Das Unternehmen
Das vormals als S.M.D. Solar-Manufaktur Deutschland GmbH & Co. KG firmierende Unternehmen hat in Prenzlau eine Produktionsstätte für Solarmodule und -systeme. Diese ist mit einer Kapazität von 90 MWp eine der größten Europas. Der Vertrieb hat seinen Sitz in Oldenburg (Niedersachsen). Neben einer Vertriebsgesellschaft in Spanien (nördlich von Barcelona) soll zum Jahreswechsel 2006/07 auch dort ein neues Werk zunächst mit 10 MWp Kapazität die Fertigung aufnehmen. Im Herbst 2006 will aleo zudem eine Vertriebsniederlassung in Italien eröffnen. Mit der 19%igen Beteiligung an der Brandenburgischen Johanna Solar Technology GmbH möchte sich das Unternehmen den Zugang zur zukunftsträchtigen Dünnschicht-Technologie sichern.
Diese basiert auf Kupfer, Indium, Gallium, Sulfid und Selen (CIGSSe) und gilt als die aussichtsreichste Entwicklung in der Solarindustrie, da sie den Hersteller unabhängig vom derzeit knappen Rohstoff Silizium macht. Gleichzeitig zeichnet sie sich durch hohe Leistungsfähigkeit aus. Der Spatenstich zum Bau des neuen Werkes ist erfolgt, die Produktion der ersten Dünnschicht-Module soll bereits Mitte 2007 beginnen. aleo-Vorstand Smit ist indirekt selbst an Johanna Solar beteiligt.

Im Gegensatz zu vielen anderen Herstellern hat man bereits frühzeitig die Marke „aleo“ aufgebaut, um für die Zeit nach dem Boom gerüstet zu sein, wenn nicht mehr jedem Hersteller jedes Produkt aus der Hand gerissen wird. Das Modul aleo S 16 wurde zudem bei einem Vergleichstest der Stiftung Warentest im Mai 2006 mit der Bestnote von 1,9 als einer von vier Testsiegern gekürt. Allerdings schnitt keines der 15 getesteten Module schlechter als „befriedigend“ ab.

Transaktionsstruktur
Die Hannover Finanz Gruppe hat im November 2005 zusammen mit dem einem Teil des Managements 52 % über die S.M.D. Beteiligungsgesellschaft mbH an aleo erworben. Noch vor kurzem war die Rede davon, dass die Partnerschaft auf mehrere Jahre ausgelegt sei. Nun aber trennt sich Hannover Finanz von mehr als drei ihrer fünf Millionen Aktien. Platziert werden sollen unter Führung der Commerzbank – übrigens selbst ein Investor der Hannover Finanz – insgesamt bis zu 7,03 Mio. Aktien. Davon stammen nur 2,85 Mio. Aktien aus einer Kapitalerhöhung, 4,18 Mio. Stück (inkl. 0,92 Mio. Aktien als Greenshoe) von Altaktionären. Vom Vorstand werden keine Aktien umplatziert. Weitere Mitglieder des Bankenkonsortiums sind HVB Corporate & Markets sowie die Berenberg Bank.

aleo solar AG – Aktionärsstruktur (Pre-IPO)

Investorengruppe IFE Projekt- und Beteiligungsmanagement, Eriksen Gruppe, u.a. (insgesamt 12 Aktionäre)

45,4 %

S.M.D. Beteiligungsgesellschaft (inkl. aleo-Management)

52,0 %

Management

1,4 %*

Andere

1,2 %

*) plus 3,6% indirekt

Bewertung
Da aleo auf die Produktion von Solarmodulen und auf die Vermarktung von PV-Systemen (Modulen mit Wechselrichtern und Gestellen) spezialisiert ist, bieten sich als Peer Group-Unternehmen u.a. Conergy und Solon an. Dies erlaubt jedoch nur eine sehr grobe Indikation. So ist Conergy aktuell mit einem 2007er KGV von deutlich über 20 und Solon mit 17 bewertet. aleo solar kommt auf 12 bis 15. Allerdings liegt die besondere Stärke von aleo darin, dass man profitabler als die Vergleichsunternehmen ist. Ob die hohen Margen künftig gehalten werden können, ist angesichts der Sparabsichten der Bundesregierung noch undeutlich. In Spanien entsteht zwar auch ein aleo-Werk, aber im Vergleich zum deutschen Hauptwerk ein sehr kleines. Bezogen auf den spanischen Markt ist es allerdings bereits das drittgrößte seiner Art. Der Subventionen wegen wird weiterhin hauptsächlich im brandenburgischen Prenzlau produziert.

aleo solar AG – Geschäftsentwicklung

2005

2006e

2007e

Umsatz

106,9

150

180

EBIT

14,7

17,5

23,5

9,3

11,2

14,5

KGV

19-23

16-19

12-15

in Mio. Euro; Unternehmensangaben, eigene Schätzungen

Fazit:
Mit aleo solar steht der Börsengang eines interessanten Modulherstellers an, der es bereits frühzeitig verstanden hat, ein Branding aufzubauen, was sich als Wettbewerbsvorteil erweisen könnte. Ein Vergleich der Stiftung Warentest belegte die Qualität der Produkte. Das aktuell recht volatile Marktumfeld spiegelt sich in einem Emissionsabschlag wider, der sich in einem geschätzten 2007er KGV von 12 (am unteren Ende der Bookbuilding-Spanne) niederschlägt. Insgesamt betrachtet empfiehlt sich eine Zeichnung am unteren Ende der Preisspanne.

Christian Schiffmacher, Falko Bozicevic

aleo solar AG – Emissionsparameter

WKNA0J M63
Erstnotiz14. Juli
Zeichnungsfrist10. bis 13. Juli
Bookbuilding-Spanne13,50 bis 16,50 Euro
MarketCap176 bis 215 Mio. Euro
MarktsegmentAmtlicher Markt (Prime Standard)
Volumen7,03 Mio. Aktien, davon 2,85 Mio. aus einer Kapitalerhöhung, inkl. Greenshoe 4,2 Mio. Stück von Altaktionären
KonsortiumCommerzbank (Lead), HypoVereinsbank, Berenberg Bank
Internetwww.aleo-solar.de