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Es ist ein einfaches Prinzip: Viren befallen Tumorzellen, vermehren sich und zerstören die Tumorzelle. Parallel wird das Immunsystem des Patienten aktiviert. Gesunde Zellen bleiben hingegen verschont. Das sind die wichtigsten Eigenschaften der nebenwirkungsarmen Virotherapie vom Gründerteam Ad-O-Lytics aus Ulm. Das Team ist auf der Suche nach Investoren.

Frau Hoffmeister, bitte erklären Sie uns das Geschäftsmodell von Ad-O-Lytics. Was ist Ihr Alleinstellungsmerkmal?
Ad-O-Lytics entwickelt onkolytische (tumor-auflösende) Viren als Wirkstoff für neue Krebsmedikamente. Das besondere an unserem Ansatz ist, dass unsere heilenden Viren systemisch über die Blutbahn verabreicht werden können und so auch schwer zugängliche, verwachsene Tumoren und Metastasen erreichen. Dies war bisher ein wesentliches Problem der Virotherapie, weshalb die bisher verfügbaren, lokal verabreichten Virotherapeutika nur sehr begrenzt wirksam sind.

Wie gestaltet sich das aktuelle Marktumfeld in Ihrem Segment? Gibt es ernstzunehmende Konkurrenten? Und welches Marktpotenzial sehen Sie generell für den Bereich Virotherapie? Kann man Markt- und Wachstumszahlen nennen?
Das große Potential der Virotherapie wurde weltweit erkannt, was sich durch eine hohe Dynamik im Markt zeigt. Das sehen wir als Vorteil. Besonders die Zulassung des ersten Virotherapeutikums 2015 durch die FDA und EMA war ein wichtiger Meilenstein für die Virotherapie, da dadurch der Weg für weitere Zulassungen geebnet wurde. Es gibt eine Reihe von Wettbewerbern, die sich aber zum einen in den adressierten Indikationen unterscheiden, zum anderen größtenteils auf eine lokale Verabreichung des Viruspräparats beschränken.

Der Markt ist sehr groß und wird aufgrund steigender Inzidenzraten für die meisten Tumorarten auch auf lange Sicht weiter wachsen. Erste Marktanalysen haben für die Virotherapie bei verschiedenen soliden Tumoren ein Marktpotential im einstelligen Milliardenbereich ergeben.

Ad-O-Lytics: Start einer klinischen Phase 1-Studie in 2019. Ad-O-Lytics
Ad-O-Lytics: Plattformtechnologie kombiniert genetische und chemische Modifikationen. Ad-O-Lytics

Aktuell planen Sie eine Finanzierungsrunde. Wie hoch ist Ihr Kapitalbedarf?
Insgesamt haben wir bis 2020 einen Kapitalbedarf von ca. 10-12 Mio. EUR. Für die erste Finanzierungsrunde mit einer Reichweite von 18-24 Monaten benötigen wir etwa 4-5 Mio. EUR. Das Kapital wird größtenteils für Entwicklungsaufwendungen eingesetzt, wie etwa GMP-Produktion durch externe Dienstleister, die klinische Studie sowie Personalaufbau.

Warum sollte man in Ad-O-Lytics investieren?
Ad-O-Lytics hat aus einer Kombination aus Genetik und Chemie eine einzigartige Technologie entwickelt, die durch klare USPs besticht. So können wir durch die systemische Verabreichbarkeit über die Blutbahn eine höhere Wirksamkeit als Konkurrenzverfahren erreichen, garantieren maximale Sicherheit und haben mit unserer Plattformtechnologie ein breites Anwendungsspektrum.
Darüberhinaus sind in unserem Unternehmerteam sowohl exzellente Wissenschaftler als auch betriebswirtschaftliche Kompetenz vertreten – verbunden durch langjährig erfolgreiche Zusammenarbeit und eine gemeinsame Vision.

Bei Ad-O-Lytics hat man die Chance, in ein Leuchtturmprojekt der Virotherapie zu investieren und so diesem vielversprechenden Therapieansatz zum klinischen Durchbruch zu verhelfen.

Ein Ausblick zum Schluss: Welches sind die nächsten Meilensteine für Ad-O-Lytics?
Derzeit laufen die finalen Arbeiten für den proof of concept am Tiermodell, der in den nächsten Monaten erbracht sein wird. Dann wird die weitere präklinische Entwicklung für unseren ersten Produktkandidaten vorangetrieben, so dass wir etwa 2019 mit einer klinischen Phase I-Studie am Menschen beginnen können. Gegenwärtig sind wir noch über EXIST-Forschungstransfer finanziert; um unseren Entwicklungsplan so realisieren zu können, gilt es, nächstes Jahr unsere erste Finanzierungsrunde zu stemmen.

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