Treue Altaktionäre
Durch die Ausgabe neuer Aktien sollen deshalb mittels eines IPOs im Geregelten Markt (General Standard) der Börse Frankfurt bis zu 16,3 Mio. Euro zur Finanzierung des weiteren Wachstums erlöst werden. Mit der Abgabe von lediglich 0,33 Mio. Aktien halten sich die Altgesellschafter, die sich zudem zu einem 12-monatigen Lock-up verpflichtet haben, erfreulich zurück. Gezeichnet werden können die Papiere noch bis zum 25. April bei der HypoVereinsbank in einer Spanne zwischen 11,50 Euro und 13 Euro. Erster Handelstag wird der 26. April sein.

Auf Expansionspfaden
Mit seinem Angebot wendet sich der Dresdner Finanzdienstleister insbesondere an Unternehmen mit einem Forderungsumsatz von bis zu 5 Mio. Euro. Dabei umfaßt das Full Service Factoring neben der schnellen Bezahlung auch den Schutz vor Forderungsausfällen sowie die Übernahme der Kundenbuchhaltung und des kompletten Mahnwesens. Die Gesamtgebühr für dieses Dienstleistungspaket liegt im Skontobereich bei 3 bis 5 %. War die 1999 gegründete Gesellschaft bisher schwerpunktmäßig in den neuen Bundesländern tätig, wo ca. drei Viertel ihrer Kunden ansässig sind, will sie mittelfristig im gesamten Bundesgebiet mit eigenen Standorten vertreten sein. So sehen die Analysten der HypoVereinsbank in einer erfolgreichen Expansion durch die Eröffnung neuer Niederlassungen in Westdeutschland auch den entscheidenden Erfolgsfaktor für das Unternehmen.

Wachstum über Branchendurchschnitt
Bei einem Forderungsvolumen von 108,7 Mio. Euro erwirtschaftete der Finanzdienstleister mit 137 Factoringkunden in 2005 Umsatzerlöse von knapp 4,5 Mio. Euro. Mit einer Steigerung von 35 % wuchs das Geschäft der Dresdner damit deutlich stärker als der Gesamtmarkt, der seit 1999 im Durchschnitt um jährlich 15 % (in 2005 um 21,6 %) zulegen konnte. Noch etwas zu wünschen übrig läßt dagegen die Ertragskraft des ersten börsennotierten Factors in Deutschland. So liegt das für 2006 erwartete KGV bei Zuteilung am oberen Rand der Bookbuilding-Spanne von 13 Euro immerhin bei 50. Dank des erwarteten Wachstumsschubs, der mit den beim Börsengang erlösten Mitteln realisiert werden soll, fällt der entsprechende Wert 2007 mit 21,7 allerdings schon deutlich moderater aus. Auf diesem Niveau (27 für 2006e und 22,3 für 2007e) bewegt sich auch die zuletzt deutlich gestiegene Grenkeleasing, die von den börsennotierten Spezialfinanzierern wohl noch am ehesten mit der Dresdner Factoring vergleichbar ist.

Fazit:
Zweifellos wird der Factoringmarkt für kleine und mittelständische Unternehmen, auf dem es nach Aussagen von Firmenchef Klaus Sauer praktisch keinen Verdrängungswettbewerb gibt, zukünftig an Bedeutung gewinnen. Als börsennotiertes Unternehmen ist Dresdner Factoring in diesem Segment gut positioniert. Solange die angekündigten Wachstumsabsichten nicht nachhaltig unterlegt und die Ertragsstärke deutlich gesteigert werden, erscheint die Kursphantasie oberhalb der Bookbuilding-Spanne jedoch recht begrenzt zu sein.

Dr. Martin Ahlers

Dresdner Factoring AG – Emissionsparameter
WKN                                 DFAG99
Zeichnungsfrist                    19. bis 25. April
Bookbuilding-Spanne         11,50 bis 13 Euro
Erstnotiz                                 26.
April
MarketCap                             34 mio.
Euro bis 38,4 mio. Euro
Marktsegment                      Geregelter Markt (General Standard)
volumen                                     bis zu 1,586 Mio. Aktien, inkl. 0,155 Mio. Aktien          Greenshoe, davon bis zu 1,255 Mio. Aktien aus Kapitalerhöhung
Konsortium                           HypoVereinsbank
Free Float                               bis zu 53,67 %
Internet                                    www.dresdner-factoring.de

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