Bildnachweis: BIO.NRW.

Die Aktualität des Themas NGS unterstrich auch die Veranstaltung „Digitalisierung in den Life Sciences am Beispiel des Next Generation Sequencing“ der BIO.NRW.academy am 31. Januar, ausgerichtet in den Räumen der Telekom Design Gallery in Bonn. Rund 80 Vertreter aus Wissenschaft und Forschung, Wirtschaft und Politik kamen zusammen, um sich auszutauschen und aktuelle Trends aufzunehmen. „Das nunmehr zehnjährige Cluster ­BIO.NRW hat mit bewährten Formaten wie der BIO.NRW.academy, wie hier bei der Telekom in Bonn und damit sozusagen im Hightech-Labor der Kommunikation, und aktuellsten Themen mit hochkarätigen Referenten die NRW-Life-Science-Szene zunehmend breiter aufgestellt“, erklärt Dr. Bernward Garthoff, Manager für das Cluster BIO.NRW. „Und das betrifft alle ‚Biotech-Farben‘ und Technologien, aber insbesondere die Verknüpfung von Digitalisierung mit der eigentlichen Anwendung im Gesundheitsbereich. Sprich in der Diagnostik, individualisierten Medizin und Therapieempfehlung, etwa durch NGS und Proteomik. NRW hat hier einfach alles verfügbar“, so Garthoff. Das Format BIO.NRW.academy besteht seit 2009 aus Workshops und Symposien zu jeweils aktuellen Life-Science-Themen an wechselnden Standorten in NRW. In Bonn wurde gleichzeitig die 20. Ausgabe der Workshopreihe gefeiert.

NGS: Player aller Größenordnungen vertreten

Große Player der Szene wie QIAGEN oder Miltenyi Biotec waren vertreten, aber auch aufstrebende Unternehmen wie NEO New Oncology aus Köln oder die frisch gegründete Acus Laboratories, ebenfalls in der Domstadt ansässig. Sie alle beleuchteten die Einsatzgebiete von NGS im Rahmen von Therapieentscheidungen, bei individualisierten Immuntherapien, in der Kardiologie oder im Rahmen der Wirkstoffforschung. Über den Einsatz von NGS in der Phänotypisierung, Züchtung und Pflanzenforschung berichtete Dr. Sebastian Schultheiss von der Firma Computomics, während der Vortrag von Dr. Yuanyuan Chen von Novogene einen hinreichenden Einblick in das Thema „NGS in China“ verschaffte.

Es fehlt eine digitale Agenda

Eine abschließende Podiumsdiskussion informierte über Rahmenbedingungen und weitere Potenziale in verschiedenen Anwendungsbereichen. Dabei wurde einmal mehr deutlich, dass es in Deutschland an einer digitalen Agenda fehlt, die auch Fragen des Datenschutzes berücksichtigen muss. Alle Teilnehmer appellierten zudem daran, sich bei der Behandlung von ethischen Fragen nicht von der „German Angst“ leiten zu lassen, sondern vielmehr die Möglichkeiten von NGS bei der frühzeitigen und ziel­gerichteten Diagnose und Therapie von Krankheiten in den Vordergrund zu stellen.

Informationen zur nächsten BIO.NRW.academy finden sich unter www.bio.nrw.de/veranstaltungen.

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