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Die deutsch-spanische Sygnis AG hat sich auf die Entwicklung und Vermarktung neuartiger Produkte für die DNA-Amplifikation und Sequenzierung konzentriert. Um das eigene Produktportfolio zu erweitern und den internationalen Vertrieb zu stärken, wurden Pläne geschmiedet, das britische Unternehmen Expedeon Holdings zu übernehmen. Das Proteomik-Unternehmen verfügt neben Großbritannien auch über Niederlassungen in den USA und Singapur. Zur Finanzierung der Transaktion wurde auf der kürzlich erfolgten Sygnis-Hauptversammlung eine Barkapitalerhöhung durch die Ausgabe neuer Aktien beschlossen.

Schon im Mai dieses Jahres wurde die Entscheidung getroffen, das Grundkapital der Sygnis AG um bis zu 20,5 Mio. EUR auf über 37,3 Mio. EUR zu erhöhen. Der Stückpreis der neuen Aktien wurde nun auf 1,10 EUR festgelegt, die Zeichnungsfrist endet am 12. Juli. Bestehenden Aktionären von Sygnis und Expedeon wurde zunächst ein Bezugsrecht eingeräumt, im Anschluss seien gegebenenfalls auch Privatplatzierungen möglich, teilte die Sygnis AG im Rahmen einer Ad-hoc-Mitteilung mit. Den zu erwartenden Erlös wollen die Verantwortlichen für transaktionsbezogene Aufwendungen, einschließlich eines Barausgleichs in Höhe von 1,7 Mio. EUR an Expedeon-Aktionäre, einmalige Integrationskosten sowie zur Finanzierung des Working Capital verwenden.

Expedeon mit internationaler Vertriebserfahrung
Das Ziel der Begierde, die britische Expedeon Holdings, konzentriert sich auf Entwicklung, Herstellung und Vertrieb von Produkten für den Proteomik-Markt, ein Geschäft, welches sich künftig mit dem Sygnis-Geschäftsbereich der DNA-Amplifikation und –Sequenzierung ergänzen soll. „Unsere Strategie basiert auf Innovationen von gängigen Produkten, die in Laboren, in denen mit Proteinen gearbeitet wird, Standard sind“, erläutert Expedeon-CEO Heikki Lanckriet. Der entsprechende Markt gilt als einer der beiden wichtigsten innerhalb der Molekularbiologie überhaupt. Zu den Produktarten aus dem Expedeon-Portfolio gehören beispielsweise gebrauchsfertige Acrylamidgele, Protein-Kontrastmittel, Reagenzien zur Proteinquantifizierung, Protein-Aufreinigungsharze und Protein-Auflösungs-Reagenzien. „Unser Ziel ist die Bereitstellung von qualitativ hochwertigen, einfachen und schnellen Lösungen für die Proteinforschung“, so Lanckriet.

Expedeon-CEO Heikki Lanckriet: "Wir wollen ein wichtiger Akteur im Bereich Reagenzien und Consumables werden." Expedeon Holdings
Expedeon-CEO Heikki Lanckriet: „Wir wollen ein wichtiger Akteur im Bereich Reagenzien und Consumables werden.“ Expedeon Holdings

Gegründet wurde Expedeon im Jahr 2003 als Spin-off der Universität Cambridge. Nachdem 2007 erste Kommerzialisierungsaktivitäten gestartet wurden, konnte bereits zwei Jahre später das Unternehmen PageGel aus San Diego übernommen werden. Auf diese Weise gelang Expedeon schon früh der Eintritt in den lukrativen US-Markt. 2013 wurde schließlich ein Vertriebsbüro in Singapur eröffnet. Zusätzlich zu den Aktivitäten der eigenen Vertriebsmannschaft und dem Distributionsnetzwerk konnte Expedeon mehrere OEM-Vereinbarungen mit bedeutenden Lieferanten im Markt abschließen. CEO Lanckriet verweist vor allem auf die lukrative Partnerschaft mit einem globalen Tier-1-Lieferanten von Life-Science-Reagenzien für die Versorgung von Precast Gels. Ende 2015 wurde darüber hinaus eine OEM-Vereinbarung mit dem chinesischen Marktführer in Gel-Dokumentationssystemen unterzeichnet. „Diese Systeme werden dazu verwendet, um die von Expedeon produzierten Gele nach ihrer Anwendung zu fotografieren und zu analysieren“, erklärt Lanckriet.

Sygnis: Zeit bis zum Markteintritt verkürzen
Durch den Zusammenschluss von Sygnis und Expedeon entsteht ein Genomik- und Proteomik-Spezialist mit einem breiten Produktportfolio. Dabei will Sygnis vor allem die internationale Vertriebserfahrung Expedeons nutzen. „Expedeon hat bestehende OEM-Vereinbarungen mit weltweit führenden Reagenzien-Unternehmen. Über diese Vertriebskanäle wollen wir die Nachfrage nach Sygnis-Produkten im US-Markt sowie den asiatischen Märkten steigern und die Zeit bis zum Eintritt unserer eigenen Produkte in den Markt verkürzen.“, unterstreicht Sygnis-CEO Pilar de la Huerta. Schon heute generiert Expedeon rund 30% seines Umsatzes in den USA. Dabei hat sich der Umsatz des Unternehmens in den vergangenen vier Jahren konstant erhöht.

Als Folge der geplanten Übernahme durch die Sygnis AG sieht Expedeon-Gründer Lanckriet gute Chancen, das eigene Produktportfolio mit dem Zugang zum Genomik-Bereich auszubauen und zu erweitern. „Wir wollen ein wichtiger Akteur im Bereich Reagenzien und Consumables werden“, unterstreicht Heikki Lanckriet. „Der NGS-Markt ist momentan einer der Märkte mit den höchsten Wachstumsraten im Bereich der Molekularbiologie. Derzeit ist Expedeon nicht in diesem Segment positioniert und mit der Transaktion kann das kombinierte Unternehmen beide Märkte adressieren, nämlich Genomik und Proteomik.“

Starkes Upside-Potenzial
Im vergangenen Jahr erzielte die Sygnis AG einen Umsatz von 0,6 Mio. EUR, Expedeon erzielte im selben Zeitraum Umsatzerlöse über 1,9 Mio. Pfund. „Mit den Bruttomargen, die unsere Produktlinien ermöglichen, sollten wir in der Position sein, ein gutes Gewinnwachstum zu generieren“, schließt Heikki Lanckriet. Und seine Kollegin, Sygnis-CEO Pilar de la Huerta ergänzt: „Wir schätzen, dass unser gemeinsamer Pro-Forma-Umsatz 2016 den Wert von fünf Mio. EUR übersteigen wird, mit einem starken Upside-Potenzial in 2017.“

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