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Bildnachweis: FarmInsect.

Das Agritech-Startup FarmInsect hat heute den Abschluss einer Seed-Finanzierungsrunde in siebenstelliger Höhe bekanntgegeben. Zu den Kapitalgebern gehören neben Bayern Kapital und dem High-Tech Gründerfonds erfahrene Business Angels aus dem Investorennetzwerk der bayerischen Gründeragentur BayStartUP. Landwirte sollen mit Hilfe der FarmInsect-Lösung künftig in der Lage sein, Insekten als Tierfutter für Fische, Hühner oder Schweine nutzen zu können. Mit Hilfe der FarmInsect-Mastanlage können Landwirte ihre Proteinfuttermittel in Eigenregie herstellen und auf diesem Weg Kosten und die Abhängigkeit von importierten Futtermitteln wie Soja deutlich reduzieren.

Kern der FarmInsect-Lösung ist die vollautomatisierte, modular erweiterbare Insekten-Mastanlage, mit der Landwirte erstmals ihr eigenes Protein-Futter herstellen können. Die Anlage verwertet Reststoffe aus der Landwirtschaft und der Lebensmittelindustrie und mästet damit die Larven der Schwarzen Soldatenfliege. Die Larven dienen als proteinreiches Tierfutter und sollen Soja und Fischmehl durch eine nachhaltige und regionale Alternative ersetzen. Landwirtschaftliche Betriebe oder auch Recyclinganlagen-Betreiber können die Mastanlagen dezentral auf ihrem Gelände aufstellen und bei Bedarf modular erweitern. Die vollautomatisierte Mastanlage ist zudem mit einem IoT-System ausgestattet. Es überwacht die Entwicklung der Larven kontinuierlich und unterstützt die Landwirte bei allen wichtigen Schritten.

Übergang in die Wachstumsphase

Am Venture Lab der TU München betreibt FarmInsect seit 2019 eine erste Pilotanlage. Noch 2021 will FarmInsect die ersten Serienmastanlagen an Landwirte ausliefern. Um die Versorgung der Anlagen mit Junglarven durch FarmInsect sicherzustellen, wird mit einem Teil des frischen Kapitals ein neuer, hochmoderner Produktionsstandort im Münchner Umland entstehen. FarmInsect war zudem im Frühjahr 2020 in das Accelerator Programm der Ludwig-Maximilans-Universität München aufgenommen worden. Das LMU EC–Accelerator Programm wird durch das Entrepreneurship Zentrum der Universität ausgerichtet und nimmt jedes Jahr die vielversprechendsten 15 Startups aus München auf, um die skalierbaren Geschäftsmodelle auf Herz und Nieren zu überprüfen sowie in dem weitgespannten Netzwerk zu verbreiten.

Thomas Kühn, Gründer und Geschäftsführer von FarmInsect, sagt: „Das Finanzierungscoaching von BayStartUP hat uns sehr geholfen, Investoren kennen zu lernen und uns selbst immer weiter zu verbessern. Bei Themen wie unserem Geschäftsmodell und der konkreten Umsetzung wurden wir wirklich gefordert. Das hat uns immer weiter angetrieben und zu neuen Ideen und besseren Umsetzungen geführt. Wir sind auf einem guten Weg, um ein echter Partner für Landwirte zu werden und die Landwirtschaft nachhaltiger zu machen.“

Marktumfeld mit glänzenden Aussichten

Bis 2030 soll der Markt für Insektenproteine um ein Vielfaches wachsen. Eiweißfuttermittel wie Soja- oder Fischmehl müssen zurzeit noch zu über 90 % für die Tierzucht in die EU importiert werden. Diese Importe verursachen aber massive ökologische Probleme wie die Abholzung der tropischen Regenwälder und die Überfischung der Meere. Wegen der steigenden Nachfrage nach Futtermitteln bei gleichzeitiger Erschöpfung der Land- und Meeresressourcen sind die Preise für Proteinfuttermittel allein in den letzten 10 Jahren um ein Mehrfaches gestiegen. Für die meisten landwirtschaftlichen Betriebe machen die Kosten für Futtermittel bis zu 60 % der laufenden Kosten aus. Deshalb suchen viele Landwirte nach wirtschaftlichen und nachhaltigeren Alternativen für ihre Betriebe.

Dr. Georg Ried, Geschäftsführer von Bayern Kapital, kommentiert die Finanzierung: „Die automatisierte Lösung von FarmInsect ermöglicht Landwirten, Proteinfuttermittel selbst herzustellen und dadurch den Import von Soja- oder Fischmehl zu verringern. Diese Perspektive schont Ressourcen, Umwelt und trägt zu einer Verbesserung der Gesundheit der Tiere bei. Wir sehen bei FarmInsect deshalb erhebliches Wachstumspotenzial.“ Landwirte erschließen sich damit ein zusätzliches Wertschöpfungspotenzial. Sie setzen Ressourcen effizienter ein, sparen Kosten und unterstützen die regionale Kreislaufwirtschaft. Und nicht zuletzt können sie 50 % der CO2-Emissionen bei der Futtermittelherstellung einsparen. Dr. Maximilian Bock, Investmentmanager beim High-Tech Gründerfonds, hebt den Kreislaufwirtschaftsaspekt hervor und ergänzt: „Von Anfang an hat uns das Team mit seiner Leidenschaft für mehr Nachhaltigkeit in der Landwirtschaft beeindruckt. Die individuellen Stärken des Gründertrios ergänzen sich ideal. In dem regionalen und nachhaltigen Ansatz für die Futtermittelproduktion sehen wir ein innovatives und zukunftsträchtiges Geschäftsmodell mit erheblichem Skalierungspotenzial.“

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Münchner Gründerteam profitiert von „coaching dahoam“

Die drei Gründer von FarmInsect sind allesamt Absolventen der TU München.

Wolfgang Westermeier hält einen Masterabschluss in Landwirtschaft Teamfoto FarmInsectund gründete bereits mehrere Unternehmen im Lebensmittelsektor. Er hat Erfahrung in Produktion, Betrieb und Qualitätsmanagement. Thomas Kühn ist Elektrotechniker und Wirtschaftswissenschaftler und hat ebenfalls erfolgreich mehrere Unternehmen in verschiedenen Branchen gegründet. Andre Klöckner schließlich bringt als Elektrotechniker und Informatiker mehrere Jahre Erfahrung in der Produktentwicklung im Agritech-Bereich mit. (im Foto von l.n.r. wie im Text aufgeführt)

Mit seinem Finanzierungscoaching hat BayStartUP das Gründerteam maßgeblich bei der Vorbereitung auch bei dieser zweiten Finanzierungsrunde unterstützt (in einer ersten Runde war 2020 ein sechsstelliger Betrag eingesammelt worden). Über das BayStartUP Investorennetzwerk haben Startups Kontaktchancen zu mehr als 300 aktiven Business Angels sowie über 150 institutionellen Investoren. Als neutrale Vermittlungsinstanz zwischen Gründern und Kapitalgebern gehört BayStartUP zu den wichtigsten Anlaufstellen für Startups aus Bayern auf Kapitalsuche.

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