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Im ersten Halbjahr 2019 lief es an der Wiener Börse positiv wie seit langem nicht – so erfuhr der österreichische Börsenplatz den stärksten Zulauf heimischer Unternehmen im letzten Jahrzehnt.

Den Jahresauftakt machte Marinomed mit dem ersten IPO in ganz Europa. Das Biotech-Unternehmen notiert im prime market, ebenso wie der Sicherheitssystem-Anbieter Frequentis nach dem Börsengang im Mai (Dual Listing in Frankfurt). Im seit diesem Jahr neu gestarteten Segment direct market plus nutzten vier neue Unternehmen die Möglichkeit eines Listings. Auch der global market und Anleihen-Listings konnten laut Angaben der Wiener Börse kräftig ausgebaut werden: Von den 337 neuen Bond-Listings stammten 189 von österreichischen und 148 von internationalen Unternehmen.

Inforgrafik„Der österreichische IPO-Motor brummt, trotz eines europaweit schwierigen Umfelds. Aktuell sind weitere Unternehmen dabei, sich börsenfit zu machen. Das zeigt den Stellenwert von Eigenkapital auf“, betont Christoph Boschan, CEO der Wiener Börse und ihrer Holding.

Doch die globalen Unsicherheiten an den Aktienmärkten gingen auch an der Wiener Börse nicht komplett spurlos vorbei: Im ersten Halbjahr 2019 lag der Aktienumsatz bei rund 31,6 Mrd. EUR – ein Rückgang von über 14% im Vergleich zum Vorjahreszeitraum (HJ1 2018: 37,1 Mrd. EUR). Andere Europäische Börsen verzeichneten im ersten Halbjahr Rückgänge zwischen 10 und 30 %. Mit rund 5,3 Mrd. EUR liegt der durchschnittliche Monatsumsatz in Wien jedoch stabil über dem Fünf-Jahres-Mittel von 5 Mrd. EUR.

Handel an Feiertagen sorgt für mehr Volumina

Neue Initiativen der Wiener Börse, wie der Handel an Feiertagen und die Erweiterung des internationalen Segments „global market“ liefern zusätzliches Volumen. Im global market verzeichnet die Wiener Börse 2019 bislang deutlich über eine Milliarde Aktienumsatz (1,2 Mrd. EUR). Die neu eingeführte Möglichkeit, die gewohnte Infrastruktur der Wiener Börse an ausgewählten österreichischen Feiertagen zu nutzen, fände nach eigenen Angaben zudem eine hohe Nachfrage. Erstmals wurden zu Fronleichnam 200 Mio. EUR umgesetzt, also Dreiviertel eines durchschnittlichen Handelstages. Über 85 % der Aktienumsätze an der Wiener Börse kommen von internationalen Handelsteilnehmern.

„Wir haben in der ersten Jahreshälfte 2019 unsere technische Infrastruktur modernisiert. Wien war die erste Börse, die das Handelssystem XETRA T7 für alle Anlageklassen in Einsatz gebracht hat. Unsere Qualität wird international und regional gewürdigt“, erklärt Ludwig Nießen, COO und CTO der Wiener Börse und ihrer Holding.

Die umsatzstärksten österreichischen Aktien im ersten Halbjahr 2019 waren Erste Group Bank AG mit knapp 6,5 Mrd. EUR, vor OMV AG mit 4 Mrd. EUR und voestalpine AG mit 3,8 Mrd. EUR. Auf Platz vier und fünf folgten Raiffeisen Bank International AG (3,05 Mrd. EUR) und Verbund AG (2,3 Mrd. EUR).

Umbenennung des Dritten Marktes

Die Neuordnung der Marktsegmentierung mit der Einführung des direct market und des direct markt plus Anfang des Jahres  sieht die Wiener Börse zum Anlass,  die Regelwerke an den international üblichen Sprachgebrauch anzunähern. Der börslich geregelte Markt, bislang  „Dritter Markt“, wird künftig unter der Bezeichnung „Vienna MTF“ geführt. Mit dieser Namensänderung gehen keine inhaltlichen Änderungen des Regelwerkes einher.

 

Über den Autor

Svenja Liebig ist Redakteurin des GoingPublic Magazins sowie verantwortlich für goingpublic.de