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In der jüngst abgeschlossenen Finanzierungsrunde sicherte sich die in München ansässige Definiens AG eine Summe von 15 Mio. EUR. Das Geld soll der weiteren Verbreitung einer zur Krebsdiagnostik und verbesserten Krebstherapie entwickelten Software dienen, welche Ärzten Diagnose und Behandlung von Patienten erleichtert. Die Finanzierungsrunde wurde von Wellington Partners und Gilde Healthcare angeführt und schloss weitere bereits existierende Investoren wie Cipio Partners und die TVM Capital ein. Im Rahmen der Finanzierung wurde zudem Rainer Strohmenger, Partner und Geschäftsführer bei Wellington, in den Vorstand der Definiens AG aufgenommen.

Individuelle Gewebeanalyse automatisieren
Der von Definiens etablierte Begriff „Tissue Phenomics“ bezeichnet die Summe aller Daten, die in individuellen Gewebeproben versteckt sind: Dazu gehören die Form und Größe der verschiedenen Zellen sowie auch ihre Verbindungen untereinander. Auch die an die jeweiligen Zellen bindenden Farbstoffe und andere bindende Substanzen, die zur Analyse genutzt werden können, fallen unter den Begriff des Gewebephänotyps, der somit die Gesamtheit aller Eigenschaften eines Gewebes darstellt.

Mit einer speziellen Bildanalyse-Software, die vom Gründer und Nobelpreisträger Gerd Binnig erfunden wurde, will Definiens den Prozess der Datenextraktion aus Gewebeproben, der mit alten Methoden noch sehr viel Zeit verschlingt, automatisieren und damit extrem beschleunigen. Letztlich will Definiens die Summe der zellulären Besonderheiten eines Individuums im Rahmen einer Erkrankung als eine Art komplexen Biomarker etablieren. In der Grundlagenforschung ist das Unternehmen bereits ein Marktführer, mit über 50 % Marktanteil im Bereich Bildanalyse-Software für die Life Sciences.

Die frischen finanziellen Mittel sollen auch dazu beitragen, das einzigartige Diagnosetool zu einer Standardanwendung im Rahmen der Krebsdiagnostik zu machen. Geplant sind hierzu Partnerschaften mit führenden medizinischen Zentren und verschiedenen Pharmaunternehmen. Ziel ist, Diagnostik wie auch Therapie im Bereich Krebs basierend auf Gewebeuntersuchungen sicherer und gleichzeitig effizienter zu gestalten. Das neue Verfahren soll nicht nur die Prognosen von Ärzten im Rahmen einer Krebserkrankung verbessern, sondern auch die personalisierte Therapie voranbringen, indem es die Patienten ausfiltert, die auf eine ganz bestimmte Therapien effizient ansprechen.

Mit „Big Data“ zu besseren Diagnosen und Therapien
„Tissue Phenomics“ selbst basiert auf einer Erfindung von Gerd Binnig, der „Cognition Network Technology“, die den „Big Data“ Ansatz nutzt, um die zahlreichen in Gewebeproben versteckten Daten für eine optimierte Diagnostik und Therapie in der Onkologie und Immunologie nutzt. Rainer Strohmenger, der das Unternehmen im Rahmen seiner Tätigkeit bei Wellington Partners schon seit Jahren verfolgt, ist vom visionären Konzept wie auch von der spannenden Technologie beeindruckt.

Die Informationstechnologie, so glaubt auch Gerald Möller von Definiens, wird die Medizin zunehmend verändern. Sowohl Diagnose als auch Therapie, aber auch die Wirkstoffentwicklung werden sich durch die Digitalisierung und die Analyse großer Mengen medizinisch relevanter Daten dramatisch verändern. Erst mit Hilfe von Software, die diese Datenmengen handeln und sicher auswerten kann, wird personalisierte Medizin möglich und wohl auch bezahlbar. Definiens will hier definitiv eine entscheidende Rolle spielen, sagt Möller, vor allem in den Bereichen Pathologie, Krebs und Immunologie sieht sich das Unternehmen sehr gut aufgestellt.

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