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Herausforderung IT

Vor allem die nötigen IT-Systeme sind teuer und komplex. Außerdem haben die Software-Hersteller klassische KMU noch nicht durchgängig als Zielkunden identifiziert. In der Konsequenz sind viele Software-Systeme gar nicht auf die Belange klassischer Mittelständler oder KMU zugeschnitten. Hier herrscht Nachholbedarf nicht nur auf Seiten der Medtech-Firmen. Die Lösung konnte im so genannten „Downgrading“ zu finden sein, also abgespeckte Programm für kleinere Unternehmen. Nur so kann auf die Anforderungen der Produktionsprozesse in in mittelständischen Firmen adäquat reagiert werden. Ob dann allerdings moderne IT-Systeme mit weniger modernen Produktionssystemen harmonieren, steht dann wieder auf einem ganz anderen Blatt. Viele KMU haben verständlicherweise Mühe, mit den rasanten technologischen Fortschritten mitzuhalten. In der Konsequenz entstehen neue Notwendigkeiten. So bedarf es eben nicht nur geeigneter IT-Systeme für den Mittelstand, gleichzeitig bedarf es Systeme, die in der Lage sind, ältere Maschinenparks für moderne IT-Systeme zu modifizieren – ohne dass ein Medtech-Mittelständler gezwungen ist, seine kompletten Produktionsanlagen auszutauschen.

Industrie 4.0: Kaum passende IT-Systeme für kleinere und mittlere Unternehmen. Rawpixel.com/Fotalia
Industrie 4.0: Kaum passende IT-Systeme für kleinere und mittlere Unternehmen. Rawpixel.com/Fotalia

Regularien beachten

Nicht zu vergessen, die Regularien. Veränderungen in Produktionsprozessen oder Prüfverfahren können nicht einfach nach Gutdünken vorgenommen werden. Sind bestimmte Abläufe und Prozesse erst einmal validiert, müssen sich die Unternehmen sehr genau überlegen, ob und in welcher Form sie davon abweichen wollen – und dürfen. Hier hat der Gesetzgeber ein starkes Wort mitzureden. An den hohen Qualitätsansprüchen für den Patienten darf schließlich nicht gerüttelt werden. Auch versicherungstechnische Fragen spielen im Zweifelsfall eine Rolle, je komplexer und individueller ein Produktionsablauf im Rahmen von Industrie 4.0 verläuft, desto schwerer sind einstmals geradezu in Stein gemeißelte Verfahren künftig nachzuvollziehen.

Fazit

Eine Industrie wie die Medizintechnik, in der viele Produkte passgenau und individuell gefertigt werden müssen, könnte ohne Zweifel von den Möglichkeiten einer Industrie 4.0 profitieren. Beispielsweise im Bereich von Implantaten und Prothesen liegen die Vorteile auf der Hand. Auch moderne Diagnose- und Analyseverfahren können von der digitalen Vernetzung profitieren. Notwendig hierfür sind jedoch moderne IT-Systeme, die auf die Bedürfnisse von kleinen und mittleren Medtech-Firmen abgestimmt werden. Umgekehrt müssen vorhandene Produktionsanlagen auf die Herausforderungen dieser Systeme abgestimmt werden. Mittelständische Unternehmen müssen bereit sein für Innovationen und mehr noch: für Investitionen. Im Zweifelsfall muss auch eine Überarbeitung bestehender Regularien angedacht werden. Und schließlich dürfen auch die vorhandenen Risiken nicht ausgeblendet werden: Wo Vernetzung, Digitalisierung und IT vermehrt Einzug halten, steigt die Gefahr von Datenverlusten oder Cyber-Angriffen. Ein Risiko, dem sich beileibe nicht nur Medtech-Firmen ausgesetzt sehen.

Über den Autor

Die GoingPublic Redaktion informiert über alle Börsengänge, Being Public, Investor Relations, Tax & Legal, Themen und Trends rund um die Hauptversammlung sowie Technologie – Finanzierung – Investment in den Lebenswissenschaften.

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