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Die TolerogenixX GmbH verfügt über eine patentierte Technologie, mit der unerwünschte Abwehrreaktionen des Immunsystems gezielt abgeschaltet werden können. Die Zelltherapie hat großes Potential bei Transplantationen und Autoimmunerkrankungen Eine klinische Phase 1-Studie wurde erfolgreich abgeschlossen, die Phase 2-Studie ist bereits in Planung.

 

Herr Dr. Schaier, das Unternehmen TolerogenixX kurz vor. Was ist Ihr Alleinstellungsmerkmal?

Mit unserer Zelltherapie können wir unerwünschte Abwehrreaktionen des menschlichen Immunsystems unterbinden. Die ist besonders bei Transplantationen, aber auch bei Autoimmunerkrankungen wichtig. Bei Transplantationen beispielsweise stößt das Immunsystem ein  fremdes Spenderorganohne Therapie ab.. Die heutige Antwort der Medizin lautet Standard-Immunsuppression. Diese medikamentöse Behandlung bestehend aus mindestens drei Substanzen muss lebenslang durchgeführt werden, am bekanntesten ist Cortison. Dadurch entstehen erhebliche Nachteile, wie ein erhöhtes Infekt- und Tumorrisiko sowie natürlich hohe Kosten.

Unsere Therapie bewirkt, dass das eigene Immunsystem fremdesGewebe oder Zellen annimmt, gleichzeitig aber seine natürliche Abwehrreaktion gegenüber schädlichen Bakterien, Zellen, Viren oder Pilzen behält. Unser Verfahren erzielt über die patentierte Behandlung von weißen Blutkörperchen eine für den einzelnen Patienten maßgeschneiderte Immunmodulation. Vor Transplantation beispielsweise werden die Blutzellen des Organspenders mit unserem patentierten Verfahrenbehandelt und die veränderten Zellen dem Empfänger noch am gleichen Tag infundiert, dieser entwickelt dann eine spenderspezifische Toleranz gegenüber seinem Organspender. Wird das Spenderorgan dann transplantiert, wird dieses vom Immunsystem des Empfängers nicht mehr als fremd erkannt und toleriert. Diese maßgeschneiderte Therapie ist einfach klinisch einsetzbar. Das Verfahren kann aber auch auf eine Vielzahl von Autoimmunerkrankungen übertragen werden.

Das Unternehmen wurde Ende 2016 gegründet. Welche Motivation und Intention haben Sie damals verfolgt? War es eine Gründung aus einer Hochschule heraus?

Wir haben bereits in den Jahren zuvor mit einem Team von Wissenschaftlern an der Universität Heidelberg zu diesem Thema präklinisch geforscht. Um anschließend in die klinische Forschung einzusteigen, mussten wir zunächst den notwendigen GMP-Standard herstellenIm Jahr 2013 haben wir dann einen Antrag auf eine EXIST-Forschungsförderung eingereicht, mit dessen Bewilligung wir dann die klinische Phase 1 vorbereiten und durchführen konnten. Mit Unterstützung eines Seed-Investments durch den Hightech-Gründerfonds konnten wir dann die Nachbereitung zu dieser Phase 1 durchführen. Die Ergebnisse der Phase 1 Studie bei Lebendnierentransplantation zeigen nicht nur die exzellente Verträglichkeit, sondern stellen eindrucksvoll die Wirksamkeit des TolerogenixX-Verfahrens dar.

Die klinische Phase 1-Studie wurde im April 2017 erfolgreich abgeschlossen. Wie steht es um die Planungen einer Phase 2-Studie?

Wir wollen im Herbst dieses Jahrs nach Abschluss einer weiteren Finanzierungsrunde mit der klinischen Phase 2-Studie beginnen. Diese wird an zehn Zentren mit insgesamt 120 Patienten durchführen. Das Ende der Studie ist für 2021 geplant. Sollten die Studienergebnisse entsprechend gut ausfallen, könnten wir eventuell mit einer vorzeitigen Zulassung unseres Verfahrens rechnen.

Wie hoch schätzen Sie das Marktpotenzial in Ihrem Segment?

Es ist ohne Zweifel ein sehr großes Marktpotenzial, welches wir mit unserem Verfahren adressieren können. Allein der Markt für Transplantationen wir auf rund 6 Mrd. EUR weltweit geschätzt, der Markt für Autoimmunerkrankungen gar auf 60 Mrd. EUR.

Wird TolerogenixX seine Therapie bis zur Marktreife selbständig entwickeln? Wann ist damit zu rechnen? Oder ist eventuell eine Auslizensierung an einen strategischen Partner geplant bzw. eine sinnvolle Alternative?

Wir gehen davon aus, dass wir uns nach Abschluss der klinischen Phase 2-Studie einen strategischen Partner suchen werden. Eine Alternative wäre die Auslizensierung einer einzelnen Indikation, etwa im Bereich Transplantation, die dann von einem Partner in die klinische Phase 3 geführt wird. Im Moment verfügen wir allerdings noch über keinen strategischen Partner. Derzeit gehen wir vor allem mit unserer Technologie und den ersten klinischen Ergebnissen in die Öffentlichkeit, präsentieren uns auf Kongressen und arbeiten an einer Publikation.

Über den Autor

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