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Schon seit Jahrtausenden ist der Menschheit die keimtötende Wirkung von Silber bekannt. Auf dieses Wissen baut das Geschäft der Nürnberger Bio-Gate AG auf, die eine innovative Lösung entwickelt hat, um Materialien und Oberflächen langfristig und medizinisch wirksam vor Bakterien und Krankheitserregern zu schützen. Hierfür werden die Werkstoffe mit Silberteilchen versetzt, die auf Mikro- oder sogar Nanogröße zerkleinert wurden und damit eine deutlich vergrößerte Oberfläche aufweisen. Durch den Zusatz der Silberpartikel wird die Zellteilung verhindert und so die Ausbreitung der Bakterien gestoppt. „Wir sind an der Schnittstelle zwischen der Entwicklung neuer Materialien und der Nanotechnologie tätig“, erklärt Vorstandsmitglied Dr. Michael Wagener die Aufstellung des Unternehmens. Eingesetzt wird die Technologie bislang vor allem im medizinischen Bereich, in dem eine möglichst umfassende Keimfreiheit zwingend nötig ist, um die Genesung der ohnehin geschwächten Patienten nicht zu behindern.

 

Die Dosierung ist entscheidend
Der Bakterienschutz ist abhängig von der Höhe der Dosierung und bis zu mehreren Jahren aktiv. Es muß nämlich so viel Silber zugesetzt werden, daß es seine Wirksamkeit entfalten kann, aber nicht zu viel, da sonst schlimmstenfalls toxische Effekte auftreten. Da die Silbertechnologie von Bio-Gate bislang vor allem im medizinischen Bereich und in der Kosmetik eingesetzt wird, muß der biologische Effekt deshalb sehr genau abgeschätzt werden, wofür das Unternehmen schon vor Jahren ein spezielles Meßverfahren entwickelt hat. Unabdingbar sind auch ein sehr sorgfältiges Vorgehen und die Einhaltung höchster Qualitätsstandards, was die Bio-Gate AG aber offenbar gut leisten kann. Schließlich ist das Unternehmen schon seit fünf Jahren erfolgreich am Markt aktiv, wird den Anforderungen der sehr anspruchsvollen Kunden also gerecht. Außerdem verfügt Bio-Gate über entsprechende Akkreditierungen der Behörden und erfüllt die gängigen Qualitätsnormen.

 

Drei starke Einnahmequellen
Angeboten werden von Bio-Gate komplette Lösungen vom Test der Materialien und einer umfassenden Beratung der Kunden bis hin zu Qualitätskontrolle und Zertifizierung. Entsprechend stehen die Erlöse mit Einmalzahlungen in der Entwicklungsphase, Lizenzeinnahmen in der Herstellungsphase und festen Honoraren bei der Qualitätssicherung auf drei stabilen Beinen. Um auch den Vertrieb möglichst effizient zu gestalten, wurde in den letzten Jahren ein umfangreiches Netzwerk an internationalen Partnern aufgebaut. Auf diese Weise lassen sich die Märkte schneller erschließen, und die Bio-Gate AG kann sich voll auf ihr Kerngeschäft konzentrieren. Vor kurzem konnte der Chemieriese Ciba speziell für den Kunststoffbereich als Kooperationspartner gewonnen werden, im Medizinsektor erfolgt der Vertrieb gemeinsam mit einem großen US-Unternehmen.

 

Einziger Anbieter mit Komplettlösungen
Mit ihrer speziellen Silbertechnologie nimmt die Bio-Gate AG eigenen Angaben zufolge weltweit eine führende Position ein. Entwickelt wurde das Verfahren zusammen mit der Fraunhofer-Gesellschaft. Sie hält auch heute noch eine Minderheitsbeteiligung an dem High-Tech-Unternehmen, die übrigen Anteile liegen beim Management und zwei weiteren Investoren. Die Technologie an sich wurde nicht patentiert; um dies zu erreichen, hätte zu viel von dem komplexen Verfahren offengelegt werden müssen. Es gibt jedoch spezielle Anwendungspatente, die Übergriffe der Konkurrenz verhindern. Insbesondere im asiatischen Raum gibt es nämlich durchaus Wettbewerber, die über das Know-how verfügen, Silberteilchen in die Werkstoffe einzubringen. Kein anderes Unternehmen bietet jedoch solch umfassende Komplettlösungen an – und das ist entscheidend. Nur die Technologie zum Versetzen der Materialien mit Silber nützt noch nicht viel, wenn nicht zuvor die richtige Dosierung bestimmt werden kann.

 

Vielfältige Einsatzmöglichkeiten
Eingesetzt wird die Silbertechnologie wie eingangs erwähnt vor allem in der Medizin und anderen hygienesensitiven Bereichen. In der Kosmetik ermöglichen die Partikel die Entwicklung von Cremes, die spezielle Bakterien ausschalten und so Hautprobleme verbessern können. Auch in anderen Bereichen können aber interessante Ergebnisse erreicht werden. Denkbar ist beispielsweise die Beschichtung der Oberflächen in Bussen und Bahnen, um an diesen stark frequentierten Orten die Ausbreitung von Bakterien zu verhindern. Erwähnt sei noch die Möglichkeit zur Entwicklung spezieller Bekleidung, die beispielsweise von Neurodermitis geplagten Personen einen verbesserten Tragekomfort ermöglicht und als netten Nebeneffekt durch die weitgehende Beseitigung der Bakterien die Geruchsbildung hemmt. Die Einsatzmöglichkeiten sind vielfältig, und der Mehrpreis fällt im Vergleich zu den normalen Produktkosten und mit Blick auf den zu erzielenden Mehrwert nicht ins Gewicht.

 

Geschäftsentwicklung – Bio-Gate

2004 2005 2006e 2007e
Umsatz (Mio.) 0,72 2,8 5,0 13,7
EBIT (Mio.) -0,6 0,4 1,0 6,0
Jahresübers. (Mio.) -0,6 0,2 0,6 3,6
Ergebnis je Aktie -0,28 0,07 0,22 1,20

Quelle: 2004 und 2005: Unternehmensangaben, 2006 und 2007: eigene Schätzungen


Bewertung
Bio-Gate ist eines der wenigen bereits profitablen Nanotech-Unternehmen, auch wenn die Ergebnisentwicklung 2005 stark durch Meilensteinzahlungen geprägt war. Ein Peer Group-Vergleich gestaltet sich recht schwierig, da sowohl Bio-Gate als auch ähnlich aufgestellte Unternehmen wie z.B. Nucryst Pharmaceuticals, Nanophase Technologies, Altair Nanotechnologies und Surmodics über Aktivitäten ohne Umsatzbetrag verfügen. Am oberen Ende der Preisspanne ist Bio-Gate mit 62 Mio. Euro bewertet. Das für 2007 erwartete KGV würde ca. 17,5 betragen. Die genannten Vergleichsunternehmen arbeiten hingegen allesamt nicht profitabel.

Fazit:
Der Mittelzufluß aus dem IPO soll zum weiteren Ausbau des Geschäfts genutzt werden. Bislang bewegen sich die Umsätze noch im niedrigen einstelligen Millionenbereich, das Unternehmen arbeitet aber, was durchaus bemerkenswert ist, bereits profitabel! „Der Entwicklungsaufwand in der Werkstofforschung ist bei weitem nicht so groß wie beispielsweise in der Biotechnologie“, erklärt Wagener die Tatsache. Mit dem Ausbau der Kapazitäten sollte nun auch eine deutliche Gewinnsteigerung möglich sein. Angesichts des bisherigen Track Records sowie des ausgesprochen positiven Sentiments für Unternehmen aus dem Bereich Nanotech/Neue Materialien erscheint eine Zeichnung ratsam.

Matthias Wahler, Christian Schiffmacher

Emissionsparameter – Bio-Gate AG

WKN BGAG99
Zeichnungsfrist 27.03.-04.04.
Bookbuilding-Spanne 19 bis 21 Euro
Erstnotiz 5. April
Konsortium equinet (Lead), comdirect (Selling Agent)
Emissionsvolumen 15 bis 16,6 Mio. Euro (bis zu 788.200 Aktien, davon 467.000 aus einer Kapitalerhöhung, 221.200 von Altaktionären und 100.000 als Greenshoe, ebenfalls aus einer Kapitalerhöhung)
MarketCap 56 bis 62 Mio. Euro (auf Basis der Bookbuilding-Spanne)
Free Float 24,2 % (vor Greenshoe)
Internet www.bio-gate.de