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Zeichnungsaufträge werden von fast allen Banken entgegengenommen. Plaziert werden bis 0,9 Mio. nennwertlose Namensaktien mit einem rechnerischen Nominalwert von 1 Euro. Die Erstnotiz im Geregelten Markt der Börsen in München und Frankfurt ist für den 11. Juli vorgesehen.

Das Unternehmen
Die 1999 gegründete SES 21 AG ist im Bereich der Vermarktung und Installation von Solaranlagen tätig. Dabei konzentriert sich das Unternehmen auf das Photovoltaik-Geschäft, d.h. der Erzeugung von Solarstrom. Das Privatkundengeschäft wird seit Mitte 2001 von der 100 %igen Tochter Solarstrom Oberland GmbH bedient. SES 21 selbst bietet vorwiegend Händlern und Handwerkern ein komplettes Leistungsspektrum rund um das Photovoltaik-Geschäft. Dieses reicht vom Verkauf der Solarsysteme, über Schulungen, Musterplanungen und Systemkonfigurationen bis zu sonstigen Beratungsleistungen. Das Unternehmen plant komplette Solaranlagen, die der Handwerker (vorwiegend aus der Elektro- und Heizungsbranche) dann beim Endkunden montiert.

Expansionsstrategie
SES 21 ist bislang nur ein regionaler Player, der ca. 70 % seiner Umsätze in Bayern erzielt. Mit dem Mittelzufluß aus dem Börsengang soll die internationale Expansion forciert werden. SES 21 will darüber hinaus verstärkt im Großanlagengeschäft (Solarfonds) tätig werden und plant die Realisierung kompletter Betreibermodelle.

2001

2002(e)

2003(e)

Umsatz (Mio.)

12,1

20,0

26,0

Jahresüb. (Mio.)

0,3

1,1

1,3

EpS*

0,10

0,32

0,38

* in Euro; alle Angaben beziehen sich auf 3,4 Mio. Aktien; Quelle: GoingPublic Research

Stärken / Schwächen
Das Unternehmen gegründet und kann noch keine lange Historie nachweisen. Die hohen geplanten Wachstumsraten erscheinen ambitioniert. GoingPublic erwartet ein moderateres Wachstum. SES 21 arbeitet jedoch bereits profitabel und dürfte vom weiteren Marktwachstum profitieren. Ein deutliches Risiko für den Anleger besteht in der Umsetzung des IPOs. Bei „Bis-zu-Plazierungen“ besteht im aktuell schwachen Marktumfeld grundsätzlich die Gefahr, daß nur ein geringer Teil des Emissionsvolumens plaziert werden kann. Die Erfahrung der vergangenen Monate zeigt, daß Emissionserlös und IPO-Kosten dann in keinem Verhältnis stehen.

Bewertung
Bei einem angenommenen Emissionspreis von 6 Euro und einer Aktienanzahl von 3,4 Mio. Stück (Vollplazierung von 0,9 Mio. Aktien vorausgesetzt) ergäbe sich zur Emission eine Marktkapitalisierung von rund 20 Mio. Euro. Dies entspricht in etwa dem für 2002 geplanten Umsatz. Unter Berücksichtigung der von GoingPublic sehr konservativ angesetzten Ertragskennzahlen erscheint die Bewertung fair.

Fazit:
Die Solar-Branche verzeichnet außerordentlich hohe Wachstumsraten, die dem Anleger aufgrund verschiedenster Planverfehlungen bislang leider nur sehr vereinzelt gute Investment-Chancen boten. Negativ anzumerken ist die bislang nur regionale Ausrichtung, die geringe Umsatzbasis, die sehr niedrigen Markteintrittsbarrieren und der „regionale Börsengang“. Zudem erscheint fraglich, ob die geplanten Wachstumsraten langfristig realisiert werden können. Aufgrund des hohen Marktwachstums erscheint die Bewertung jedoch nicht zu hoch. Ergänzend zur Analyse im aktuellen GoingPublic Magazin sei an dieser Stelle aber nochmals ausdrücklich auf das Risiko der „Bis-zu-Emission“ hingewiesen. Insgesamt überwiegen die Risiken deutlich.

Ausführliche Informationen zum Unternehmen finden Sie auch im aktuellen GoingPublic Magazin 7/2002, S. 26. Bitte beachten Sie, daß der im Magazin aufgeführte Jahresüberschuß nicht korrekt ist.

Über den Autor

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