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Der High-Tech Gründerfonds (HTGF) investiert zusammen mit der BBM und einem privaten Investor eine siebenstellige Summe in das 2016 gegründete Start-up-Unternehmen miRdetect aus Bremen. Die Unternehmensgründerinnen Meike Spiekermann und Dr. Nina Winter konnten die Investoren mit ihrem neuartigen Verfahren zur Diagnose von Hodenkrebs überzeugen.

Das von Meike Spiekermann und Nina Winter entwickelte Verfahren wird eingesetzt, um mit einem neuartigen Bluttest Hodenkrebs nachzuweisen. Hodenkrebs stellt derzeit die häufigste bösartige Erkrankung bei Männern zwischen 20 und 45 Jahren dar. Darüber hinaus kann das Verfahren auch für die Diagnose anderer Krebsarten eingesetzt werden, sofern der richtige Marker gefunden wird.

Genauigkeit bis zu 95% möglich

Seit 2011 haben sich Meike Spiekermann und Nina Winter an der Universität Bremen mit dem neuen Tumormarker beschäftigt. „Bisherige Marker haben eine Genauigkeit von circa 50%. Mit dem von uns entwickelten patentgeschützten Messverfahren können wir eine 90 bis 95 prozentige Genauigkeit gewährleisten“, erklärt Nina Winter. Um das Produkt optimal weiterzuentwickeln setzt miRdetect auch auf die Expertise des Urologen Prof. Klaus-Peter Dieckmann und des Humangenetikers Dr. Gazanfer Belge. Beide sind Mitgründer des Unternehmens.

Bereits 2011 hatten die beiden Biologinnen zusammen mit Gazanfer Belge am Zentrum für Humangenetik der Universität Bremen mit der Erforschung eines neuen Tumormarkers für Hodenkrebs begonnen und darüber ein Testverfahren zum Nachweis entwickelt. Mit dem von miRdetect entwickelten Test-Kit lässt sich über ein patentiertes, molekulardiagnostisches Verfahren Hodenkrebs im Blut des Patienten hochspezifisch diagnostizieren. Zusätzlich ermöglicht dieses Verfahren, den Therapieverlauf zu überwachen und zuverlässig ein Wiederkehren des Tumors zu erkennen. Das derzeit sechsköpfige miRdetect-Team arbeitet aktuell daran, die Forschungsergebnisse marktfähig zu machen.