Die Erstnotiz am Neuen Markt ist für den 27. November geplant. Begleitet wird der Börsengang von der Bankgesellschaft Berlin (Lead) und Concord Effekten. Des weiteren fungieren more-IPO und die Stadtsparkasse Kaiserslautern als Selling Agents. Emittiert werden bis zu 1,5 Mio. Aktien (inkl. Greenshoe). Hiervon stammen 1,2 Mio. Stück aus einer Kapitalerhöhung. Weitere 150.000 Aktien sowie der Greenshoe von 150.000 Papieren stammen aus einer Umplazierung, die größtenteils vom Finanzinvestor Berlin Capital Funds bereitgestellt werden. Nach der Emission wird sich der Free Float auf etwa 29 % belaufen.

proALPHA entwickelt und vertreibt eine selbstentwickelte, internetfähige und plattformunabhängige ERP-Software, die speziell auf mittelständische Unternehmen mit 50 bis 1.000 Mitarbeitern abzielt. Die Software ist modular aufgebaut und kann durch weitere eigenentwickelte Komponenten wie SCM-, CRM oder Dokumenten-Management-Module erweitert werden. Neben dem Vertrieb und der Implementierung der Softwarelösung bieten eigene Systemhäuser, die meist als Tochterunternehmen betrieben werden, alle ergänzenden Dienstleistungen wie Organisationsberatung, Projektmanagement und Schulungen an. Der Bereich Dienstleistungen trug im Geschäftsjahr 1999/2000 ca. 40 % zum Gruppenumsatzes bei. proALPHA geht davon aus, daß dieses Segment, vor allem durch den hier angesiedelten ASP-Bereich, weiter an Bedeutung gewinnen wird.

Nach Marktuntersuchungen von Advanced Manufacturing Research (AMR) soll der Markt für ERP-Software bis zum Jahr 2003 jährlich über 30 % wachsen. Für den Markt von CRM- und SCM-Lösungen werden noch größere Wachstumsraten prognostiziert. proALPHA plant, in den nächsten Jahren deutlich schneller als der Markt zu wachsen. Das Wachstumspotential soll aus dem weiteren Ausbau der Marktanteile in den angestammten Geschäftsfeldern (ERP-Standard-Software im Mittelstand), dem erfolgreichen Verkauf der add-on-Module (u.a. CRM, SCM) und der Ausweitung des internationalen Geschäfts resultieren. Allerdings ist die Konkurrenz im ERP-Markt groß. Neben Branchenprimus SAP, der zunehmend auch immer mehr mittelständische Unternehmen ins Visier nimmt, finden sich auch zahlreiche Neuer Markt-Unternehmen wie PSI, bäurer, Infor oder Easy Software in diesem Segment.

2000e

2001e

2002e

Umsatz (Mio.)

28,4

44,3

70,3

KUV´01e: 1,8*

EPS

0,39

0,92

1,73

KGV´01e: 18*

(Quelle: proALPHA; alle Angaben in Euro; *am oberen Ende der Preisspanne)

Auf Basis der Planzahlen ergibt sich ein 2001er KGV am oberen Ende der Bookbuilding-Spanne von etwa 18. Vergleichbare Unternehmen wie Infor, Easy Software oder PSI gehören zur Zeit nicht gerade zu den Lieblingen der Anleger und werden mit KGVs von 13 bis 20 bewertet. Sollte es proALPHA gelingen, die Planzahlen zu erreichen und damit schneller als die Konkurrenz zu wachsen, dürfte der Kurs Spielraum nach oben haben. Solange aber Software-Aktien bei Anlegern weiterhin nicht gefragt sind und der Neue Markt seine Schwächephase nicht überwunden hat, besteht auch bei proALPHA kein Handlungsbedarf.

Einen Beitrag zum Unternehmen finden Sie auch auf Seite 28 im GoingPublic Magazin 12/00, das am 18. November erscheint.

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