR umfassen. Außerdem wird MOLOGEN niedrige zweistellige Lizenzgebühren auf die im Markt erzielten Umsätze erhalten.

Sicherung der Finanzierung bis Ende 2018

Nach der Anfang 2017 erfolgreich begebenen Wandelschuldverschreibung mit einem Emissionsvolumen von 4,99 Mio. EUR, folgte im Oktober 2017 ein weiterer wichtiger Schritt hinsichtlich der Finanzierung des Unternehmens: Erstmals investierte mit Global Corporate Finance ein relevanter US-Investor in das Unternehmen und unterzeichnete eine Aktienbezugsvereinbarung zur Übernahme von bis zu 10% an MOLOGEN. Die Aktien kann MOLOGEN in Tranchen von bis zu 1 Mio. EUR über einen Zeitraum von 30 Monaten abrufen. Nach Abruf der ersten beiden Tranchen Ende 2017 und Anfang Februar 2018 sind MOLOGEN aus diesen Kapitalerhöhungen bereits rund 1 Mio. EUR zugeflossen.

Nach Ende des Berichtszeitraums hat MOLOGEN darüber hinaus einen Vertrag mit dem Luxemburger Finanzierungsanbieter European High Growth Opportunities Securitization Fund geschlossen. Im Rahmen dieses Vertrags kann MOLOGEN über einen Zeitraum von zwei Jahren bei dem Investor Wandelschuldverschreibungen im Wert von insgesamt bis zu 12 Mio. EUR platzieren. Bis heute wurden 1 Mio. EUR in Wandelschuldverschreibungen angedient.

Im März konnte MOLOGEN schließlich eine weitere Kapitalerhöhung aus genehmigtem Kapital erfolgreich abgeschlossen und Bruttoerlöse in Höhe von 4,9 Mio. EUR erzielt.

Weniger Aufwendungen für Forschung und Entwicklung

Die Aufwendungen für Forschung und Entwicklung betrugen im Geschäftsjahr 2017 14,0 Mio. EUR und lagen damit unter dem Wert des Vorjahres (17,0 Mio. EUR). Diese Entwicklung war vor allem auf niedrigere Studienkosten für die abgeschlossene IMPULSE-Studie und die voll rekrutierte IMPALA Studie zurückzuführen. Aufgrund des niedrigeren Aufwands für Forschung und Entwicklung verringerte sich der Verlust beim EBIT auf 18,7 Mio. EUR (Vj.: 21,0 Mio. EUR).

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