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Inklusive einer Mehrzuteilungsoption in Höhe von 0,3 Mio. Anteilen werden 2,6 Mio. Aktien emittiert, die vollständig aus einer Kapitalerhöhung stammen. Das emissionsbegleitende Bankenkonsortium besteht neben dem Konsortialführer Bankgesellschaft Berlin aus der Nürnberger ConSors Capital AG und Delbrück & Co Privatbankiers. Nach Ausübung des Greenshoe wird sich der Streubesitz auf 26 % belaufen.

Im Zuge der Liberalisierung und Digitalisierung des Stromnetzes hat sich die Berliner ares Energie AG auf die komplette Grundversorgung mit Energie- und Telekommunikationsdienstleistungen spezialisiert. Privat-, Gewerbe- und Großkunden wird ein Komplettpaket aus Strom & Gas (Energie) und Telefon & Internet (Telekommunikation) aus einer Hand angeboten. Die benötigten Strommengen und Telekommunikationsleistungen werden bei Produzenten wie RWE, Bewag, o.tel.o und Talkline eingekauft. Beim Vertrieb setzt ares u.a. auf Handelsketten wie Media Markt und Vobis. Daneben soll auch die Vertriebsstärke von Bertelsmann Club und R&V Versicherungen genutzt werden.

 

1999

2000e

2001e

2002e

Umsatz in Mio.

3,8

19,5

115

240

Überschuß in Mio.

-2,5

-6,0

-1,0

9,0

Gewinn je Aktie

-0,25

-0,60

-0,10

0,90

Research; alle Angaben in Euro

1997 gegründet, schlugen die Entwicklungskosten für das Produkt Powerline, mit dem hohe Datenübertragungsraten über das Stromnetz der letzten Meile realisiert werden sollen, größtenteils vor 1999 zu Buche, so daß in den nächsten Jahren keine hohen F&E-Aufwendungen auf das Ergebnis drücken. Betrachtet man allein den Zeitraum 1999 bis 2003, erscheinen die prognostizierten Steigerungsraten daher beträchtlich. Diese Sichtweise verzerrt das Bild von der Wachstumsdynamik des Berliner Unternehmens jedoch.

Die Wachstumsraten, die ares in den kommenden drei Jahren anpeilt, könnten durch die Deregulierung des Energiemarktes zwar zustandekommen. In diesem Prozeß der Neuverteilung ist das erwartete Umsatzwachstum durchaus im Rahmen des Möglichen. Längerfristig betrachtet, ergibt sich aber ein anderes Bild. Dann nämlich dürfte das Wachstum auf weniger als 5 % p.a. absinken. Gleiches gilt für den Zuwachs beim Jahresüberschuß.

Insbesondere die hohen Margen, mit denen die Berliner rechnen, scheinen sehr ambitioniert. Der Grund dafür ist einmal die aggressive Preispolitik, um das Komplettangebot am Markt einzuführen und schließlich der Wettbewerb mit Unternehmen wie e.on, Yello, usw. Dieser existiert zwar momentan noch nicht, aber spätestens bis Ende 2001 werden alle genannten Unternehmen mit den gleichen Komplettangeboten auf den Markt drängen.

Was ares den finanzstarken Töchtern der deutschen Energie-Konzerne voraus hat, ist der zeitliche Vorsprung. Gelingt es ares nicht, sich in dem einen Jahr auf dem Markt eine zukunftsichernde Position zu erkämpfen, dürften die Berliner gnadenlos vom Markt gedrängt werden. Und selbst wenn das Vorhaben gelingt, dürften die Benefits nicht überwältigend sein. ares ist ein Investment mit hohem Risiko und begrenzten Chancen. Von einem Engagement sollte daher Abstand genommen werden.