Die bayerische Gesundheitsministerin Melanie Huml hat die Vertragsunterschrift mit BioM und die Förderung des Projekts DigiMed Bayern bekannt gegeben. Das Projekt DigiMed Bayern soll zur Entwicklung einer personalisierten Medizin im Bereich der Herz-Kreislauf-Erkrankungen beitragen. Das auf fünf Jahre ausgelegte Leuchtturmprojekt innerhalb des Programms BAYERN DIGITAL fokussiert auf die Volkskrankheit Atherosklerose, die in Deutschland am häufigsten zum Tode führende Erkrankung. Die wissenschaftliche Leitung des Projekts liegt beim Deutschen Herzzentrum München (DHM).

Nutzung der „Omics-Technoogien“

DigiMed Bayern nutzt bestehende klinische und epidemiologische Daten und erweitert diese durch umfassende molekulare Charakterisierungen, insbesondere durch die sogenannten „Omics-Technologien“ Genomics, Transcriptomics, Proteomics und Metabolomics. Für die Integration, Analyse und Nutzung der resultierenden „Big Data“ wird eine sichere und zukunftsfähige digitale Infrastruktur konzeptioniert und umgesetzt. Als direkte Ergebnisse im Gesundheitssystem strebt das Projekt u.a. konkrete Verbesserungen in Gesundheitsmanagement, Prädiktion, Diagnostik und Therapie an. Zudem soll die durch DigiMed Bayern angelegte Infrastruktur nachhaltig nutzbar und auf andere Institutionen und Krankheitsbereiche übertragbar sein. Stellungnahmen sowohl der Ethikkommission als auch des Landesdatenschutzbeauftragten wurden bei der Projektkonzeption bereits ausgiebig berücksichtigt.

Konsortialpartner mit Fokus auf Herz- und Schlaganfallerkrankungen

Der wissenschaftliche Leiter, Prof. Dr. med. Heribert Schunkert, ist Direktor der Klinik für Erwachsenenkardiologie und stellvertretender Ärztlicher Direktor des DHM. Die geschäftsführende Leitung und Projektkoordination liegt bei BioM, der Koordinierungsstelle für Innovationen aus der medizinischen Biotechnologie, Martinsried. DigiMed Bayern umfasst neben dem DHM und BioM weitere Konsortialpartner aus Kliniken im Bereich der Herz- und Schlaganfallerkrankungen sowie international führende Forschungsinstitute aus Bayern (alphabetisch), darunter die Deutsche Herzstiftung, die Forschungsabteilung Proteomics und Signaltransduktion, Max-Planck-Institut für Biochemie, die Institute für Informatik und Schlaganfall- und Demenzforschung an der LMU München, die Juristische Fakultät der Universität Augsburg oder den Lehrstuhl für Sportpsychologie, an der TU München.

„Weiterenwicklung des Spitzenclusters Biotechnologie“

Prof. Dr. Horst Domdey, Geschäftsführer BioM, kommentierte: „Die Chancen der Digitalisierung sind für das Gesundheitssystem, Patienten und die Bayerische Wirtschaft enorm. DigiMed Bayern ist die logische Weiterentwicklung des Münchener Biotechnologie Spitzenclusters mit dem Zukunftskonzept ‚m4 – Personalisierte Medizin und zielgerichtete Therapien‘.“

Print Friendly, PDF & Email