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Der Börsengang an den Neuen Markt wird vom Konsortialführer HypoVereinsbank und der Bayerischen Landesbank begleitet.

Von den 2,27 Mio. Aktien stammen 2 Mio. aus einer Kapitalerhöhung und 270.000 von Altaktionären. Dazu kommt aus einer weiteren Kapitalerhöhung ein Greenshoe von 400.000 Aktien. Bei Ausübung der Mehrzuteilungsoption wird der Streubesitz 41 % betragen. Der Vorstandsvorsitzende Dr. Wolf M. Bertling, dem zusammen mit dem Finanzvorstand Dirk T. Honold 15 % der Gesellschaft gehören, hat sich gegenüber den Banken zu einer verlängerten Lock-up Periode von 24 Monaten verpflichtet. Für Großaktionäre mit einem Anteil von mehr als 5 % gilt eine Haltefrist von 12 Monaten, üblich sind 6 Monate.

Die november AG ist in zukunftsträchtigen Geschäftsfeldern tätig. Im Bereich Molekulare Therapie hat das Unternehmen ein Transportverfahren entwickelt, das Arzneiwirkstoffe im Körper direkt zum Krankheitsort bringt (Drug Delivery). Auf dem Gebiet der Molekularen Diagnostik will november mittels eines selbstentwickelten Gerätes die Identifikation von Erbkrankheiten ermöglichen. Ein anderes Einsatzfeld dieser Technologie ist der molekularbiologische Herkunfts- bzw. Echtheitsnachweis bei Konsumgütern, wie z.B. Lebensmitteln. Ein erster Erfolg ist die „Biologische Ohrmarke“ zur Markierung von Schlachttieren. Dafür erhielt das Unternehmen diesen Januar den 20. Innovationspreis der deutschen Wirtschaft.

Zur Senkung der Kosten vergibt das Unternehmen die Herstellung und den Vertrieb seiner Produkte an große Partner, wie z.B. Siemens, die dafür Lizenzgebühren zahlen. november erwartet ab 2001 Lizenzzahlungen in der Molekularen Diagnose und ab 2004 in der Molekularen Therapie. Bei 20 Mio. Euro Umsatz will das Unternehmen 2004 den Break-Even erreichen und einen Jahresüberschuß von 2 Mio. Euro erwirtschaften.

Die november AG geht in einer sehr frühen Phase der Unternehmensentwicklung an die Börse. Mit der Markteinführung der Hauptumsatzträger ist nicht vor 2003 zu rechnen. Bis dahin müssen noch Zulassungsverfahren und rechtliche Hindernisse überwunden werden. Zwar steht das Unternehmen auf mehreren Standbeinen, jedoch fehlt ein etabliertes Produkt. Dennoch bietet sowohl der globale Drug Delivery-Markt mit einem geschätzten Volumen von 20 Mrd. USD im Jahr 2010 als auch der Markt für medizinische Diagnostik mit weltweit geschätzten 5,5 Mrd. USD in 2005 ein enormes Potential für die in der Entwicklung befindlichen Produkte der november AG. Der Versuch, in beiden Märkten präsent zu sein, kann sich aber unter Umständen als zu ehrgeizig erweisen. In jedem Geschäftsfeld hat das Unternehmen große Konkurrenz und läuft mit nur etwas mehr als 50 Mitarbeitern Gefahr, den Focus zu verlieren.

Bei einem Ausgabepreis von 17 Euro am oberen Ende der Bookbuildingspanne ist november mit rund 100 Mio. Euro bewertet. Daraus resultiert genügend Kurs-Potential, wenn dem Unternehmen mit einer der Technologien der Durchbruch gelingt. Ansonsten kann auch der Totalverlust drohen. Die Zeichnung ist nur sehr risikofreudigen Anlegern zu empfehlen.