Ausgegeben werden max. 2,5 Mio. Aktien. Davon stammen 2,15 Mio. Aktien aus einer Kapitalerhöhung; Altaktionäre geben zum Börsengang 0,1 Mio. Aktien ab und stellen für den Greenshoe weitere 0,25 Mio. Aktien zur Verfügung. Neben der Commerzbank (Lead) befinden sich auch M.M. Warburg sowie Sal. Oppenheim im Konsortium. Der Free Float wird sich bei voller Ausübung des Greenshoe auf 30 % belaufen.

Das Hamburger Medienunternehmen hat sich auf die Produktion von TV-Sendungen in den Segmenten Jugend, Musik, Reality und Dokumentation spezialisiert. Aus dem Hause MME stammen erfolgreiche TV-Formate wie „Bravo-TV“, „Top of the Pops“ und „peep!“ Bislang hat sich die Mannschaft um die Vorstände Jörg Hoppe, Christoph Post und Jörg Eishold allein auf Auftragsproduktionen konzentriert. Die Einnahmen sind MME dabei sicher, das Potential nach oben ist aber begrenzt. Mit dem „Inselduell“ begibt sich das Unternehmen zum ersten Mal auf das „Glatteis“ Eigenproduktion. Vorteil: MME kann Kandidaten wie auch Musik selbst vermarkten und das Sendeformat an ausländische TV-Stationen weiterverkaufen. Für die Zukunft baut MME verstärkt auf Reality-Formate. Einen ersten Vorgeschmack werden die Zuschauer schon bald bekommen: „Girlscamp“ soll bei SAT.1 für eine gute Quote sorgen.

Auch im Internet sind die Hamburger präsent. Zum einen mit den Online-Auftritten von bekannten TV-Formaten; zum anderen mit den eigenständigen Web-Auftritten wie „Eyedoo“ und „Shownet“ (in Kooperation mit DEAG Deutsche Entertainment). Werbung, e-Commerce und künftig auch On Demand-Produkte sollen hier für Umsatz sorgen.

Mit den Mitteln aus dem Börsengang will MME verstärkt in den Rechteaufbau und den Rechtehandel einsteigen. Zudem stehen die Etablierung eines digitalen Spartenkanals wie auch weitere Koproduktionen mit Helkon auf dem Programm.

1999

2000e

2001e

2002e

Umsatz (Mio. Euro)

23,3

25,5

47,5

61

EPS (Euro)

-0,01

0,08

0,10

0,35

(Quelle: GoingPublic-Research)

MME steht auf einem soliden Fundament. Wenn es dem Unternehmen gelingt, einen eigenen Rechtestock aufzubauen, Stars vertraglich an sich zu binden und den Internet-Bereich profitabel zu gestalten, steht einer positiven Entwicklung wenig im Weg. Zum Problem könnte es allerdings werden, daß vor allem Reality-Formate wie „Inselduell“ in den nächsten Jahren für Umsatzwachstum sorgen sollen. Mit Endemol steht den Hamburgern hier ein fast übermächtiger Wettbewerber gegenüber. Zudem stellt sich die Frage, wie lange der Trend noch hält bzw. wie viele Reality-Formate es noch braucht, um die Zuschauer zu übersättigen.

Zur Emission ist MME mit einem 2001er KUV von 1,4 und einem 2001er KGV von 85 bewertet. Vergleichbare Unternehmen wie Odeon Film (KUV 2001: 0,5), Brainpool TV (KUV 2001: 3,5/KGV 2001: 57) und Viva Media (KUV 2001: 3,9) sind zum Teil höher bewertet. Am Beispiel Brainpool zeigt sich jedoch auch, daß die niedrigere Bewertung von MME gerechtfertigt ist: Denn Brainpool hatte von Anfang an genau das Geschäftsmodell, das sich MME in den nächsten Jahren erst ansatzweise erarbeiten will und muß. Die (Weiter-) Entwicklung vom Auftrags- hin zum Lizenzproduzenten wie auch die Etablierung neuer Geschäftsbereiche ist zudem mit nicht unerheblichen Risiken behaftet – wie es nicht zuletzt das Beispiel H5B5 in den letzten Monaten eindrücklich gezeigt hat. Eine Zeichnung drängt sich daher nicht auf.

Eine ausführliche Analyse zur MME AG finden Sie auch im aktuellen Magazin 11/00 auf Seite 56.

Tagesaktuelle Analysen zu Neuemissionen und Neuer Markt-Werten finden Sie auch unter www.goingpublic-online.de

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