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Die TargoSphere® Toolbox erlaubt den Zusammenbau ganz unterschiedlicher Nanocarrier, die Wirkstoffe gezielt in bestimmte Immunzellen bringen. Quelle: Rodos BioTarget

Die Finanzierung wurde von den InvestImpuls-Fonds der Region Hannover unter dem Management der EnjoyVenture, dem ERP-Startfonds der KfW und dem High-Tech Gründerfonds begleitet. Auch inländische Privatinvestoren (Family Office und Business Angels) konnte die in Hannover ansässige Rodos BioTarget bei dieser Runde überzeugen.

Nachdem Rodos BioTarget erst kürzlich die GMP-konforme Produktion seines Schlüsselproduktes TargoSphere® im industriellen Maßstab vermelden konnte, sind die weiteren finanziellen Mittel nun für den Eintritt der Technologie in die klinische Entwicklung gedacht. Die TargoSphere®-Nanocarrier dienen dem gezielten Transport von Wirkstoffen und/oder Impfstoffen in verschiedene Antigen-präsentierende Zellen (APCs), die das Gedächtnis und damit den Schlüssel für eine effiziente Immunantwort im Menschen darstellen.

APCs kurbeln das Immunsystem an
APCs erkennen Eindringlinge in den Körper durch ganz bestimmte Moleküle, die an spezielle Rezeptoren auf den Immunzellen binden. Einmal erkannt, werden die körperfremden Bestandteile in die ACPs aufgenommen, dort prozessiert und anschließend auf der Oberfläche der ACPs anderen Immunzellen in Form von Antigenen präsentiert. Diese Präsentation trägt zur Entstehung einer sehr effizienten Immunantwort bei, an deren Ende die Entfernung der Eindringlinge aus dem Organismus steht. Einige Bakterien und Viren, aber auch Tumorzellen, haben komplexe Mechanismen entwickelt, den ACPs zu entwischen. Mit fatalen Folgen für den betroffenen Organismus, der in der Folge meist schwer erkrankt.

Mikroskopische Aufnahme Antigen-präsentierender Zellen. Im Bild Dendritische Zellen mit Antigenen auf der Zelloberfläche. Quelle: Rodo BioTarget

Sensitivität der APCs erhöhen
Diesen Teufelskreis soll die TargoSphere® Technologie durchbrechen. Die kleinen sphärischen Partikel sind kaum größer als ein Virus und zielen durch bestimmte Ankersubstanzen auf ihrer Oberfläche auf die verschiedenen ACPs. Nachdem die Ankersubstanzen an die Oberflächenrezeptoren der Antigen-präsentierenden Zelle gebunden haben, werden sie in die Zelle aufgenommen und entladen dort ihren Inhalt, das können aktive Wirkstoffe oder auch Impfstoffe gegen die krankmachenden Eindringlinge sein.

Aktuell nutzt Rodos BioTarget die Technologie in verschiedenen Krankheitsmodellen, wobei man sich vorerst auf virale (Hepatitis C, HIV) und bakterielle (Tuberkulose, Legionellose, MRSA) Infektionen fokussiert hat. Doch die Technologie soll sich auch zur Therapie von Autoimmunstörungen und Krebs eignen. Verläuft die klinische Entwicklung positiv, lassen sich vielleicht schon in absehbarer Zukunft potente Wirkstoffe oder gar Impfstoffe direkt in die Immunzellen von Patienten schleußen.