Plaziert werden 2.585.354 Stückaktien. Zusätzlich steht ein Greenshoe in Höhe von 400.000 Aktien zur Verfügung. Dabei stammen alle Aktien aus einer Kapitalerhöhung. Inklusive Greenshoe wird der Free Float bei rund 28 % liegen. Der Börsengang findet unter gemeinsamer Führung der Bank Vontobel und Morgan Stanley Dean Witter statt. Die Commerzbank ist ebenfalls im Konsortium vertreten.

Die MediGene AG aus Martinsried bei München entwickelt neue Medikamente gegen Herz- und Krebsleiden. Im Bereich der Herzkrankheiten setzt das Unternehmen die selbst entwickelte ITD-Technologie (Integrated Target Definition) ein, um Gene zu identifizieren, die an der Entstehung von Krankheiten beteiligt sind, und um darüber hinaus Ansatzpunkte für mögliche Wirkstoffe zu entdecken. Weitere Forschungsprojekte wie ein Mittel gegen Genitalwarzen oder eine therapeutische Impfung gegen das maligne Melanom, den bösartigen Hautkrebs, ergänzen die Pipeline.

1999 erzielte MediGene eine Gesamtleistung von rund 5,9 Mio. Euro, die ausschließlich aus Zahlungen von Kooperationspartnern wie Aventis und Schering stammte, und einen Verlust von 3,7 Mio. Euro. Erste Umsätze mit zugelassenen Medikamenten plant MediGene für das Jahr 2003. Da die teuren klinischen Studien der Phase III teilweise von Schering und Aventis durchgeführt werden sollen, könnten schon im selben Jahr erstmals Gewinne geschrieben werden. Bis dahin ist allerdings aufgrund hoher Forschungsaufwendungen mit einer deutlichen Steigerung der ausgewiesenen Verluste zu rechnen. Zur Finanzierung dieser verstärkten Ausgaben soll der Emissionserlös dienen.

MediGene zeichnet sich durch eine innovative Technologie und eine diversifizierte Produktpalette aus. Zudem ist die Einführung von ersten Medikamenten aufgrund bereits begonnener und zum Teil weit fortgeschrittener klinischer Studien früher zu erwarten als bei den beiden anderen am Neuen Markt notierten Wirkstofforschern MorphoSys und GPC Biotech. Dies reduziert das trotzdem noch immer vorhandene Risiko eines Totalausfalls für die Anleger. GPC Biotech, für die GoingPublic Research frühestens im Jahr 2006 den Break Even erwartet, hat bisher keinen Wirkstoff in klinischen Studien und wird am Neuen Markt mit rund 800 Mio. Euro bewertet. MorphoSys könnte zwar schon im laufenden Jahr Gewinne schreiben, führt aber ebenso noch keine klinischen Studien durch. Allerdings liegt die Marktkapitalisierung des Unternehmens bei knapp 900 Mio. Euro. Demgegenüber weist MediGene am oberen Ende der Bookbuilding-Spanne eine Marktkapitalisierung von 424 Mio. Euro auf. Angesichts der weiter fortgeschrittenen Forschung und eines möglichen früheren Erreichens der Gewinnschwelle als GPC Biotech, ist dies eine im Rahmen der Neuer Markt-Peer Group angemessene IPO-Bewertung. Daher rät GoingPublic Anlegern, die sich der Risiken eines Investments in Aktien von reinrassigen Wirkstofforschern bewußt sind, zur Zeichnung.      

Eine ausführliche Analyse der Aktie finden Sie auch im aktuellen GoingPublic Magazin 6/00, S. 14.

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