Dr. Bernhard Wandernoth
197666cf0_11996904,6_140x185Dr. Bernhard Wandernoth und Svenja Reiniger 

Von Svenja Reiniger und Dr. Bernhard Wandernoth, Neurofeedback NetzwerkDie Medizintechnikbranche kennzeichnet ein hoher Forschungsaufwand. Besonders kleine und mittelständische Unternehmen (KMU), die den Sektordurch zahlreiche Innovationen prägen, stehen vor der Herausforderung, in Entwicklung zu investieren und gleichzeitig Produkte auf dem Markt zu etablieren. Die enge Zusammenarbeit zwischen Wirtschaft und Forschung bzw. Anwendern in Klinik und Praxis ist dabei essenziell, um den medizinischen Anforderungen an Innovationen gerecht zu werden.

Innovationsnetzwerke, wie das Neurofeedback Netzwerk, bieten den Rahmen, um die notwendigen Kooperationen zur Technologieentwicklung zu stärken. Zudem werden durch den Dialog mit Anwendern und weiteren Healthcare-Partnern im Bereich Vertrieb und Schulung wichtige Impulse und Synergien erschlossen, die zur Etablierung der Produkte im Markt beitragen.

Gemeinsame Interessen entwickeln und Innovationen fördern        

Netzwerke, die sich entlang der Wertschöpfungskette orientieren, bieten hierfür den geeigneten organisatorischen Rahmen. Sie ermöglichen eine bedarfsgerechte Zusammenarbeit, um Ergebnisse aus Forschung und Entwicklung in die marktwirksame Weiterentwicklung von Produkten umzusetzen und die Markterschließung gemeinsam voranzutreiben. Entwickler, Hersteller und Lieferanten, Vertriebspartner, Forschungseinrichtungen und Anwender wie Praxen, Kliniken, Aus- und Weiterbildungsinstitute agieren im Neurofeedback Netzwerk als gleichberechtigte Partner.

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Quelle: Neurofeedback Netzwerk, München

Durch die Bündelung des spezifischen Fachwissens und der jeweiligen Ressourcen wird die Realisierung von Synergieeffekten in mehrfacher Hinsicht ermöglicht:

  • Das Technologie-Know-how der Partner wird gestärkt.
  • Die Produktpolitik kann sich unmittelbar an den Anforderungen der Geräteanwender orientieren und daran ausrichten, da Anwender direkt aus der Praxis wichtige Verbesserungsvorschläge an die Hersteller weitergeben.
  • Zudem können die Erfahrungen aus der Praxis kombiniert mit wissenschaftlicher Expertise zur Erschließung neuer Anwendungsgebiete genutzt werden.
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Mädchen bei einer Neurofeedback-Sitzung Foto: EEG Info, Singen

Unterstützung durch effizientes Netzwerkmanagement

Das unabhängige Netzwerkmanagement unterstützt die beteiligten Netzwerkpartner in vielerlei Hinsicht. Neben organisatorischen Dienstleistungen wie dem Auf- und Ausbau des Netzwerkes sowie der Durchführung und Planung von gemeinsamen Workshops ermöglicht das externe Netzwerkmanagement ein kontinuierliches Themen-Monitoring, definiert gemeinsame Zielsetzungen und analysiert fortlaufend Markt und Wettbewerb. Als besonders wichtig erweist sich zudem, durch zielgerichtete Öffentlichkeitsarbeit die Anwendung der Technologie zu fördern. Bei der Etablierung von Innovationen in der Medizintechnik muss daher – neben der Erfüllung von zahlreichen Zulassungsvoraussetzungen – die Akzeptanz bei medizinischen Anwendern und Patienten erarbeitet werden. So auch bei Neurofeedback.

Herausforderungen für die Marktdurchdringung

Um einen breiten Einsatz zu gewährleisten, muss eine Vielzahl an formalen Bedingungen erfüllt werden. Selbst eine erfolgreiche CE-Zertifizierung führt beispielsweise nicht unbedingt zur Kostenerstattung durch die gesetzlichen Krankenkassen. Neben den Ansprüchen der Versicherer gilt es, die Anforderungen der Anwender sowie der Patienten zu berücksichtigen. Das Ziel ist, den Betroffenen einen schnellen Zugang zu innovativen Produkten zu ermöglichen. Handlungsbedarf besteht hier im Hinblick auf die Steigerung des Bekanntheitsgrades. Denn obwohl zahlreiche Studien die Wirksamkeit dieser neuen Therapieform bei ADHS und anderen neurologisch determinierten Erkrankungen belegen, kennen nur wenige Betroffene Neurofeedback.

 

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Über den Autor

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