Werbung

Beteiligungsgesellschaften sind in der jüngsten Vergangenheit wieder salonfähig geworden. Jahrelang führten die Unternehmen an der Börse ein Schattendasein. Geprägt von der Baisse Anfang des Jahrtausends war Anlegern die Gewinnentwicklung der Firmen schlicht zu unsicher. Doch hat das Interesse der Finanzgemeinde wieder merklich zugenommen.

Das Unternehmen
Das verbesserte Klima nutzen einige Unternehmen für einen Börsengang. So auch die CONET Technologie. Das noch sehr junge Unternehmen – CONET wurde in seiner jetzigen Form erst 2005 gegründet – unterscheidet sich von klassischen Beteiligungsgesellschaften. Die Frankfurter haben ihren Geschäftszweck ausschließlich auf Technologiefirmen ausgerichtet. Zudem will CONET mit gezielten Zukäufen einen großen IT-Dienstleister aufbauen. Bis dato haben die Hessen erst eine Beteiligung, die CONET Solutions GmbH. „Eine Beteiligung muss in unser Leistungsspektrum passen und einen Mehrwert schaffen“, erklärt Vorstandschef Rüdiger Zeyen im Gespräch mit dem GoingPublic Magazin. Die Vorgehensweise erinnert ein wenig an die im SDAX notierte Arques. Diese Firma formt aus verschiedenen Beteiligungen ein großes Unternehmen. Zuletzt führten die Starnberger ihre IT-Beteiligungen zusammen und brachten diese in Tiscon Infosystem mit anschließender Börsennotierung ein. „Tiscon ist ein guter Vergleich“, so Zeyen weiter. Auch die CONET Solution soll nach seinen Plänen derart vergrößert werden.

Börsengang
Um die Expansionspläne auch umsetzen zu können, nutzt der Firmenlenker den Kapitalmarkt: 750.000 Vorzugsaktien bot CONET vorbörslich zu 5 Euro an. Davon stammten 400.000 aus einer Kapitalerhöhung, der Rest von Altaktionären. „Da Anleger durch die Vorzugsaktien auf ein Stimmrecht verzichten müssen, werden wir auch eine Dividende ausschütten“, kündigt Zeyen an. Bereits im ersten Jahr will CONET die Anteilseigener mit einer Gewinnbeteiligung bei Laune halten – über die Höhe hält sich der Manager noch bedeckt.

CONET Technologie

2005/2006

2006/2007e

2007/2008e

2008/2009e

Umsatz*

18,6

20,4

22,7

25,2

Nettoerg.*

0,9

1,1

1,2

1,3

EpS

0,40

0,49

0,53

0,58

KGV**

12,5

10,2

9,4

8,7

*) in Mio., sämtliche Angaben in Euro; Quelle: eigene Schätzungen
**) auf Basis der vorbörslichen Privatplatzierung zu 5 Euro


Um einen fairen Wert für die CONET-Aktie zu ermitteln, muss die Entwicklung der einzigen Beteiligung, die CONET Solutions, herangezogen werden. Im Geschäftsjahr 2005/2006 erzielte der IT-Dienstleister einen Umsatz von 18,5 Mio. Euro, das Ergebnis vor Zinsen und Steuern belief sich auf 1,6 Mio. Euro. Damit bringt es die 100 %-Tochter auf eine Umsatzrendite von 8,6 %. Im Vergleich zu Wettbewerbern wie die börsennotierte itelligence nicht schlecht: itelligence ist nur halb so profitabel.

Operatives Geschäft
CONET Solutions lässt sich grob in zwei Segmente unterteilen: Consulting und Softwareentwicklung. „90 % der Erlöse erwirtschaften wir im Consultingbereich“, erklärt Zeyen. Aber auch auf der Produktseite hat CONET Solutions beispielsweise mit der eigens entwickelten Software you@web etwas zu bieten. Diese findet vor allem im SAP Enterprise-Portal ihren Einsatz. Zeyen will das Produktgeschäft langfristig ausbauen: „Die Sparte soll bis in drei Jahren 35 bis 40 % des Gesamtumsatzes ausmachen.“ Wichtigster Partner ist SAP. Dort sieht Zeyen seine Chance: „Wir wollen im Produkt- und Dienstleistungsumfeld von SAP mitwachsen.“ Doch bedeutet dies im Umkehrschluss auch eine große Abhängigkeit von dem Walldorfer Softwareriesen. Sollte die Wachstumskurve von SAP einknicken, könnte dies auch das Geschäft von CONET belasten. Zeyen sieht das gelassen: „Uns würde der bereits vorhandene Markt reichen.“

Der IT-Markt ist hart umkämpft und von einem starken Preiswettbewerb geprägt. Darunter leiden vor allem kleinere Unternehmen, die aufgrund eines geringeren Finanzpolsters bei einem Margenverfall schneller aus dem Markt verdrängt werden. Dies ist einerseits eine Chance für CONET. So kann die Holding preisgünstig neue Beteiligungen eingehen und einen großen IT-Dienstleister aufbauen. Andererseits könnte CONET diesem Bereinigungsprozess selbst zum Opfer fallen. Zeyen sieht sich auf der Käuferseite: „In diesem Jahr wird noch was passieren.“

Fazit
Geht man von einem Wachstum bei Umsatz und Ertrag von jährlich rund 10 % aus, dürfte CONET bei Kursen von ca. 7 Euro fair bewertet sein. Dies entspräche einer Marktkapitalisierung von knapp 15,8 Mio. Euro. Damit wäre CONET mit rund dem 0,75-fachen des erwarteten Jahresumsatzes für 2006/2007 bewertet. Konkurrent itelligence bringt es auf einen Faktor von 0,5, ist aber auch weniger ertragsstark. Die noch defizitäre Tiscon kostet dagegen sogar nur 10% eines Jahresumsatzes. Das CONET-Management wiederum muss erst noch den Beweis erbringen, dass man im Beteiligungsgeschäft auch langfristig das richtige Gespür hat.

Christian Ingerl

CONET Technologie – Emissionsparameter
WKN

A0L D6V

Erstnotiz

28. Februar, erster Kurs: 5,50 Euro

MarketCap

11,3 Mio. Euro*

Marktsegment

Open Market (+Entry Standard)

Emissionsprospekt

ja

Konsortium

RG Securities

Free Float

17,8 %

Internet

www.conet-technologie.de

*) in Bezug auf die vorbörsliche Privatplatzierung zu 5 Euro