Advanced Accelerator Application (AAA), ein auf molekulare Nuklearmedizin spezialisiertes international agierendes Unternehmen, entwickelt und vermarktet Innovationen für die Diagnostik und die Therapie. Der Fokus des Unternehmens, das seinen Sitz im französischen Saint-Genis-Pouilly hat, liegt auf molekularen bildgebenden Verfahren und zielgerichteten Therapien, auch zur Behandlung von Krebserkrankungen. Die jüngst abgeschlossene Finanzierungsrunde, angeführt von HBM Healthcare Investments, sorgte nun für frisches Kapital in Höhe von 41 Mio. EUR – 20 Mio. EUR stammen dabei alleine vom Investor HBM Healthcare.

In seinen 17 Produktions-, Forschungs- und Entwicklungsstätten, die über den ganzen Globus verteilt sind, stellt AAA Produkte für die bildgebenden Verfahren PET (Positronen-Emissions-Tomographie) und SPECT (Einzelphotonen-Emissionscomputertomographie) her und erzielt mit dem Verkauf seiner Diagnostikprodukte bereits seit 2006 Gewinne. Der Cashflow dient der Entwicklung therapeutischer Innovationen. Das frische Kapital soll nun vor allem die therapeutische Nuklearmedizin der Firma schneller voranbringen.

Der Fokus liegt hier unter anderem auf dem Theragnostikum Lu-DOTATATE (Lutathera®), derzeit in einer klinischen Phase-III-Studie in 51 Zentren in den USA und der EU für die Indikation neuroendokrine Tumore im Verdauungstrakt. Theragnostika vereinen ein Diagnostikum und ein Therapeutikum im selben Produkt und verringern so die Kosten der meist sehr teuren bildgebenden Verfahren.

Die finanziellen Mittel sollen neben der klinischen Entwicklung des Portfolios auch die Expansion in die USA beschleunigen. Dr. Andreas Wicki, Geschäftsführer von HBM Healthcare Investments, der auch als Mitglied des Verwaltungsrats der AAA vorgeschlagen wurde, sieht AAA als eine wertvolle Ergänzung seines Portfolios und ein hervorragendes Beispiel für die HBM Healthcare Anlagestrategie im Private-Equity-Bereich.

Über Lutathera
Lutathera ist eine radioaktiv markierte Verbindung die wie Somatostatin wirkt und deshalb zur Behandlung metastasierter karzinomähnlicher Tumore des Verdauungstraktes (Magen, Darm, Bauchspeicheldrüse) genutzt werden kann. Dabei tötet es Tumorzellen durch die selektive Bindung an Somatostatin-Rezeptoren, die auf Tumorzellen sehr viel häufiger vorkommen. Somatostatin gehört zu den Hormonen und wird von bestimmten Zellen im Verdauungstrakt gebildet wo es seine Wirkung über die Bindung an Rezeptoren auf der Zelloberfläche ausübt. Für die Krebstherapie ist es deshalb interessant, weil es die Ausschüttung von Wachstumshormonen hemmt und an der Einleitung des programmierten Zelltods beteiligt zu sein scheint.

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