Welche Ansätze gibt es für die Zukunft, die einen medizinischen Fortschritt gewährleisten, aber zugleich auch einen ökonomischen Effekt haben? Mit dieser Frage eröffnete Dirk Roggenbuck, Konsortialsprecher des BMBF-unterstützten Zwanzig20-Forums „Initiative für personalisierte Diagnostik und Medizin“ (PARMENIDes) im Rahmen der gerade zu Ende gegangenen Fachmesse Biotechnica in Hannover die vom PARMENIDes-Netzwerkmanagement organisierte Session zum Thema „Innovationsführerschaft als strategische Option für die pharmazeutische Industrie: Perspektiven, Grenzen und die Rolle der Diagnostik“.

„Wir stehen vor dem hohen Ziel, allen das Bestmögliche an gesundheitlicher Versorgung zur Verfügung zu stellen“, erklärte Roggenbruck. „Hier leisten innovative In-vitro-Diagnostika einen entscheidenden Beitrag.“ Für Hubert Schindler vom Verband der Ersatzkassen lagen die wesentlichen Herausforderungen für diagnostische Innovationen im nachgewiesenen Nutzen und der therapeutischen Konsequenz. Die anschließend folgende von Georg Kääb vom BioM Cluster moderierte Podiumsdiskussion mit Jörg-M. Hollidt, Vorstandsvorsitzender des DiagnostikNet-BB, Christian Götting von der MVZ Labor Limbach Nürnberg GmbH, Christian Dierks von der Kanzlei DIERKS + BOHLE, Lutz Hager von der IKK Südwest und Lothar Guske von der STADA Arzneimittel AG widmete sich der Frage, wie Diagnostika dazu beitragen, innovative Arzneimitteltherapien schneller in den Markt und damit zum Patienten zu bringen.

Ein zentrales Thema hierbei bildete auch die Kostenfrage, zu der die Industrievertreter auf dem Podium die Position vertraten, dass Innovationen nicht von vornherein stigmatisiert werden sollten, nur weil sie etwas kosten. Evidenzbasierte Diagnostika könnten helfen zu klären, ob der Patient wirklich von einer Therapie profitiert. Die relativen Gesamtaufwendungen für Diagnostik sollten erhöht werden, weil diese letztlich der Wegweiser für stabile Richtungsentscheidungen im Dschungel der personalisierten Medizin seien.

Sehr bedeutsam sei auch die Frage, ob die Strategie für die Markteinführung des Diagnostikums frühzeitig und sorgfältig geplant wurde, betonte Schindler vom vdek in seinem Vortrag. Dieser Aspekt spielte neben wissenschaftlich-technologischen Ansprüchen auch eine wichtige Rolle bei der Auswahl der vier von insgesamt 39 Projektskizzen, die beim Ideenwettbewerb „Diagnostische Innovationen für die personalisierte Medizin“ eingereicht wurden. Die Siegerkandidaten präsentierten und diskutierten im Rahmen der PARMENIDes-Session ihre interdisziplinären Vorhaben mit dem Auditorium.

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