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Insgesamt werden 2,3 Mio. Inhaber-Stückaktien plaziert. Davon stammen 2 Mio. aus einer Kapitalerhöhung. Die verbleibenden 300.000 Aktien kommen genauso wie der Greenshoe von 400.000 Aktien aus dem Besitz der Altaktionäre. Zum Konsortium gehören neben der Commerzbank (Lead) auch die Bayerische Landesbank und die Bankgesellschaft Berlin. Nach Ausübung der Mehrzuteilungsoption wird der Streubesitz bei ca. 33 % liegen.

PULSION vermarktet mit rund 100 Mitarbeitern derzeit drei Produkte: den PiCCO-Monitor zur Überwachung der Herz-Kreislauffunktion von Intensivpatienten, die zum Einsatz von PiCCO notwendigen Sterilkatheter und die chemische Substanz ICG zur Darstellung von Blutgefäßen. Die Produkte sind durch Patente oder im Fall von ICG durch einen niedrigen Abgabepreis vor Konkurrenten gut geschützt.

Ein wesentliches Ziel des Unternehmens ist es, möglichst viele PiCCO-Geräte an den rund 300.000 Intensivbetten weltweit zu plazieren, um dann durch den Verkauf der margenstarken Sterilkatheter zu verdienen. Gegenüber der bisherigen Standardmethode ist die PULSION-Technologie weniger belastend für den Patienten und kostengünstiger anzuwenden. Seit der Markteinführung 1997 konnten in Europa etwa 1.000, seit Ende Oktober 2000 in den USA rund 250 Monitore vertrieben werden. Bis 2003 sollen mit den sechs weltweit aufgestellten Vertriebstöchtern insgesamt 5.300 PiCCOs plaziert sein. Das 10.000 bis 13.000 Euro teure Gerät wird dabei den Kliniken meistens leihweise zur Verfügung gestellt, wobei Mindestabnahmemengen an Kathetern vereinbart werden.

Daneben hat Agilent Technologies, der Weltmarktführer für Patientenüberwachungsanlagen in Lizenz ein PiCCO-Modul entwickelt, das in die neue Generation der Agilent-Monitore eingebaut wird. Außerdem können damit auch die weltweit aufgestellten 130.000 „alten“ Agilent-Geräte nachgerüstet werden. Der Preis für das Modul liegt nach Schätzungen von GoingPublic bei ungefähr 4.000 bis 6.000 Euro. Im dritten Quartal 2000 erfolgte die Markteinführung. Die Zulassung für den US-Markt bekam Agilent Ende Februar 2001. Die Zahl der auf diesem Weg in den Kliniken plazierten PiCCOs soll von derzeit rund 400 auf 9.700 im Jahr 2003 ansteigen.

Durchschnittlich werden pro PiCCO-Gerät nach drei Jahren 50 der 150 Euro teuren Sterilkatheter-Sätze verbraucht, so daß PULSION 2003 mit 48 Mio. Euro Umsatz aus dem Vertrieb dieser Verbrauchsartikel rechnet. Weitere 44 Mio. Euro sollen aus dem Verkauf von Produkten stammen, deren Zulassung Mitte 2001 in der EU und 2002 in den USA geplant ist: Dies sind LiMON, ein Gerät zur Überwachung der Leberfunktion und ICG. Das Diagnostikum ICG soll unter anderem für die Messung der Durchblutung bestimmter Organe zum zweiten wichtigen Umsatztreiber werden. Ab 2003 ergibt sich durch Anwendungen in der Gefäß- und Tumortherapie zusätzliches Potential. Insgesamt schätzen Marktforscher wie Medical Data International das Marktpotential für die Sterilkatheter auf 2,2 Mrd. Euro, für ICG auf 1,1 Mrd. Euro.

Nachdem die Planzahlen im vergangenen Geschäftsjahr um 10 % übertroffen werden konnten, plant PULSION 2001 einen Umsatz von 14,2 Mio. Euro und einen Jahresfehlbetrag von 5,7 Mio. Euro. Bei jährlichen Steigerungsraten von deutlich über 100 % will das Unternehmen 2003 einen Umsatz von 97 Mio. Euro (2002: 40,6 Mio. Euro) und einen Jahresüberschuß von 21 Mio. Euro (2002: 3,4 Mio. Euro) erreichen. 40 % der Erlöse sollen dann aus den USA kommen. GoingPublic-Research rechnet in den nächsten drei Jahren mit folgenden Geschäftszahlen:

 

2000

2001e

2002e

2003e

 

Ums. (Mio.)

6,4

14

32

66,5

KUV´03e: 1,8*

EPS

-1,12

-0,72

0,28

1,77

KGV´03e: 8*

(Quelle: GoingPublic-Research; alle Angaben in Euro; *am oberen Ende der Preisspanne)

PULSION besitzt eine überlegene Technologie und ein margenstarkes Geschäftsmodell. Die Mittel aus dem Börsengang sollen vor allem zum Ausbau der bestehenden Vertriebsstrukturen genutzt werden. Angesichts des gegenüber Neuerungen konservativ eingestellten Marktumfeldes im Medizintechnik-Sektor stuft GoingPublic derzeit die Wachstumspläne des Unternehmens als zu ambitioniert ein. Doch aufgrund des auch bei vorsichtiger Schätzung zu erwartenden Gewinnsprunges in 2003 und einem KGV auf dieser Basis im einstelligen Bereich wird eine Zeichnung empfohlen.

Einen ausführlichen Beitrag zu dieser Neuemission können Sie im aktuellen GoingPublic Magazin 4/2001 auf Seite 18 lesen.

Einen aktuellen Beitrag zu PULSION finden Sie auch im GoingPublic-TV.