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Unter Führung der HypoVereinsbank sowie der DG Bank und M.M. Warburg & Co. als Co-Manager werden maximal 1,733 Mio. Aktien zur Zeichnung angeboten. 1,0 Mio. Aktien stammen aus einer Kapitalerhöhung. Weitere 270.000 Aktien geben die Deutsche Effecten- und Wechsel-Beteiligungsgesellschaft (DEWB) und 283.000 Aktien zu je gleichen Teilen die Gründer und heutigen Vorstände Klaus Berka und Jens Adomat ab. 180.000 Aktien können als Mehrzuteilungsoption wiederum aus Altbesitz ausgeübt werden. Der Streubesitz liegt nach vollständiger Ausübung des Greenshoe bei 49,5 %.

Die 1990 gegründete Analytik Jena AG entwickelt, produziert und vertreibt mit 210 Mitarbeitern Analysegeräte für Anwendungen in den Branchen Umwelt, Pharmazie und Biotechnologie. Weiterhin gehört die Planung, Erstellung und Ausstattung von schlüsselfertigen Laborsystemen zu den Geschäftsfeldern.

Analytik Jena erzielte im Geschäftsjahr 1999 (zum 30.09.) einen Erlös von 18,9 Mio. Euro und einen Jahresüberschuß in Höhe von 556.000 Euro. Dies entspricht einem Gewinn von 0,20 Euro pro Aktie. Für das laufende Geschäftsjahr 2000 wird bei Umsätzen von 22,9 Mio. Euro ein Jahresüberschuß in Höhe von 1,15 Mio. Euro angestrebt. Aufgrund der Erhöhung der Aktienzahl wird der Gewinn auf etwa 0,34 Euro verwässert. Für die nachfolgenden Jahre werden Steigerungen beim Umsatz um 30 % und beim Jahresüberschuß um 70 % angestrebt.

Mit den Emissionserlösen sollen die Internationalisierung vorangetrieben werden sowie die Umsätze im Bereich Bioanalytik gesteigert werden. In einigen Geschäftsbereichen konnte sich Analytik Jena durch Innovationen bei der Automatisierung und Miniaturisierung trotz großer Konkurrenz behaupten. Dessen ungeachtet ist die Gesellschaft bei einem Weltmarkt im wissenschaftlichen Gerätebau in Höhe von gut 90 Mrd. Euro nur ein kleiner Spieler.

Auf Basis der Bookbuilding-Spanne ergibt sich für 2001 (zum 30.09.) ein recht stolzes Emissions-KGV von 58 bis 70. Auch nach Anpassung der Geschäftszahlen auf das Kalenderjahr bleibt ein KGV zwischen 40 und 49. Das KUV liegt zwischen 2,5 und 3,0.

Das Geschäft von Analytik Jena teilt sich auf drei Geschäftsfelder auf. Hierbei wird dem Gebiet der Bioanalytik das größte Zukunftspotential prophezeit. Im Geschäftsjahr 2001 werden für diesen Bereich 1,4 Mio. Euro Umsatz prognostiziert (ca. 5 % am Gesamtumsatz). Dieser Anteil soll bis 2003 auf 16 % steigen.

Die Analytik Jena AG ist eine grundsolide Gesellschaft, die bisher weitgehend schwarze Zahlen schrieb und sich in Deutschland einen guten Namen bei innovativen Analysemethoden gemacht hat. Es ist jedoch kein Unternehmen, das die Wirkstoffphantasie eines Biotech-Unternehmens bietet. Der auch in drei Jahren mit 16 % noch bescheidene Anteil am Wachstumssektor Biotechnologie rechtfertigt nur zum Teil eine Bewertung mit Vergleichsunternehmen wie Dionex oder PE Biosystems mit einem KUV um 5. Ansonsten stehen klassische Unternehmen wie Perkin Elmer, Shimadzu oder Varian mit KUVs um 1,5 näher. Daher hält GoingPublic Research ein KUV von 2,0 nicht zuletzt auch aufgrund des starken Wettbewerbs und der bisher mit 17 % nur geringfügigen Exportquote für gerechtfertigt. Somit ergäbe sich eine faire Zeichnungsspanne zwischen 16 und 19 Euro. An dieser Einschätzung ändert auch die Zuordnung zum Neuer Markt-Branchenindex „Biotechnology“ nichts.

Auf der Basis des Emissionsangebotes rät GoingPublic Anlegern allenfalls am unteren Ende der Bookbuilding-Spanne zu zeichnen. Höhere Bewertungen sind erst gerechtfertigt, wenn die sprunghafte Markteroberung im Ausland durch Akquisitionen und Partnerschaften erkennbar vorangetrieben wird.

Eine Ausführliche Analyse des Unternehmens finden Sie auch im aktuellen GoingPublic Magazin 7/2000, S. 52.