Die Emission erfolgt zum Festpreis von 13 Euro, die Zeichnung kann bei allen Banken erfolgen, die Zeichnungsaufträge müssen bis 7. August, 12.30 Uhr, bei der Stuttgarter Börse vorliegen. Emittiert werden lediglich 100.000 Aktien, die alle aus einer Kapitalerhöhung stammen. Ein Greenshoe ist nicht vorgesehen. Der Mittelzufluß für das Unternehmen wird somit bei 1,3 Mio. Euro liegen. Begleitet wird der Börsengang von der SM Wirtschaftsberatungs AG, die auch eine Beteiligung an Q-Soft hält. Der Streubesitz wird nach der Emission bei 19,6 % liegen.

Die 1990 in Erfurt gegründete Q-Soft AG bietet ganzheitliche IT-Lösungen für kommunale und gewerbliche Abnehmer in der Entsorgungswirtschaft an. Daneben entwickelt und vertreibt Q-Soft Softwarelösungen für das EDV-gestützte Entsorgungsmanagement. Q-Soft vertreibt dabei Hard- und Software-Komponenten verschiedener Hersteller und führt zugehörige Serviceleistungen wie Nachbetreuung und Wartung aus. Im Bereich Networks konzipiert und installiert das Unternehmen für seine Kunden Komplettsysteme und übernimmt die Administration der Netze. Außerdem vertreibt Q-Soft die selbstentwickelte ERP-Software A/C/S (Abfall-Containerdienst-Straßenreinigung). Diese soll durch einen modularen Aufbau in der Entsorgungsbrache universell einsetzbar sein. Der Vertrieb soll in Zukunft vermehrt mittels Application Service Providing (ASP) erfolgen. In diesem Zusammenhang plant Q-Soft, eine e-Commerce-Plattform für die Entsorgungswirtschaft einzuführen.  

Derzeit generiert das Unternehmen seine Umsätze zu mehr als 50 % aus dem margenschwachen Reselling von Hard- und Softwareprodukten. Knapp 20 % des Umsatzes entfallen auf Vertrieb und Lizenzierung der eigenen Software, 30 % auf den Bereich Networks. Zukünftig soll vor allem der Bereich Software ausgebaut werden, durch Lizenz- und Serviceerlöse will das Unternehmen zukünftig die Gewinnmarge aufpolieren. Das Reselling-Geschäft, in dem zukünftig wohl kaum mehr Geld zu verdienen ist, soll prozentual deutlich zurückgefahren werden. Derzeit ist das Unternehmen lediglich in Deutschland tätig, eine Expansion in das europäische Ausland ist vorgesehen.

Q-Soft erzielte im abgelaufenen Geschäftsjahr einen Umsatz von 5,75 Mio. Euro, der Gewinn je Aktie lag bei 0,26 Euro (insgesamt 135.000 Euro nach DVFA). In diesem Jahr soll der Umsatz auf 7,2 Mio. Euro zulegen, der Jahresüberschuß dagegen auf 25.000 Euro zurückgehen. Begründet wird dieser Rückgang mit Sonderaufwendungen im Rahmen des Börsengangs. In den Folgejahren sollen Gewinn und Umsatz dann wieder deutlich zulegen, 2001 soll der Umsatz auf knapp 11,3 Mio. Euro und das DVFA-Ergebnis auf 210.000 Euro steigen. Ab 2002 wird dann ein jährliches Umsatzwachstum von 30 % und ein Gewinnanstieg von 70 % prognostiziert. 

Auf Basis des Emissionspreises von 13 Euro ist das Unternehmen zum IPO mit 6,6 Mio. Euro bewertet. Dies entspricht einem 2001er KUV von 0,58 und einem KGV von 32.

Vergleicht man diese Bewertung mit den aktuellen Bewertungen anderer IT-Dienstleister am Neuen Markt, erscheinen diese Kennzahlen ambitioniert. So wird die arXes AG lediglich mit dem 0,6fachen der 2001er Erlöse bewertet, bei einem KGV von 36. Bei der Infor AG liegen die Kennzahlen bei einem KUV von 1,44 und einem KGV von 15. Berücksichtigt man dazu noch das Börsensegment und das schlechte Marktumfeld sowie einen Abschlag aufgrund der Neuemission, dürfte mit der Aktie kaum Geld zu verdienen sein. Nicht zeichnen.

Ausführliche Informationen zu diesem Unternehmen finden Sie auch im GoingPublic-Magazin 7/00, S. 40.

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