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Outsourcing über die gesamte Prozesskette
Das 1995 als ein Spin-off des Rechenzentrums der Universität Karlsruhe gegründete Unternehmen hat sich in den letzten Jahren zur weltweiten Nummer 2 der unabhängigen Anbieter für den Softwarevertrieb über das Internet etabliert (Electronic Software Distribution, kurz: ESD). Die Angebote sind dabei strukturell in zwei Geschäftsbereiche unterteilt. Im Segment „eDistribution network“ wickelt asknet für verschiedene Software-Hersteller den Produktvertrieb über individualisierte Onlineshops ab, die in den übrigen Webauftritt der jeweiligen Unternehmen eingebunden sind. Das Leistungsangebot umfasst dabei das gesamte Transaktionsspektrum vom Bereitstellen und Herunterladen der Software auf einem asknet-Server bis zur Zahlungsabwicklung über spezialisierte Payment Provider. Im Geschäftsbereich „ePortals“ betreibt asknet mit der Internetseite www.softwarehouse.de Europas größte Internet-Plattform für Standardsoftware. Auch für Handelsunternehmen, Universitäten und andere öffentliche Auftraggeber stellt asknet durch Beschaffungsportale zentralisierte Einkaufsmöglichkeiten zur Verfügung.

Vorteile des elektronischen Software-Vertriebs
CEO Gerhard Rumpff und sein Team versuchen vor allem kleinere und schnell wachsende Software-Hersteller anzusprechen. Damit grenzt sich asknet deutlich von Digital River, dem Marktführer im ESD-Segment, ab, der den Hauptfokus auf globale Spieler wie Microsoft und Symantec legt. asknets Kunden sparen sich den teuren Aufbau eines eigenen Vertriebsnetzes, was sich in einem höheren Rohertrag niederschlägt. Zudem erweitert das Internet den Absatzmarkt auch in Regionen, in denen sich eine klassische Vor-Ort-Präsenz nicht lohnen würde. Für die Öffentliche Hand ist entscheidend, dass auf diese Weise Volumenlizenzen zu vergünstigten Konditionen eingekauft werden können.

Ertragswende für 2007 anvisiert
Vorlaufkosten für den Ausbau des Bereichs „eDistribution network“, der starke Personalaufbau und IPO-Kosten von ca. 1 Mio. Euro werden asknet im laufenden Geschäftsjahr höhere Verluste bescheren. Die Analysten der emissionsbegleitenden Investmentbank Viscardi erwarten für 2007 den Sprung in die Gewinnzone, bereits in zwei Jahren soll asknet dann bezogen auf den Rohertrag eine EBIT-Marge von 23 % erwirtschaften. Hierbei unterstellen sie einen höheren Umsatzanteil mit Bestandskunden und ein anhaltend starkes Wachstum im Segment „eDistribution“. Diese ambitionierten Wachstumserwartungen sollen auch mit den Geldern aus dem IPO finanziert und realisiert werden. Regionale Schwerpunkte der Expansion liegen zum einen auf den USA und über ein seit Juli dieses Jahres angelaufenes Joint Venture mit dem japanischen Technologiekonzern SoftBank auf dem asiatischen Markt. Darüber hinaus plant Rumpff das Produktangebot im Portalgeschäft auf andere Inhalte wie Computerspiele, Filme und Musiktitel zu erweitern.

asknet

2005

2006e

2007e

2008e

Umsatz*

35,3

46,5

74,8

115,6

Nettoerg.*

-1,3

-3,9

0,2

3,6

EpS

-0,26

-0,77

0,04

0,71

KGV max.**

neg.

neg.

264,6

14,7

*) in Mio., sämtliche Angaben in Euro; Quelle: Viscardi
**) auf Basis der Bookbuilding-Spanne

Emissionsdetails
Anleger können noch bis zum 7. November ihre Zeichnungsaufträge für die insgesamt bis zu 2,4 Mio. asknet-Aktien über das bundesweite Sparkassen-Netzwerk erteilen. Bis zu 1,44 Mio. Stücke sind auf eine Kapitalerhöhung zurückzuführen, die restlichen Anteile stammen von Finanzinvestoren und Privatanlegern. Die drei Vorstandsmitglieder sowie der Softbank-Konzern, der vor dem IPO eine Beteiligung über 10 % an asknet hielt, werden keine Aktien abgeben. Mit allen Anteilseignern konnte eine marktübliche Lock-up-Frist von zwölf Monaten ab Notierungsaufnahme vereinbart werden. Die Preisspanne beläuft sich auf 8,50 bis 10,50 Euro, was einer Unternehmensbewertung (post-IPO) zwischen 42,8 und Mio. 52,9 Mio. Euro entspricht. Angesichts der bis dato noch jungen und verlustreichen Firmenhistorie ist das kein wirklicher Schnäppchenpreis. Auf Basis einer DCF-Analyse sehen die Analysten von Viscardi unter Berücksichtigung eines 20%-igen IPO-Abschlags den fairen Wert des Eigenkapitals bei 54 Mio. Euro (vor der Kapitalerhöhung), was aber wie gesagt eine Schätzung der emissionsbegleitenden Konsortialbank darstellt.

Fazit
Das größte Asset der Karlsruher liegt in der frei skalierbaren Technologie-Plattform, die problemlos an Wünsche der Kunden angepasst werden kann. Mit ihrer Positionierung im sich dynamisch entwickelnden Markt für ESD-Dienstleistungen – die Forschungsgesellschaft IDC geht in den kommenden fünf Jahren von einem durchschnittlichen Wachstum von 34 % p.a. aus – und den aufgebauten Kooperationen, u.a. mit der japanischen SoftBank, hat das Unternehmen die Vorraussetzungen für künftiges Wachstum gelegt. Es muss jedoch berücksichtigt werden, dass zur Erreichung einer nachhaltigen Profitabilität die Kundenbasis noch deutlich verbreitert werden muss. Mit dem aktuellen Kundenstamm lässt sich das Geschäft im Bereich „eDistribution“ noch nicht profitabel betreiben. Da die Preisspanne einen Großteil der positiven Perspektiven bereits antizipiert und das Umfeld für kleinere IPOs gegenwärtig wenig freundlich erscheint, drängt sich eine Zeichnung nach Meinung des GoingPublic Magazins nicht auf.

Marcus Wessel

asknet – Emissionsparameter

WKN

517 330

Erstnotiz

8.11.

Zeichnungsfrist

31.10. bis 7.11.

Bookbuildingspanne

8,50 bis 10,50 Euro

MarketCap

42,8 bis 52,9 Mio. Euro

Marktsegment

Open Market (Entry Standard)

Emissionsvolumen

bis zu 2,4 Mio. Aktien;

 davon 1,44 Mio. aus KE,

0,65 Mio. von Altaktionären sowie

0,31 Mio. von AA als Greenshoe

20,4 bis 25,2 Mio. Euro

Konsortium

Viscardi Securities

Free Float

max. 48 %

Internet

www.asknet.de