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Die Erstnotiz am Neuen Markt ist für den 24. August vorgesehen. Zum Bankenkonsortium gehören neben der Concord Effekten AG (Lead) auch das Bankhaus Reuschel & Co. sowie Hauck & Aufhäuser. Plaziert werden insgesamt rund 2,3 Mio. Aktien (inklusive Greenshoe von 0,3 Mio. Stück), von denen 2,05 Mio. aus einer Kapitalerhöhung stammen. Der Free Float nach dem Listing am Neuen Markt liegt bei voller Ausübung der Mehrzuteilungsoption bei 28,6 %.

Electronics Line hat sich auf den Bereich drahtlos arbeitender Datenerfassungs- und Übertragungssysteme für den Wachstumsmarkt „Home Networks“ spezialisiert. Darunter versteht man die Vernetzung elektronisch adressierbarer Einrichtungen in privaten Haushalten wie beispielsweise PC, Heizung, Haushaltsgeräte und Beleuchtung. Dabei ist die zentrale Steuerung über das Internet, aber auch UMTS- oder WAP-Kommunikationsstandards möglich. Die Basis hierfür bildet ein drahtlos arbeitendes Datenerfassungs- und Übertragungssystem, das die separaten Technologien intelligent miteinander verknüpfen kann. Die Kombination mit dem Bereich Sicherheitstechnik und Sensorik, den beiden ursprünglichen Unternehmens-Geschäftsfeldern von Electronics Line, bildet das komplette Heim-Netzwerk. Mit Hilfe seines neuen Komplettsystems hat das israelische Unternehmen 1999 die Gewinnschwelle wieder erreicht, nachdem in beiden Jahren zuvor Verluste angefallen waren. Diese rührten aus Aufwendungen für neue Produkteinführungen her.

Die größten Wachstumsperpektiven sieht das israelische Unternehmen auf dem europäischen Markt, wo derzeit nur rund 3 % der privaten Haushalte elektronisch gesichert sind. Die Vereinigten Staaten sind mit etwa 14 % schon deutlich weiter. Mit der Kapitalerhöhung im Rahmen des Zweitlistings am Neuen Markt – Electronics Line ist bereits seit 1992 an der Heimatbörse in Tel Aviv notiert – sollen die internationale Expansion finanziert und neue Produktionskapazitäten geschaffen werden. Im letzten Jahr verzeichnete Electronics Line Umsätze von 26,1 Mio. Euro bei einem Gewinn von 0,22 Euro pro Aktie. Für das laufende Jahr schätzt GoingPublic-Research den Umsatz auf 35,2 Mio. Euro und das Ergebnis je Aktie auf 0,60 Euro. Damit errechnet sich ein Umsatzmultiple von 4,1 und ein KGV von 30 auf Basis der mittleren Bookbuilding-Spanne.
Der Markt für Sicherheitsprodukte und -dienstleistungen befindet sich im Aufwind. Marktforscher prognostizieren ein mittelfristiges Marktvolumen von etwa 3 Mrd. US-$. Electronics Line ist allerdings – als relativ kleines Unternehmen – in Gesellschaft erheblich größerer Konkurrenten wie z.B. Pittway und Sensormatic, die bereits über deutlich höhere Marktanteile verfügen. Angesichts der immer schneller fortschreitenden Marktdurchdringung von Mobilfunk- und Informationstechnologie wird eine Reihe weiterer Anbieter auf den Plan treten und die Wettbewerbssituation weiter verschärfen. Vor diesem Hintergrund erscheinen die vom Unternehmen geplanten Wachstumsraten von über 40 bis 50 % p.a. zu optimistisch. Eine Zeichnung oder ein Engagement sollte risikobewußten Anlegern vorbehalten bleiben.