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Die Erstnotiz am Geregelten Markt soll Mitte Oktober erfolgen. An den Markt gebracht werden 345.000 Inhaber-Stammaktien (WKN 745 420), von denen 285.000 aus einer Kapitalerhöhung stammen und 60.000 aus dem Besitz der beiden Altaktionäre. Nach dem IPO wird der Free Float 44,3 % betragen. Die Emission wird begleitet von der BAV Börsenmakler GmbH als Market Maker. Anleger können sich einen Zeichnungsschein bei der BAV bestellen, eine etwaige Zuteilung wird dann bei der Hausbank eingebucht.

Die 1998 gegründete TC Unterhaltungselektronik AG aus Koblenz entwickelt, produziert und vermarktet TV- und Mediensysteme, welche TV-Werbung sowohl im Fernsehen als auch auf Videobändern unterdrücken können. Durch das patentrechtlich geschützte TC-System können die Kundenpräferenzen beliebiger Programme selektiv nach Themen organisiert werden. Auf diese Weise lassen sich unerwünschte Gewalt- oder Sexszenen vor Kindern verbergen, ausgewählte Lieblingsthemen können vom Videorekorder automatisch aufgezeichnet werden. Die Empfangsboxen sind – ähnlich dem weitverbreiteten ShowView-System – als universell einsetzbares Zusatzgerät erhältlich und darüber hinaus bereits in einigen Sat-Receivern integriert.

Neben dem Erlös aus dem Vertrieb der Zusatzgeräte (die „Fernsehfee“) werden weitere Einnahmen aus der Integration elektronischer TV-Programmzeitschriften über anfallende Monatsgebühren generiert. Der Vertrieb des bereits Anfang letzten Jahres vorgestellten weltweit ersten Werbeblockers wurde aber von einigen privaten Fernsehstationen wie SAT1, Vox und vor allem RTL mittels einer einstweiligen Verfügung bislang erfolgreich behindert – erst einen Monat lang war das Produkt frei verkäuflich. Mittlerweile stemmt sich nur noch RTL gegen den Vertrieb, doch auch in Köln wird man aller Voraussicht nach den Kürzeren ziehen. Die anderen an den Verfahren beteiligten Sender werden sich dagegen schon in nächster Zukunft mit Schadensersatzforderungen befassen müssen.

Aus dem Jahr 1999 steht ein Umsatz von rund 77.000 Euro zu Buche, obwohl der Vertrieb aufgrund der rechtlichen Blockade praktisch nicht aufgenommen werden konnte. Auch für das laufende Jahr existieren daher keine aussagekräftigen Zahlen, zumal die Kosten des Börsengangs getragen werden müssen. Dessen Erlöse sollen für die erste breitangelegte Marketingkampagne, die im Januar starten soll, verwendet werden. In unternehmenseigenen Planzahlen wird eine Marktdurchdringung von 0,8 % nach vier Jahren angestrebt, was angesichts eines Verkaufspreises von 299 DM pro Zusatzgerät sowie einer hohen Akzeptanz seitens der Zuschauer nach derartigen Produkten nicht unrealistisch erscheint.

TC Unterhaltungselektronik muß zweifellos erst noch den Beweis antreten, daß man in der Lage ist, die geplanten Verkaufszahlen tatsächlich einzuhalten. Vieles hängt daher von einem geglückten Börsengang und dem wirkungsvollen Start der Marketingkampagne ab. Sollte die erfolgreiche Markteinführung der „Fernsehfee“ gelingen, weist die TC AG mit dem Patent starke Alleinstellungsmerkmale in einem relativ großen Absatzmarkt auf. Anleger mit einem entsprechend hohen Risikobewußtsein können den Titel zeichnen und auf eine interessante Wachstumsstory spekulieren. Die Marktenge des Titels ist aber zu beachten!

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