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Der Gang an den Neuen Markt ist für den 31. Juli vorgesehen und wird vom Konsortialführer HypoVereinsbank, der Commerzbank und VEM Virtuelles Emissionshaus begleitet. Die Emission umfaßt 2,34 Mio. Inhaber-Stammaktien, wovon 1,5 Mio. aus einer Kapitalerhöhung und 635.000 Anteilscheine sowie der Greenshoe von 200.000 Aktien von Finanzinvestoren zur Verfügung gestellt werden.

Die Advanced Photonics AG hat ihren Ursprung in der Weltraumforschung. Dabei wurden außergewöhnliche Möglichkeiten zur Erhitzung von Oberflächen entdeckt. Die Nutzung dieser Entdeckung wurde zur zentralen Aufgabe von AdPhos und zur Grundlage der NIR-Technologie (Near Infra Red). Sie gleicht der Funktionsweise eines Mikrowellenherdes, der nicht wie ein herkömmlicher Herd zuerst den Topf und dann dessen Inhalt, sondern direkt das Zielsubstrat erhitzt. Die elektromagnetischen NIR-Strahlen wirken jedoch nicht wie die Mikrowellen nur auf das Wasser, sondern auf die Moleküle verschiedenster Substanzen und machen NIR somit vielseitig einsetzbar. So können z.B. Trocknungsvorgänge in der Holzindustrie von zwei Tagen auf eine Minute verkürzt werden und das mit 10 Prozent des ursprünglichen Platzbedarfs.

Des weiteren werden nach Firmenangaben höhere Qualitätsstandards und eine Energieeinsparung erreicht. Der Emissionserlös von etwa 30 Mio. Euro soll zur Finanzierung der weiteren, auch internationalen, Expansion und für eventuelle Firmenkäufe verwendet werden.

AdPhos hat sich vorerst auf die Bereiche Hochleistungstrocknung und thermische Behandlung von Werkstoffen spezialisiert. Führende Partner in den Branchen Druck und Papier, Farben und Lacke sowie Klebetechnik und Kunststoffverarbeitung sind u.a. DuPont, 3M und Scitex. Weitere anvisierte Branchen sind u.a. Nanotechnologie und Nahrungsmitteltechnik.

Im vergangenen Jahr erzielte AdPhos einen Umsatz von 6,2 Mio. Euro. Für das laufende Jahr werden bereits 9,4 Mio. Euro geplant, auch wenn im ersten Halbjahr ein Umsatzrückgang von 0,5 Mio. Euro zu verzeichnen war. Finanzvorstand Frank Tom Schoeck erklärte gegenüber GoingPublic, daß im Vorfeld der DRUPA, der weltgrößten Druckmesse weniger Aufträge eingegangen waren, was durch Messefolgeaufträge jedoch wieder ausgeglichen werden konnte. Nach Schoecks Aussage liegen die Unternehmenszahlen zum aktuellen Zeitpunkt über Plan.

Für die Jahre 2001 und 2002 sollen sich die Umsätze auf knapp 20 bzw. 40 Mio. Euro entwickeln. Aus der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit heraus soll sich für 2001 ein Jahresüberschuß von 4,9 Mio. Euro ergeben, der im darauffolgenden Jahr bereits 12,9 Mio. Euro betragen soll. Hieraus würde  sich am oberen Ende der Preisspanne für 2001 ein KGV von 43 und für 2002 von 18 errechnen. Auch wenn die Aktie damit nicht billig ist, erscheint sie zumindest langfristig äußerst interessant. Durch die Erschließung weiterer Branchen könnten zudem auch die Umsatzzahlen eine weitere Steigerung erfahren. Wer sich des hohen Risikos einer neuen Technologie bewußt ist, sollte die Aktie zeichnen.

Eine ausführliche Analyse finden Sie auch im aktuellen Going Public Magazin 8/00, S. 22 und in einem Interview mit dem Vorstandsvorsitzenden John Heugle auf GoingPublic-TV.

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