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Fokus auf Frühfinanzierung
Als einer der wenigen in Deutschland tätigen Venture Capital-Geber konzentriert sich die in München ansässige mic AG auf Unternehmen, die noch am Anfang ihrer Entwicklung stehen (Early Stage). Auf Branchenebene liegt der Schwerpunkt auf den Segmenten Kommunikations-, Medizin- und Mikrosystemtechnik, auf die sich die neun zum Portfolio gehörenden Unternehmen aufteilen. Zwischen 50.000 und 2 Mio. Euro investiert die Gesellschaft in mehreren Tranchen und abhängig von dem Erreichen bestimmter operativer Fortschritte. Das Geschäftsmodell sieht eine aktive Begleitung und Betreuung vor. So stellt mic den Portfoliogesellschaften im Gründungszentrum Meiningen eine kostengünstige Infrastruktur zur Verfügung, ein Reinraumlaboratorium inklusive. Darüber hinaus werden die Beteiligungen von administrativen Aufgaben entlastet. Eigene Experten schalten sich bei Bedarf auch aktiv in das Management ein. Profitieren können die Unternehmen von den Kontakten des CEO Claus-Georg Müller, der bereits Anfang der 90er Jahre das heutige TecDAX-30-Unternehmen ADVA Optical gründete.

Zwei aussichtsreiche Beteiligungen
Unter den Beteiligungen aus dem Kommunikationssegment sticht aufgrund ihrer besonders Erfolg versprechenden Produktpalette die AIFOTEC Fiberoptics GmbH heraus. Das im Jahr 2002 aus einem Management Buyout hervorgegangene Unternehmen – Käufer war der heutige mic-Chef Müller – vertreibt einen Faserglitterlaser (FGL), der in Glasfasernetzen eine schnellere und kostengünstigere Datenübertragung ermöglicht. Potenzial besitzt zudem ein in der Entwicklung befindlicher vierkanaliger FGL. Erste Prototypen sollen bis Jahresende an Kunden ausgeliefert werden. Technologisch interessant erscheint auch die Bremer ficonTec. Diese bietet Maschinen und Steuerungssoftware für die Montage und das Prüfen von Mikrosystemen an. Beliefert werden zahlreiche Laserhersteller in Europa, den USA und Israel. Im Unterschied zu AIFOTEC schreibt ficonTec schon schwarze Zahlen. Die Umsätze wachsen mit 50% per annum.

IPO-Details
Noch bis zum 23. Oktober können Anleger für die Aktie der VC-Gesellschaft in einer Preispanne zwischen 10,00 und 13,20 Euro Zeichnungsaufträge erteilen. Das öffentliche Angebot umfasst bis zu 550.000 Stücke aus einer Kapitalerhöhung. Der Großaktionär, die mic Holding GmbH, an der wiederum die beiden Finanzinvestoren Dynamic Invest und CGM Venture mit 19,6 bzw. 69,5 % beteiligt sind, wird keine Anteile abgeben. Knapp zwei Drittel des Emissionserlöses will Müller in neue Beteiligungen investieren, das restliche Drittel soll für die Aufstockung von Minderheitsbeteiligungen –
zumeist übernimmt mic direkt einen Mehrheitsanteil – und dem Ausbau der Managementkapazitäten eingesetzt werden.

Geschäftszahlen

2005

2006e

2007e

2008e

Gesamtleistung*

0,75

0,98

1,77

2,55

Nettoergebnis*

0,23

-0,29

0,73

1,10

EpS

0,09

-0,11

0,29

0,43

KGV max.**

146,3

-116,1

46,1

30,6

*) in Mio., sämtliche Angaben in Euro; Quelle: Independent Research
**) auf Basis der Bookbuildingspanne


Annäherung an den fairen Wert
Unter Berücksichtigung der Kosten für den Börsengang wird die mic AG das laufende Geschäftsjahr mit einem leichten Verlust abschließen. Für die kommenden Jahre ist dank eines wachsenden Portfolios und einer größeren Zahl an Dienstleistungsverträgen mit steigenden Umsätzen zu rechnen. Dabei sollte die Gesellschaft in die Gewinnzone vorstoßen. Ausgehend von dem aktuellen Portfolio leiten die Analysten von Independent Research in einem Peer Group-Vergleich einen Net Asset Value (NAV) von 28,3 Mio. Euro bzw. 14,15 Euro je Aktie ab (Basis: Aktienanzahl 2 Mio. pre-IPO). Darin ist bereits ein mindestens 10%-iger Fungibilitätsabschlag auf alle Beteiligungen enthalten. Weil es sich um Unternehmen in einem noch sehr frühen Entwicklungsstadium handelt, haftet den Prognosen in diesem Fall eine hohe Unsicherheit an.

Fazit
Über die mic AG kauft sich der Anleger gleich in eine Reihe von technologisch hochinteressanten Unternehmen aus dynamischen Wachstumsmärkten ein. Neben einem dem Geschäft immanenten Risiko, das aus der Beteiligung an oftmals noch defizitären Unternehmen erwächst – 2005 musste bspw. die NovaWaveLight GmbH als bislang erste und einzige Portfoliogesellschaft Insolvenz anmelden – muss jedoch berücksichtigt werden, dass die mic AG bislang nicht auf einen aussagekräftigen Track Record oder erfolgreiche Exits verweisen kann. Der Vorteil, der aus den Kontakten und dem Branchenwissen des CEOs erwächst, stellt zudem ein nicht zu unterschätzendes Schlüsselrisiko dar. Die zugrunde gelegte Preisspanne erscheint angesichts des NAV zwar ambitioniert, eine Zeichnung am unteren Ende (bis ca. 11 Euro) erscheint aber vertretbar.

Marcus Wessel

mic AG – Emissionsparameter
WKN

A0K F6S

Erstnotiz

25. Okt

Zeichnungsfrist

18. bis 23. Oktober

Bookbuildingspanne

10,00 bis 13,20 Euro

MarketCap

25,5 bis 33,7 Mio. Euro

Marktsegment

Open Market (Entry Standard)

Emissionsvolumen

Bis zu 550.000 Aktien aus Kapitalerhöhung;

5,5 bis 7,3 Mio. Euro

Konsortium

VEM Aktienbank (Lead)

Free Float

21,6 %

Internet

www.mic-venture.com