Drei Säulen-Strategie
Altiras Geschäftsmodell basiert auf den drei nach Assetklassen aufgeteilten Bereichen Private Equity, Public Equity und Real Estate. Die fünf Tochterunternehmen erhalten für das Management unterschiedlicher Fondsprodukte neben einer Grundgebühr bei entsprechender Wertentwicklung weitere performanceabhängige Fees. Die Gesellschaft ist in den Verbund der ABL-Finanzgruppe eingebunden, der auch die bereits börsennotierte Aragon – diese ist im Gegensatz zu Altira auf den Vertrieb der Finanzprodukte spezialisiert – angehört. Der Vorstand kann auf ein breites Kontaktnetzwerk zurückgreifen, wobei man sich vor allem innerhalb der Gruppe geschickt die Bälle zuspielt. So fungiert im Fall von Altira die ABL-Tochter Silvia Quandt Bank als Sole Bookrunner.

Viele hübsche Töchter
Im Bereich Private Equity setzt Altira mit der Sigma Capital auf einen Manager für Direktinvestments in deutsche Firmen und Dachfonds. Die beiden an der Börse gelisteten Private Equity-Produkte Heliad und Themis zählen zu den Aushängeschildern von Sigma. In zurückliegenden Quartalen konnte mit Unterstützung eines guten IPO-Klimas eine Reihe von Portfoliounternehmen an den Markt gebracht werden (Tecon, ItN Nanovation, Magnat). Bei Aktien und Anleihen ist die Altira-Tochter VCH Investment als Asset Management-Boutique aktiv. Die 1999 gegründete Gesellschaft arbeitet momentan an dem Ausbau ihrer Produktpalette in Richtung Private Equity und Hedgefonds-Zertifikate. Das jüngste Mitglied unter dem Dach der Altira ist die Immobilientochter Altira Immo Finanz. In Kooperation mit anderen Immobilien-Managern sollen REIT-Produkte aufgelegt werden. Altira will sich dann in einem nächsten Schritt direkt an den Gebühren aus den REITs oder den Management-Gesellschaften beteiligen. Mit 78 % ist ABL Hauptaktionär von Altira. Neben ihr und Silvia Quandt (ca. 10 %) verteilen sich die restlichen 12 % der Anteile auf Führungskräfte, Mitarbeiter und Geschäftspartner der Vermögensverwaltung.

Hohe Wachstumsdynamik
Altira befindet sich nach Angaben Angermayers auf starkem Wachstumskurs. Per Ende 2006 belief sich das verwaltete Vermögen auf rund 800 Mio. Euro, nach 361 Mio. Euro ein Jahr zuvor. Altira kommt dabei das Marktumfeld zugute. Steigende Akzeptanz und Verbreitung von Private Equity- und Hedgefonds-Produkten sowie das Thema der privaten Altersvorsorge heizen die Nachfrage nach qualifizierter Vermögensverwaltung an. Das GoingPublic Magazin rechnet für 2007 mit einem EBIT-Anstieg von rund 50 % auf 9,1 Mio. Euro. Der Überschuss dürfte sich entsprechend von 5,2 auf 7,2 Mio. Euro verbessern.

Altira

2006e

2007e

2008e

Nettoerg.*

5,2

7,2

9,0

Gew. pro Aktie

1,35

1,87

2,33

KGV

21,1

15,3

12,2

*) in Mio., sämtliche Angaben in Euro; Quelle: eigene Schätzungen


Eckdaten zum Börsengang
Zwischen dem 29. Januar und 2. Februar werden die insgesamt 380.000 Aktien aus einer Kapitalerhöhung ausgewählten institutionellen Investoren zur Zeichnung angeboten. Der Festpreis beträgt 28,50 Euro. Nach dem IPO bleibt die ABL-Gruppe mit rund 70 % Mehrheitsaktionärin. Weitere Anteile halten die Familie Silvia Quandt sowie Mitarbeiter und Geschäftspartner. Alle Altaktionäre haben sich zu freiwilligen Lock-up-Vereinbarungen mit einer Laufzeit zwischen zwei und fünf Jahren verpflichtet. Vorstand Christian Angermayer will die Gelder gezielt für die Akquisition von Asset Managern, die internationale Expansion und den Ausbau der bestehenden Geschäftsbereiche einsetzen.

Fazit
Mit der Einbindung in die ABL-Gruppe und den Kontakten des Managements verfügt Altira über zwei nicht zu unterschätzende strategische Vorteile, die in dem sehr personenbezogenen Geschäft der Vermögensverwaltung von Nutzen sein können. Als größter Risikofaktor der weiteren Unternehmensplanung – der zugleich auch außerhalb des Managementeinflusses liegt – müsste ein starker Einbruch an den Kapitalmärkten angesehen werden. Dann wären die ambitionierten Planzahlen sicherlich nur schwer zu erreichen. Eine Zeichnung oder ein Kauf der attraktiv bewerteten Aktie in der Nähe des Ausgabepreises sollte sich langfristig auszahlen.

Marcus Wessel

Altira – Emissionsparameter
ISIN

DE0001218063

Erstnotiz

7. Februar

Zeichnungsfrist

29. Januar bis 2. Februar

Bookbuildingspanne

28,50 Euro (Festpreis)

MarketCap

110 Mio. Euro

Marktsegment

Open Market (+Entry Standard)

Emissionsvolumen

380.000 Aktien aus Kapitalerhöhung

Emiss.volumen 10,8 Mio. Euro

Konsortium

Silvia Quandt Bank (Sole Bookrunner), VEM

Free Float

9,8 %

Internet

www.altira-ag.de