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Seit dem 12. März und bis zum 22. März können die Aktien von REpower Systems (WKN 617 703) in einer Bookbuilding-Spanne von 38 bis 45 Euro gezeichnet werden. Tag der Erstnotiz am Neuen Markt soll der 26. März sein. Zum Konsortium gehören Schroder Salomon Smith Barney (Lead) sowie Commerzbank und Vereins- und Westbank. Angeboten werden 2 Mio. Aktien aus einer Kapitalerhöhung zuzüglich einer Mehrzuteilungsoption von 0,3 Mio. Aktien, die aus dem Besitz eines Altaktionärs stammt. Nach vollständiger Ausübung des Greenshoes läge der Free Float dann bei 42,6 %.

Das Unternehmen

Entstanden ist REpower durch den Zusammenschluß von vier mittelständischen Unternehmen, die sich seit vielen Jahren mit der Windenergie beschäftigen und zusammen fast die gesamte Wertschöpfungskette abdecken. So umfaßt das Leistungsspektrum die Systementwicklung von Windenergieanlagen, ihre Produktion sowie den Vertrieb der kleinen Kraftwerke. Insgesamt sorgt dies für 80 % der Umsätze. Abgerundet wird das Angebot durch einen umfassenden After Sales Service. Bezüglich der Produktion ist allerdings hinzuzufügen, daß diese zu fast 100 % outgesourced wird. Die daraus resultierende geringe Fertigungstiefe hat eine im Vergleich zur Branche relativ niedrige Kapitalbindung zur Folge. Im Gegensatz zu Nordex, dem direkten börsennotierten Konkurrenten, vergibt die Hamburger Gesellschaft auch Lizenzen an andere Anbieter.

Verwendung des Emissionserlöses

Dennoch werden erhebliche Mittel benötigt, um den Wachstumsschub, der durch den Zusammenschluß der Gesellschaften realisiert werden konnte, mit ausreichendem Eigenkapital zu unterlegen. So wurde insbesondere die internationale Expansion intensiv vorangetrieben. In Frankreich, Griechenland und Spanien wurden Tochter- und Beteiligungsgesellschaften gegründet. Andere Märkte wie Japan und China werden durch Lizenzvergaben erschlossen. So ist es nur konsequent, daß die beim Börsengang erzielten Mittel fast vollständig in der Gesellschaft verbleiben.

Markt / Branche

Die gesamte Windenergiebranche kämpft aktuell mit erheblichen Belastungsfaktoren. Aufgrund vieler zu optimistischer Windgutachten konnten Versprechungen nicht eingehalten und die Erwartungen vieler Investoren nicht erfüllt werden – was allerdings auch auf das extrem windschwache Jahr 2001 zurückzuführen ist. Besonders betroffen war davon der Norden, in dem der Wind zum Teil bis zu 30 % weniger als im langfristigen Durchschnitt blies. Aufgrund überzogener Versprechungen und enttäuschter Anleger befinden sich einige Fonds bereits wieder in der Rückabwicklung. Attraktive Standorte sind das A und O, und die finden sich künftig vor allem offshore, also vor den Küsten. Im Gegensatz zu Nordex verfügt REpower momentan allerdings noch nicht über Anlagen, die im Wasser stehen können. Erste Prototypen sollen Ende 2003, spätestens Anfang 2004 (zunächst) an Land installiert werden. Dennoch geht der Vorstandsvorsitzende Fritz Vahrenholt, ehemaliger Umweltsenator von Hamburg, davon aus, im Rennen um die Ausstattung der ersten Offshore-Parks dabei zu sein. Im Business-Plan seien diese Projekte auf der Ausgabenseite bereits berücksichtigt, nicht jedoch als Einnahmen verbucht.

 

2000

2001e

2002e

Umsatz (Mio.)

76,0

141,6

238,5

EPS

0,89

1,67

2,96

(Quelle: Konsortialbanken; 5,4 Mio. Aktien post-IPO)

Fazit / Ausblick

Es muß bezweifelt werden, ob es der bei Anlegern relativ unbekannten Gesellschaft gelingen wird, sich dem derzeitigen Marktumfeld zu entziehen und für ausreichendes Zeichnungs- bzw. anschließendes Kaufinteresse zu sorgen. Daher beschwört der Vorstand auch verstärkt das Interesse institutioneller Adressen. Trotz avisierter Wachstumsraten von über 50 % p.a. sollten potentielle Investoren keinesfalls die Risiken, die mit der Entwicklung und dem Betreiben von Offshore-Parks verbunden sind, unterschätzen. Im Vergleich zu Nordex (KGV 2002 von 26) erscheint REpower zur Emission mit einem maximalen KGV von 15 deutlich günstiger. Spekulative Anleger können am unteren Ende der Bookbuilding-Spanne, etwa bis 40 Euro, eine Zeichnung wagen.