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Davon stammen 1,2 Mio. Aktien aus einer Kapitalerhöhung und 0,1 Mio. aus dem Besitz der Altaktionäre. Darüber hinaus stellen die Altaktionäre weitere 0,2 Mio. Aktien im Rahmen einer Mehrzuteilungsoption zur Verfügung. Nach Ausübung des Greenshoe wird der Free Float bei rund 32 % liegen (insgesamt 4,7 Mio. Aktien). Als erster Handelstag am Neuen Markt ist der 14. Februar vorgesehen.

Die 1994 gegründete co.don AG aus Teltow bei Berlin entwickelt neue Methoden zur Behandlung von Knorpel- und Knochendefekten. Dabei werden dem Patienten Zellen entnommen und im Labor innerhalb von zwei bis drei Wochen zu einem Zellverband gezüchtet, der anschließend auf die defekte Gewebsstelle transplantiert wird. Diese Technologie kommt zur Zeit bei Schädigungen von Gelenkknorpel, Knochen und Bandscheiben zum Einsatz. Bisher kann das Unternehmen über 500 erfolgreiche Knorpelzell-Transplantationen in Europa vorweisen.

co.don benutzt patienteneigenes, also autologes Gewebe, statt auf Spender oder Leichen zurückzugreifen wie die amerikanischen Unternehmen Organogenisis oder LifeCell. Dadurch wird das Risiko einer unerwünschten Immunantwort oder einer Infektion deutlich vermindert. Zusätzliche Sicherheit verleiht das aus dem Patientenblut gewonnene Nährmedium, auf dem die Zellen in den co.don-Labors gezüchtet werden. Andere Gesellschaften wie die amerikanische Genzyme Biosurgery, die bereits am Neuen Markt notierte BioTissue Technologies oder die schweizerische Modex Therapeutics setzen zwar auch auf autologe Verfahren. Sie verwenden jedoch zur Züchtung Kälberserum: Gerade vor dem Hintergrund der BSE-Diskussion könnte sich dies kurzfristig als problematisch erweisen.

Nach einer Studie von Pittsburg TE Initiative aus dem Jahr 1996 wird der sich gerade erst neu entwickelnde Markt für Produkte zur Behandlung von Gewebsdefekten im Jahr 2006 weltweit ein Volumen von rund 80 Mrd. US-$ erreichen. co.don will durch die Ausweitung der eigenen, durch Verfahrenspatente gesicherten Technologie möglichst viele Indikationsfelder abdecken. Dazu gehört die Züchtung von Herzklappen und Gefäßen ebenso wie Anwendungen in der plastischen Chirurgie. Um international Präsenz zu zeigen, wurde im letzten Jahr eine Tochtergesellschaft in den USA gegründet. Anfang 2001 wurde der Antrag auf Zulassung für die Transplantation körpereigener Knorpelzellen bei der amerikanischen Gesundheitsbehörde FDA gestellt.

Da mit der Züchtung von Gewebe außerhalb des Körpers gerade erst ein neuer Zweig der Biotechnologie entsteht, überrascht es nicht, daß co.don bisher keine nennenswerten Umsätze vorweisen kann. So rechnet die Gesellschaft für das abgelaufene Geschäftsjahr mit einem Umsatz von 0,8 Mio. Euro und einem Verlust von 2,2 Mio. Euro. GoingPublic Research erwartet den Break Even im Jahr 2003 bei Umsätzen von rund 18 Mio. Euro.

co.don ist auf dem Gebiet der Züchtung von Körperzellen hervorragend positioniert. Neben der schon heute recht breiten Produktpalette und einer Technologie mit deutlichen Alleinstellungsmerkmalen zeichnet sich das Unternehmen durch eine klar erkennbare, internationale Wachstumsstrategie aus. Die vom Management freiwillig auf 24 Monate verlängerte Haltefrist für ihre Aktien, zeigt das Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten. Zudem ist das Unternehmen mit einer Bewertung von rund 70 Mio. Euro am oberen Ende der Bookbuilding-Spanne angesichts des großen Marktpotentials nicht teuer. Problematisch ist einzig die noch nicht abschließend geklärte Regelung der Kostenerstattung durch die Krankenkassen. Derzeit werden nur in Einzelfällen die Behandlungsaufwendungen erstattet. Über eine dauerhafte Lösung dieser Frage wird derzeit verhandelt. Ungeachtet dieser momentanen Schwäche überwiegen die Vorteile bei der Marktstellung und der technologischen Führerschaft. Daher empfiehlt GoingPublic, die co.don-Aktie zu zeichnen.

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