Werbung

Das GoingPublic Magazin im Gespräch mit Jan Luescher, CEO, und Patrick Liotard-Vogt, Verwaltungsratsvorsitzender, ASMALLWORLD (ASW), über den anstehenden Börsengang an der SIX, Vergleiche mit Facebook & Co sowie die künftigen Pläne

GoingPublic: Herr Luescher, Herr Liotard-Vogt, fühlen Sie sich eigentlich mit der Titulierung ‚Das Facebook für Reiche‘ wohl?
Liotard-Vogt: Nicht wirklich. Das haben wir selbst so auch nie propagiert. Bei einer Jahresmitgliedsgebühr von 100 Schweizer Franken kann man davon nicht ernsthaft sprechen. Besser träfe es das ‚Facebook für moderne, aufgeschlossene Bonvivants‘. Das sind Personen – Hauptzielgruppe etwa die 25-45jährigen –, die viel reisen und unterwegs sind und offen, neue Menschen kennen zu lernen. Für die macht eine Mitgliedschaft, wie sie ASW mit seinen zahlreichen Partnern bietet, Sinn.

GoingPublic: Mit 100 Schweizer Franken ist aber nur die Grundgebühr getan. ‚Richtige‘ Events kosten extra.
Luescher: Mitglieder bekommen für 100 Schweizer Franken den Zugang zu unserer Community, allen Online-Funktionen und haben die Möglichkeit an unseren Events teilzunehmen.  Diese Events reichen von kostenfreien Get-Togethers bin hin zu unserem jährlichen Flagship-Event in Gstaad, bei dem wir das Gstaad Palace exklusiv für 250 Gäste mieten. Es ist klar, dass man solche Events wie in Gstaad unmöglich allein über die Jahresgrundgebühr darstellen kann.
Liotard-Vogt: Sparfüchse sind sicherlich nicht unsere Zielgruppe. Man kann aber sicher festhalten, dass der ökonomische Vorteil für Mitglieder ganz schnell erreicht wird, wenn man auch nur ein wenig reist, ausgeht, Hotels bucht, etc. Wir möchten auf jeden Fall einen Mehrwert für unsere ca. 28.000 ASW-Mitglieder schaffen. Wer was über das Normale hinaus in Anspruch nimmt, bleibt jedem selbst überlassen.

‚Stehen wir in Konkurrenz zu Facebook? – ganz klar: nein!‘

GoingPublic: Stehen Sie denn in Konkurrenz zu besagter Facebook?
Luescher: Ganz klar nein. Wir sehen uns als komplementär zu den gängigen Plattformen, allen voran Facebook. Ausrichtung und Zielgruppe sind gänzlich anders: Auf Facebook teilt man dies und das, meist mit Leuten, die man schon kennt. ASW ist viel greifbarer und darauf aufgesetzt, neue Kontakte zu knüpfen. Der Netzwerk- und Erlebnisgedanke in der Realität steht viel mehr im Fokus, nicht geteilte Impressionen und Meinungen im Internet.

v.ln.r.: Jan Luescher, Patrick Liotard-Vogt und GoingPublic-Redakteurin Svenja Liebig im Gespräch
v.ln.r.: Jan Luescher, Patrick Liotard-Vogt und GoingPublic-Redakteurin Svenja Liebig im Gespräch

GoingPublic: Lässt sich mit der bestehenden Mitgliederzahl schon auskommen?
Liotard-Vogt: Bis auf die anfängliche Phase des Hochfahrens waren wir die vergangenen Jahre schon stets profitabel. Und das Geschäftsmodell ist überaus skalierbar: Bei fünfmal so vielen Mitgliedern benötigen wir nicht fünfmal so viele IT-Leute als Beispiel. Luescher: Wir liegen aktuell bei rund 200 USD Umsatz pro Mitglied und Jahr – sechsmal so viel wie LinkedIn, zehnmal so viel wie Facebook und fast 30-mal so viel wie Twitter – auf die Nachkommastellen kommt es hierbei nicht an. Wenn es uns gelingt, Interessenten und bestehenden Mitgliedern immer wieder Mehrwerte aufzuzeigen, wird sich dieses Verhältnis sicher noch verbessern können.

GoingPublic: Ist die Zielgruppe denn groß genug?
Luescher: Aber ja. Wir haben einen globalen Trend zur Verstädterung und gesteigerter Mobilität. Beides adressiert ASW. Unsere Untersuchungen zeigen, dass wir in der relevanten Altersgruppe – da ist die Bereitschaft zum Zahlen der Jahresgebühr bereits berücksichtigt – mehrere Dutzend Millionen potentielle Interessenten adressieren.
Liotard-Vogt: Und wir haben natürlich auch die Absicht, über weitere Services einen zusätzlichen Mehrwert für die Mitglieder anzubieten, den wir auch monetarisieren können. Und wie erwähnt: Niemand muss, jeder kann aber etwas oberhalb der reinen Grundmitgliedschaft wahrnehmen.

Fortsetzung nächste Seite