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Als Konsortialbanken fungieren die Commerzbank und die HypoVereinsbank, des weiteren ist die GZ-Bank im Konsortium vertreten. Die Erstnotiz soll am 13. September am Neuen Markt erfolgen. Zur Zeichnung angeboten werden 8,73 Mio. Stückaktien, wovon 4,8 Mio. aus einer Kapitalerhöhung stammen. Die restlichen Papiere werden von der Siemens-Tochter SBS GmbH & Co. oHG sowie von der Software AG zur Verfügung gestellt. SAP selbst gibt keinerlei Aktien ab, sondern reserviert bis zu 700.000 Stück des Emissionsvolumens für eine bevorrechtigte Zuteilung an Mitarbeiter. Darüber hinaus wird ein Greenshoe von 0,8 Mio. Aktien bereitgestellt. Nach IPO und voller Ausübung der Mehrzuteilungsoption beträgt der Free Float 22,4 %.

Im April 1997 erfolgte die Gründung der SAP Systems Integration AG, an der die SAP AG zu 60 % und die Software AG zu 40 % beteiligt war. Um die für Systemintegratoren kritische Größe zu erreichen, fusionierte SAP SI im April dieses Jahres mit den Branchenpartnern und ebenfalls SAP-Töchtern SRS AG und SAP Solutions GmbH. Seither zählt das Unternehmen mit Sitz in Dresden zu den zehn größten inländischen IT-/Beratungs-Firmen und Systemintegratoren. Mittlerweile sind rund 1.200 Mitarbeiter bei SAP SI beschäftigt.

Als sogenannter One Stop Shopping-Anbieter ist SAP SI in den drei Bereichen Kundenberatung, Produktentwicklung und Outsourcing/Application Services vertreten. So kann von der Planung über die Realisierung bis hin zum Betrieb der Applikationen alles aus einer Hand angeboten werden. SAP SI profitiert dabei von der steigenden Bedeutung neuer Software-Applikationen wie Supply Chain Management (SCM) und Customer Relationship Management (CRM). 80 % des Konzernumsatzes werden in der Beratung generiert. Neben dem Ausbau inländischer Geschäfte soll auch eine verstärkte Internationalisierung erreicht werden. Dabei ist vor allem an eine Erschließung des europäischen und nordamerikanischen Raumes gedacht. Akquisitionen bilden einen denkbaren Bestandteil der Strategie. Der Börsengang soll dem Unternehmen dabei helfen, im Wettbewerb um qualifizierte Mitarbeiter durch die Auflage attraktiver Beteiligungsmodelle und Entlohnungsanreize bestehen zu können. Nicht zuletzt wird das IPO den Bekanntheitsgrad der SAP-Tochter deutlich steigern können.

Ausgehend von einem Umsatz in Höhe von 151,7 Mio. Euro im vergangenen Jahr erwartet das Unternehmen 185,6 Mio. für das laufende Jahr. Der Umsatz soll in den nächsten beiden Jahren überproportional bis auf 342 Mio. im Jahr 2002 steigen. Erst für 2003 erwartet SAP SI ein positives Ergebnis, die vorhergehenden Jahre sind von hohen Goodwill-Abschreibungen, die aus dem Erwerb von Minderheitsbeteiligungen resultieren, belastet. Auf Basis der 2001er Zahlen und einer Marktkapitalisierung von 680 Mio. Euro zum Börsengang (am oberen Ende der Preisspanne) ergibt sich für SAP SI ein moderates Kurs-Umsatz-Verhältnis von 3,7.

SAP SI ist im IT-Beratungsmarkt so gut positioniert wie kaum ein zweites Unternehmen in Deutschland. Mit einer Umsatzrendite von rund 20 % ist SAP SI zudem profitabel wie kaum ein zweites Unternehmen in der IT-Branche. Für eine Zeichnung spricht auch das Vertrauen des Mutterkonzerns SAP, der zum IPO keine Aktien abgeben wird und danach weiterhin über 50 % der SAP SI-Anteile hält.

Eine ausführliche Analyse zu SAP SI finden Sie auch in der aktuellen Ausgabe GoingPublic Magazin 9/00 auf S.14.