Krebszellen sind so individuell wie wir Menschen – was bei einem Tumor wirksam ist, kann bei einem anderen ohne jegliche Wirkung bleiben. Der individualisierten Krebstherapie gehört deshalb die Zukunft. Um jeden Patienten individuell zu behandeln, ist jedoch das Wissen um die jeweilige genetische Ausstattung der Krebszellen notwendig. Am NCT in Heidelberg soll eine individuelle Krebstherapie schon bald Standard werden und Dietmar Hopp will diesen Ansatz mit 15 Mio. EUR unterstützen. Der Mitbegründer des Software Konzerns SAP, der 1995 die Dietmar Hopp Stiftung gründete, hat seit Gründung schon insgesamt etwa 375 Mio. EUR für Projekte gemeinnütziger Organisationen in den Bereichen Jugendsport, Medizin, Soziales und Bildung ausgeschüttet. Seine Stiftung zählt zu den größten Privatstiftungen Europas.

Individuelle Therapie ab 2015

Auch wenn die Initiative des Deutschen Krebsforschungszentrums (DKFZ) und des NCT (beide in Heidelberg) bereits ab 2015 Krebspatienten eine Erbgutanalyse ihrer Krebszellen und eine möglichst individuelle Therapie empfehlen will, werden zunächst erst einmal 1.000 Patienten davon profitieren können. Denn erst einmal soll die individualisierte Tumortherapie im Rahmen einer klinischen Studie evaluiert werden. Nach positiven Ergebnissen hoffen NCT und DKFZ auf eine Kostenerstattung durch die Krankenkassen, so dass alle Patienten profitieren könnten. Dietmar Hopp will mit seiner Unterstützung bald allen Krebspatienten die Möglichkeit eröffnen, an den medizinischen Fortschritten zu partizipieren. Ein Schwerpunkt seiner Stiftung ist die Förderung medizinischer Entwicklungen, die Patienten und deren Angehörigen zugute kommen.

Drei Kooperationspartner mit an Bord

An dem Projekt sind neben dem NCT und dem DKFZ auch die Unternehmen SAP AG, Molecular Health GmbH und GATC Biotech AG beteiligt. Dabei wird das Biotechnologie-Unternehmen unter zertifizierten Bedingungen das Erbgut der Krebszellen der Studienteilnehmer analysieren. Der IT-Konzern SAP AG steuert seine innovative In-Memory Technologie – SAP HANA – zur Echtzeitanalyse und zum Datenmanagement bei. Und die Molecular Health GmbH fokussiert sich auf die individuelle Tumordatenanalyse und liefert die Interpretation der Gendaten im klinischen Kontext. Dafür nutzt das Unternehmen seine Software TreatmenMAP™, die aus dem Ergebnis eine individuelle Therapieempfehlung für den Onkologen schneidert.

Zwei sich ergänzende Ansätze

Im Rahmen der Initiative soll mit zwei sich ergänzenden Ansätzen gearbeitet werden. So wird das DKFZ das gesamte Erbgut der Krebszellen auf relevante Mutationen untersuchen. Während im Labor von GATC Biotech nur rund 600 für Krebs relevante Gene auf Veränderungen untersucht werden. Die erhaltenen Daten werden dann mittels TreatmentMAP™ interpretiert und vergleichbar gemacht. „So möchten wir herausfinden, ob sich im Gesamtgenom weitere wichtige Veränderungen befinden, die Entstehung und Verlauf der Krankheit beeinflussen bzw. eine Relevanz für die Therapieentscheidung besitzen“, erklärt Christof von Kalle das erwähnte Vorgehen.

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