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Clickmer Systems, ein Ausgründungsprojekt der Uni Bonn, ist neues Mitglied im Life Science Inkubator Bonn. Dadurch sichert sich das Projektteam innerhalb der LSI-Infrastruktur nicht nur eine Finanzierung in Höhe von 1,73 Mio. EUR aus Mitteln des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF), sondern auch die Unterstützung durch weitere Experten im Bereich Life Science. Künftig will das Team seine Technologie weiterentwickeln und eine Produktpalette aufbauen.

Alternative zu Antikörper-basierter Detektion mit besserer Reproduzierbarkeit und größerer Zuverlässigkeit

Clickmer Systems entwickelt Clickmere, eine synthetische Alternative zu Antikörpern. Clickmere sind chemisch modifizierte Nukleinsäuren, die ihre Zielstrukturen – meist Proteine – höchst sensitiv, spezifisch und reproduzierbar binden. Damit sind sie zum Beispiel in der Diagnostik, aber auch in der Forschung einsetzbar und bieten eine Alternative zu den häufig verwendeten Antikörpern, die in biologischen Systemen produziert werden. Clickmere dagegen werden vollständig synthetisch hergestellt. Daraus ergeben sich verringerte Chargendifferenzen und eine deutlich verbesserte Reproduzierbarkeit der Ergebnisse. Entsprechend eignen sich Clickmere vor allem für die Diagnostik, weil hier gleichbleibende Qualität der eingesetzten Materialien und Reproduzierbarkeit nötig sind. Diese Reproduzierbarkeit lässt sich durch ein einmal etabliertes und validiertes chemisches Syntheseverfahren bei Einhaltung von GLP- & GMP-Richtlinien garantieren – ein wichtiger Differenzierungsfaktor zu biologischen Produktionsprozessen. Ein weiterer Vorteil: Clickmere erlauben auch die Detektion wichtiger Zielproteine, für die bislang keine Antikörper erhältlich sind.

Erster „proof of concept“ ist erbracht

Die Clickmer-Technologie stammt aus der Arbeitsgruppe von Professor Günter Mayer an der Universität Bonn. Dabei handelt es sich um modifizierte Aptamere, eine Molekülklasse, die durch Pionierarbeiten von Professor Michael Famulok, ebenfalls an der Universität Bonn, eingeführt wurde. Die Arbeitsgruppen Mayer und Famulok beschäftigen sich seit Jahren mit neuen, vollsynthetischen Detektionsreagenzien, die bessere Eigenschaften als die etablierten Antikörper-Verfahren aufweisen. Die Clickmer Systems Projektgruppe konzentriert sich zunächst auf die Anwendungen ELISA (Diagnostik) und Westernblot (Forschung). Während ihrer Forschungsarbeiten in den Arbeitsgruppen Mayer und Famulok haben die beiden Mitgründerinnen Dr. Nora Karnowski und Dr. Maren Hamann einen ersten Wirksamkeitsnachweis („proof of concept“) für ein passgenaues Clickmer zur Anwendung im Westernblot erarbeitet.