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Technologien zur Abgasminderung
Twintec ist auf die Entwicklung von Produkten und Technologien spezialisiert, die den Ausstoß von umwelt- oder gesundheitsschädlichen Abgasen vermindern sollen. Neben den Rußpartikelfiltern für Dieselfahrzeuge gehören der klassische Katalysator und der Kaltlaufregler dazu. Allerdings konzentriert sich Twintec auf die Entwicklung. Nur ein kleiner Teil der Produktion – die Beschichtung des Innenlebens der Katalysatoren – findet am einzigen Standort in Königswinter bei Bonn statt. Die restliche Fertigung ist an andere produzierende Betriebe ausgelagert.

Kassenschlager Partikelfilter
Der Rußpartikelfilter hat sich für das Unternehmen schon jetzt als Senkrechtstarter erwiesen: 2005 trug er gerade 1 % zum Umsatz bei, im vergangenen Jahr waren es 57 %. Der Anteil des Kaltlaufreglers – ehemaliger Umsatzbringer Nummer 1 – ging von zwei Dritteln auf 15 % zurück. Und doch steht der Partikelfilter wohl erst am Anfang seiner Erfolgsgeschichte. Nach der kürzlich beschlossenen Förderregelung erlässt Vater Staat jedem Autobesitzer, der seinen Diesel-Pkw mit einem Partikelfilter nachrüstet, 330 Euro an Steuern. Wer nicht nachrüstet, zahlt in Zukunft mehr Kfz-Steuer. Bei einem Diesel mit 2 Litern Hubraum wäre unterm Strich ein Steuerbonus von 426 Euro möglich. Allerdings: Die Nachrüstung kostet 650 Euro aufwärts. Es bleibt also ein nicht geringer Eigenanteil. Damit steht zumindest ein kleines Fragezeichen hinter der Erwartung einer anrollenden Nachrüstwelle.

Marktstruktur
Dennoch dürfte die Nachfrage nach derlei Filtern stark zunehmen. Schätzungen zufolge sind in Deutschland 8 bis 9 Mio. Diesel-PkW ohne Rußpartikelfilter unterwegs. Für etwa 4,5 bis 5 Mio. hat Twintec die passenden Nachrüstfilter im Angebot. Neben dem Börsenkandidaten bietet nur noch ein weiteres Unternehmen vergleichbare Produkte an, die nicht börsennotierte HJS GmbH. Vertrieben werden die Filter unter anderem über den Fahrzeugteilegroßhandel oder über Autowerkstattketten, darunter auch A.T.U. Auto Teile Unger. Außerdem bestehen Verträge mit sieben namhaften Herstellern aus den USA und Japan, die ihre Fahrzeuge mit Twintec-Filtern nachrüsten. Neue Fahrzeuge werden die Hersteller in Zukunft aber wohl mit eigenen Systemen der Hersteller ausgerüstet.

Twintec – Geschäfts- und Kennzahlen

2005

2006

2007e

2008e

Umsatz*

36,5

45,0

55,6

68,8

Nettoergebnis*

4,6

2,6

4,5

5,6

EpS

0,71

0,40

0,69

0,86

KGV max.**

15,5

27,5

15,9

12,8

*) in Mio., sämtliche Angaben in Euro; Quelle: eigene Schätzungen GoingPublic Research
**) auf Basis der Preisspanne

Wachstumsmöglichkeiten
Zweifellos wird sich der Rußpartikelfilter in diesem und im kommendem Jahr zum absoluten Wachstumsmotor für Twintec entwickeln. Er wird seinen Anteil am Umsatz des Unternehmens wahrscheinlich auf mindestens drei Viertel steigern. Ein kräftiges Wachstum für die nächsten zwei bis drei Jahre scheint damit gesichert. Bleibt die Frage, welche Technologien darüber hinaus für Potenzial sorgen können. Ein Gutteil des Bruttoerlöses aus dem Kapitalerhöhungsanteil von bis zu 16,5 Mio. Euro wird daher in die Entwicklung neuer Technologien und Produkte fließen. „Wir haben mehr Ideen, als Mittel zur Verfügung. Deswegen ist jetzt die richtige Zeit für eine Eigenkapitalaufnahme“, bekräftigt Uwe Isreal, Vorstand von Twintec, gegenüber dem GoingPublic Magazin. So habe man sich zum Beispiel die Entwicklung eines Rußpartikelfilters auch für große Nutzfahrzeuge vorgenommen. Als weitere Herausforderungen werden das Großthema CO2-Reduzierung und die bevorstehende EU-Luftreinhalteverordnung genannt.

Profitables Wachstum
Twintec hat in der Vergangenheit bereits profitabel gewirtschaftet. Nach einer Vervierfachung des Umsatzes von 2004 auf 2005 erzielte man im letzten Jahr einen Zuwachs von rund 23 % auf 45 Mio. Euro. Zwar unterlag die Gewinnmarge größeren Schwankungen, nichtsdestotrotz kann Twintec seit mehren Jahren auf respektable EBIT-Margen verweisen.

Bewertung
GoingPublic Research geht bei der Bewertung bewusst von einer konservativen Schätzung der Umsatzentwicklung aus. Noch fällt es schwer abzuschätzen, wie schnell sich die Nachfrage nach den Partikelfiltern entwickeln wird. Allerdings ergibt sich auch so mit einem geschätzten 2007er KGV von knapp 16 sowie knapp 13 für 2008 keine überhöhte Bewertung. Tritt tatsächlich der erwartete starke Nachfrageschub nach den Rußpartikelfiltern ein, könnte sich die Bewertung zur Emission als sehr attraktiv herausstellen.

Fazit
Geht man – wie Twintec – davon aus, dass sich der Rußpartikelfilter wie erwartet zum Goldesel entwickelt, dann spricht wenig gegen ein Engagement in Twintec. Die abrupte Ablösung des Kaltlaufreglers als Hauptumsatzbringer durch den Partikelfilter zeigt aber, dass der Markt in relativ kurzen Zyklen lebt. Mittelfristig wird es für Twintec darauf ankommen, neue Bestseller zu kreieren. Zunächst wird der Partikelfilter für deutliche Zuwächse sorgen. Mit Blick auf das bevorstehende IPO wird vermutlich allein das augenblickliche Interesse am Thema Klimawandel für reichlich Nachfrage nach der Aktie sorgen. Im vorbörslichen Handel werden die Aktien schon jetzt rund 20 % über der Bookbuildingspanne von 10 bis 11 Euro gehandelt. Da Zeichnungsgewinne wahrscheinlich sind, sollten Anleger zeichnen. Ob ein langfristiges Investment daraus wird, kann auch später noch entschieden werden.

Peter Mair

Twintec – Emissionsparameter
WKN

AOL SAT

Erstnotiz

22.3.

Zeichnungsfrist

12.3. bis 20.3.

Bookbuildingspanne

10 bis 11 Euro

MarketCap

65 bis 71,5  Mio. Euro

Marktsegment

Open Market (Entry Standard)

Emissionsprospekt

ja

Emissionsvolumen

1,5 Mio. Aktien aus KE, 0,5 Mio. Aktien von AA,

zuzüglich 0,275 Mio. Aktien Greenshoe

Emissionsvolumen 22,8 bis 25 Mio. Euro

Konsortium

Equinet AG

Free Float

max. 35 %

Internet

www.twintec.de

Über den Autor

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