Die Erstnotiz am Neuen Markt ist für den 11. Juli geplant. Zur Zeichnung werden 2 Mio. Aktien aus einer Kapitalerhöhung angeboten. Darüber hinaus stehen 0,2 Mio. Anteilscheine aus Altaktionärsbesitz als Greenshoe zur Verfügung. Der Streubesitz wird nach Ausübung der Mehrzuteilungsoption 27,1 % betragen.

Die 1995 gegründete ArtStor AG entwickelt, produziert und vermarktet plattformübergreifende Storage-Lösungen für mittelständische Unternehmen. Die Kernkompetenz liegt bei Speicher-Lösungen für die Verwaltung großer Datenmengen, bei denen hohe Verfügbarkeit und Sicherheit im Vordergrund stehen. ArtStor hat sich hier vor allem auf die wachstumsstarken Bereiche Storage Area Network (SAN) und Network Attached Storage (NAS) spezialisiert. Das Marktforschungsinstitut Frost & Sullivan prognostiziert für den SAN-Bereich ein Marktwachstum von jährlich 65,1 % bis zum Jahr 2006 in Westeuropa. Deutschland ist dabei hinter Großbritannien der zweitgrößte Markt. Für den noch sehr jungen NAS-Bereich rechnen Marktforscher in den nächsten Jahren mit einer Verzehnfachung der Umsätze.

Durch die Ausrichtung auf Produkte und Dienste für den Mittelstand operiert ArtStor in einem Nischenmarkt, in dem die Konkurrenzsituation nicht ganz so angespannt ist wie in der restlichen IT-Branche. Die Mitbewerber wie EMC, Storage Technology oder auch Compaq bedienen hauptsächlich den Markt für Großkunden, der sich durch höhere Preise auszeichnet. Eine Gefahr könnte durch die Ausweitung der Produktpalette durch die Konkurrenten kommen, die ArtStor hinsichtlich Kapitalausstattung, Marketing und technischer Ressourcen überlegen sind. Mit dem Kapital aus dem Börsengang will ArtStor seine Position im Bereich Mittelstandslösungen weiter ausbauen.

Im Geschäftsjahr 1999 erzielte ArtStor mit 40 Mitarbeitern einen Umsatz von 14,8 Mio. Euro. Nach Schätzungen von GoingPublic Research wird dieser im Jahr 2000 auf 23 Mio. Euro, im Jahr 2001 auf 40 Mio. Euro und im Jahr 2002 auf 81 Mio. Euro ansteigen. Für das laufende Jahr erscheint dabei ein Verlust in Höhe von 147.000 Euro realistisch. Bereits im Geschäftsjahr 2001 rechnet GoingPublic mit einem Jahresüberschuß von 1,34 Mio. Euro und einem Ergebnis je Aktie von 0,19 Euro. Dieses könnte sich im Jahr 2002 auf 0,74 Euro je Aktie beinahe vervierfachen. Bei einem angenommenen Emissionspreis von 16,50 Euro am oberen Ende der Bookbuilding-Spanne würde sich ein 2001er-KGV von knapp 87 und ein 2001er-KUV (Marktkapitalisierung: 115,5 Mio. Euro) von etwa 2,7 ergeben.

Damit ist ArtStor bereits zur Emission recht ambitioniert bewertet. Die hohen Wachstumsraten, die sich das Unternehmen als Ziel gesteckt hat, scheinen allerdings durchaus erreichbar und rechtfertigen eine hohe Bewertung. Auch wenn kurzfristige Höhenflüge des Aktienkurses bei dem aktuellen Börsenumfeld nicht zu erwarten sind, sollte sich eine Zeichnung für langfristig orientierte, risikofreudige Anleger auzahlen.

 

Eine ausführliche Analyse zu ArtStor lesen Sie in der aktuellen Juli-Ausgabe des GoingPublic-Magazins auf Seite 38.

 

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