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Emissionsdetails
Zeichnungsfrist: 18. bis 27. Oktober
Bookbuilding-Spanne: 19 bis 21 Euro
Erstnotiz: 28. Oktober
WKN: 617 487
Konsortium: DZ BANK (Volks- und Raiffeisenbanken), HSBC Trinkaus & Burkhardt, Sal. Oppenheim und M.M. Warburg
Emissionsvolumen: bis zu 6,4 Mio. Aktien, davon bis zu 3,2 Mio. Aktien aus einer Kapitalerhöhung, bis zu 2,4 Mio. Aktien aus dem Besitz von Altaktionären sowie ein Greenshoe von 0,8 Mio. Aktien aus Altaktionärsbesitz
Marktsegment: Amtlicher Markt (Prime Standard)
MarketCap: 241 bis 266 Mio. Euro
Free Float: 50,3 % (nach Greenshoe)

Schwerpunkt bei Schiffsbeteiligungen
Die Lloyd Fonds AG wurde 1995 als „verlängerte Werkbank“ der bisherigen Eigentümer gegründet, die am Markt Eigenkapital für eigene Produkte gesucht haben. Mit dem Eintritt von CEO Dr. Torsten Teichert im Jahr 2000 hat ein Strategiewechsel stattgefunden, der dem Unternehmen eine höhere Unabhängigkeit brachte. Bislang hat Lloyd Fonds 64 Fonds initiiert, das plazierte Eigenkapital betrug laut „Marktanalyse der Beteiligungsmodelle 2005“ von Stefan Loipfinger im vergangenen Jahr 189,4 Mio. Euro. Davon flossen 178,5 Mio. Euro (94 %) in Schiffsbeteiligungen. Im Zweitmarkt für britische Kapitallebensversicherungsfonds ist das Unternehmen Marktführer. Lloyd sieht die Qualität der eigenen Produkte insbesondere durch unabhängige Analysen der sogenannten „Leistungsbilanz“ bestätigt, die z.B. von ProCompare als „vorbildlich“ eingestuft wird.

Geschäftsentwicklung – Lloyd Fonds AG
Zahlenreihen 2004 / 2005e / 2006e

Plaziertes EK*: 191 / 332 / 415
Umsatz: 52,1 / 82,3 / 98,1
EBIT: 13,6 / 23,2 / 29,5
EBIT-Marge: 26 % / 28 % / 30 %
Jahresüberschuß: 9,5 / 17,1 / 22,9
Ergebnis je Aktie: 1,02 / 1,71 / 1,81
KGV 2006e: 10,5 bis 11,6

Quelle: Unternehmensangaben, DZ BANK Research,
*) Plaziertes Eigenkapital inkl. Agio

Weitere Expansion
Zum 31. August verfügt Lloyd Fonds über eine gesicherte Produktpipeline von 27 Schiffen (24 Containerschiffe, 3 Tanker), davon sind bereits 22 Schiffe langfristig verchartert. Alleine diese Schiffe ermöglichen dem Unternehmen die Auflage von Fonds mit einem zu plazierenden Eigenkapital von ca. 430 Mio. Euro. Diese sollen, wie CFO Holger Schmitz während der Emissions-Pressekonferenz erläuterte, in den nächsten 18 Monaten plaziert werden. Im Vergleich zu den bisherigen Zahlen lassen sich allein daraus hohe Wachstumsraten ableiten. Doch das Unternehmen möchte sich künftig breiter aufstellen und die Abhängigkeit vom Markt für Schiffsbeteiligungen verringern. Im Jahr 2008 sollen mehr als 50 % des plazierten Eigenkapitals in andere Asset-Klassen fließen. Laut CEO Dr. Torsten Teichert ist ein starkes Wachstum bei Immobilienfonds (Schwerpunkt USA und Europa) geplant.

Attraktive Dividende
Die Aktien sind für das laufende Geschäftsjahr voll gewinnanteilberechtigt. Die DZ BANK erwartet für 2005 eine Ausschüttungsquote von 80 % und darüber hinaus von 92 %. Hieraus ergibt sich für das laufende Jahr eine Dividendenrendite von ca. 6,5 bis 7,2 %, für 2006 (zahlbar 2007) von 8,4 bis 9,2 %.

Mittelverwendung
Die zufließenden Mittel sollen vorrangig zur Eigenkapitalunterlegung der im Vorfeld einer Fondsauflegung zu finanzierenden Assets und zur Diversifikation verwendet werden. Ein kleiner Teil des Emissionserlöses soll der Stärkung der Vertriebskraft und der Sicherstellung der weiteren Asset-Pipeline, auch über Kooperationen und Akquisitionen, dienen. Mögliche Akquisitionen sind laut Dr. Teichert sowohl auf der Asset- als auch auf der Vertriebsseite denkbar.

Bewertung/Peer Group
MPC Capital ist aktuell mit einem 2006er KGV von 14 bewertet und hat eine Dividendenrendite von 6,8 % (Quelle: Bankhaus Lampe). HCI Capital hat ein 2006er KGV von 9,1 (Quelle: CSFB). MPC Capital ist jedoch breiter aufgestellt und erzielte lediglich 39 % des 2004er Umsatzes mit Schiffonds, Lloyd Fonds hingegen 94 %. Bei HCI machten Schiffsfonds im letzten Jahr 85 % des Geschäftsvolumens aus. Lloyd Fonds hat jedoch eine deutlich bessere Leistungsbilanz als HCI und eine sehr starke, gesicherte Produktpipeline. Dies alles zusammengenommen sollte Lloyd Fonds zwar einen Abschlag gegenüber MPC aufweisen, jedoch einen Aufschlag gegenüber HCI.

Hohe Transparenz
Erstmals bei einem IPO im Prime Standard überhaupt wurde das Research der beteiligten Banken von der konsortialführenden DZ BANK nun auch offiziell der Presse zur Verfügung gestellt, die sich dieses nicht mehr heimlich über dem Umweg von institutionellen Investoren besorgen muß. Auch in Bezug auf detaillierte Nachfragen (Entwicklung der Vertriebsprovisionen und Vercharterung der Produktpipeline) zeigte sich CEO Teichert lobenswert auskunftsfreudig.

Fazit:
Lloyd Fonds überzeugt durch eine starke Produktpipeline, eine positive Leistungsbilanz und die vorbildliche Transparenz beim Börsengang. Gegenüber MPC verfügt das Unternehmen über einen deutlichen Bewertungsabschlag und ist damit günstig bewertet. Eine Zeichnung erscheint daher ratsam.

Christian Schiffmacher

Im aktuellen GoingPublic Magazin 10/2005, S. 26 bis 31, ist ein Special zum Markt für Geschlossene Fonds und Schiffsbeteiligungen zu finden. Ein Interview mit CEO Dr. Torsten Teichert ist unter www.goingpublic.de in der Rubrik „Interviews“ nachzulesen.